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Norwegischer Bischof Varden: „Gekommen um zu erfüllen“

17. März 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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„In Kultur wie in Politik sind wir heutzutage von Institutionen und Einzelpersonen umgeben, die versprechen, alles Vorherige auszulöschen [to cancel], sobald sie die Oberhand gewinnen“ – „Wir leben in einer Kultur der Diskontinuität“


Trondheim (kath.net/pl) „‚Ich bin nicht gekommen“, sagt Christus, ‚um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.‘ Diese Motivation klingt in unseren Ohren, die wir an polarisierte Agenden gewöhnt sind, fremd.“ Das erläutert Bischof Erik Varden (Trondheim) auf seinem Blog „Coram Fratribus“ im Hinblick auf das Jesuswort in Matthäus 5,17-19. Denn man sei heute „in Kultur wie in Politik“ „von Institutionen und Einzelpersonen umgeben, die versprechen, alles Vorherige aufzuheben, sobald sie die Oberhand gewinnen. Die Tatsache, dass ‚Aufhebung‘ zu einem so wichtigen Begriff im öffentlichen Diskurs geworden ist, sagt viel aus.“ Varden benutzt für die Worte „aufheben“ und „Aufhebung“ in seinem englischsprachigen Text die Vokabeln „to cancel“ und „cancellation“ und setzt damit schon sprachlich erkennbar einen Bezug zur derzeit vielkritisierten „Cancel Culture“, ohne sie noch dezidierter beim Namen zu nennen.


Heutzutage lebe man „in einer Kultur der Diskontinuität“, führt Varden weiter aus. Jeder versuche, „sich durch Kontraste zu profilieren, ähnlich wie in unseren Stadtbildern, wo jeder Gedanke an harmonisches Design als hoffnungslos altmodisch gilt. Bauherren wollen ihre Handschrift hinterlassen. Diese Bauwerke werden ein paar Jahrzehnte … bestehen; dann werden sie verfallen oder abgerissen. Wer baut heute noch etwas, das Jahrhunderte überdauern soll?“

Doch Gott wirke anders, denn „für ihn sind tausend Jahre wie ein einziger Tag“, erinnert der norwegische Bischof und Ordensmann. „Sein Anliegen ist es, zu vereinen, zusammenzufügen, ein stimmiges Ganzes zu schaffen. Er ist derselbe heute, gestern und morgen. Seine Liebe ist ewig, seine Barmherzigkeit gewiss, sein Heilsplan geradlinig.“

Die Fastenzeit gebe „uns die Gelegenheit, unser flüchtiges Leben im Lichte von Gottes Beständigkeit zu betrachten. Warum fragen wir uns nicht, ob es in unserer persönlichen Heilsgeschichte Lücken gibt, die geschlossen werden müssen, Schäden, die geheilt werden müssen?“, erläutert Varden weiter und erinnert: „Gott, der die Unschuld wiederherstellt, kann aus Bruchstücken vollkommene Kunstwerke erschaffen. Seine Vorsehung ist gewiss, unfehlbar. Sie ist mehr als fähig, sich auch durch fehlbare Mittel und wechselnde Umstände zu verwirklichen.“

Varden ist der Prälat von Trondheim, der Apostolische Administrator von Tromsø und auch der aktuelle Präsident der Skandinavischen Bischofskonferenz. Der Trappistenmönch, ein Konvertit aus dem lutherisch geprägten Christentum, ist ein gesuchter geistlicher Lehrer, Autor vieler spiritueller Bücher und leitet die diesjährigen Fastenexerzitien des Papstes und der Kurie auf persönliche Einladung von Papst Leo XIV.

Weitere kath.net-Beiträge über Bischof Erik Varden: Siehe Link.

Archivfoto (c) Blog Coram Fratribus


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