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US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“

vor 50 Minuten in Kommentar, 6 Lesermeinungen
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Der bekannte Medienbischof Barron übt schwere Kritik am früheren Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben wegen dessen „Sprache einer modischen Postmoderne, und sie ist in der Tat gefährlich“.


Winona-Rochester (kath.net) „Das Interview des Erzbischofs erinnerte mich – offen gesagt – an die Gespräche, die ich während der Synode zur Synodalität mit einigen meiner deutschen Kollegen geführt habe. Unter dem Vorwand der Lehrentwicklung waren sie bestrebt, die der klassischen Moral zugrundeliegenden Prinzipien zu relativieren oder radikal zu verändern. Wenn dies tatsächlich das Spiel ist – und war –, dann haben wir uns auf gefährliche Gewässer begeben.“ Das schreibt Robert Barron, Bischof der Diözese Winona-Rochester (US-Bundesstaat Minesotta), Gründer der wichtigen Medienorganisation „Word on Fire“, Vorsitzender des Ausschusses für Laien, Ehe, Familienleben und Jugend der US-amerikanischen Bischofskonferenz und Theologieprofessor, auf seinem Auftritt auf X. Der bekannte Medienbischof Barron (siehe Link) bezieht sich auf ein „SettimanaNews“-Interview, das der frühere Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, der keineswegs unumstrittene Kurienerzbischof Vincenzo Paglia (siehe Link), gegeben hatte. „SettimanaNews“ ist eine italienischsprachige Online-Zeitung und Plattform, die sich auf religiöse, theologische, pastorale und kirchliche Themen konzentriert und vom Männerorden der Herz-Jesu-Priester herausgegeben wird.


kath.net dokumentiert das Statement von Bischof Robert Barron auf X wegen seiner Wichtigkeit in voller Länge in kath.net-Übersetzung:

In einem kürzlich geführten Interview bestätigte Erzbischof Vincenzo Paglia, der ehemalige Großkanzler des Instituts Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie, die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns.

Er räumte ein, dass die von ihm am Institut während der Amtszeit von Papst Franziskus vorgenommenen Änderungen darauf abzielten, eine „sehr tiefgreifende“ Reform des Konzepts des Naturrechts einzuleiten.

Anstelle absoluter moralischer Normen, die auf einem fundierten Verständnis der Grundgüter beruhen, schlugen er und seine Kollegen eine Moraltheorie vor, die in der historischen Unterscheidung subjektiver und kultureller Erfahrungen wurzelt – keine „Theologie am grünen Tisch“, sondern eine, die „innerhalb der Geschichte und des Lebens der Menschen“ operiert.

Dies ist natürlich die Sprache einer modischen Postmoderne, und sie ist in der Tat gefährlich.

Gestatten Sie mir, dieses Prinzip an einem Beispiel zu verdeutlichen. Ist Sklaverei falsch?

An sich falsch? Falsch, ungeachtet dessen, was öffentliche Meinungsumfragen dazu sagen, und ungeachtet des jeweiligen aktuellen Konsenses? Ich gehe davon aus, dass jeder anständige Mensch dies bejahen würde.

Doch dieses Ja setzt genau das voraus, was die Tradition als Naturrecht und Grundgüter bezeichnet. Es gibt Werte, die so grundlegend sind, dass Handlungen, die ihnen zuwiderlaufen, ihrem Wesen nach böse sind.

Wer eine höchst präzise Darlegung dieses Gedankens sucht, sei auf die Enzyklika „Veritatis Splendor“ des heiligen Johannes Paul II. verwiesen.

Wenn wir behaupten, dies sei lediglich „Theologie am grünen Tisch“ und Moral sei eine Funktion sich ständig wandelnder kultureller und erfahrungsbasierter Daten – warum ließe sich dann die Sklaverei nicht rechtfertigen?

Einer der klügsten Menschen, die je gelebt haben, der Philosoph Aristoteles, hielt sie für gerechtfertigt; auch äußerst intelligente und moralisch integre Persönlichkeiten in unserem Land hielten sie bis weit ins 19. Jahrhundert hinein für zulässig.

Wer kann sagen, ob sich der Konsens nicht wieder in die andere Richtung verschieben könnte? Wer kann ausschließen, dass „gelebte Erfahrung“ sie eines Tages rechtfertigen könnte?

Was jedes wahrhaft schlüssige moralische Konzept erfordert, ist genau das, was Erzbischof Paglia und seine Kollegen abzuschaffen versuchten: absolute moralische Normen.

Sie im Namen der Freiheit oder pastoraler Sensibilität aufzugeben, macht den moralischen Diskurs funktionsunfähig – so wie die Relativierung der Grundprinzipien der Logik jedes vernünftige Gespräch unmöglich machen würde.

Das Interview des Erzbischofs erinnerte mich – offen gesagt – an die Gespräche, die ich während der Synode zur Synodalität mit einigen meiner deutschen Kollegen geführt habe. Unter dem Vorwand der Lehrentwicklung waren sie bestrebt, die der klassischen Moral zugrundeliegenden Prinzipien zu relativieren oder radikal zu verändern. Wenn dies tatsächlich das Spiel ist – und war –, dann haben wir uns auf gefährliche Gewässer begeben.

Archivfoto Bischof Barron (c) Diözese Winona-Rochester


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Lesermeinungen

 Paddel vor 2 Stunden 

Paradiesische Frage

die zum Sündenfall wurde:
"Hat Gott wirklich gesagt, dass?


1
 
 gebsy vor 3 Stunden 

Vergelt's Gott!

"23. (...) So faßt der hl. Augustinus wiederum auf wunderbare Weise die paulinische Dialektik von Gesetz und Gnade zusammen: »Deswegen ist das Gesetz gegeben worden, damit man die Gnade erbitte; die Gnade wurde gegeben, damit man das Gesetz befolge«. 30 Die Liebe und das Leben nach dem Evangelium dürfen nicht zuerst in der Gestalt des Gebots gedacht werden, denn das, was sie verlangen, geht über die Kräfte des Menschen hinaus: sie sind nur möglich als Frucht einer Gabe Gottes, der durch seine Gnade das Herz des Menschen heil und gesund macht und es umgestaltet: »Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit kamen durch Jesus Christus« (Joh 1, 17). Darum ist die Verheißung des ewigen Lebens an die Gabe der Gnade gebunden, und das Geschenk des Geistes, das wir empfangen haben, ist bereits »der erste Anteil unseres Erbes« (Eph 1, 14)."
GOTTES HELFENDE LIEBE
wird da aufgezeigt; aber ohne entsprechende Erfahrung bleibt das Buch versiegelt ...

www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_06081993_veritatis-splendor.html


2
 
 Versusdeum vor 4 Stunden 
 

Der breite Weg

@Jothekieker Das Problem dabei ist, dass man Geldgeber, Vorstände oder Mitglieder einer Stiftung oder eines Vereins täuschen oder überreden kann, Gott aber nicht.
Jeder Kirchenfürst, der die Stiftung / Kirche des Herrn bewusst in etwas anderes umbaut, verwirkt sein ewiges Seelenheil - nicht mehr und nicht weniger (Hölle. Für immer. Und nein, dort ist es nicht "wenigstens warm", sondern es herrscht vor Verzweiflung "Heulen und Zähneknirschen")
Die fatale Rolle der Theologie darf dabei nicht vergessen werden. Wer ein Wort Christi aus dem NT wahlweise für unecht erklärt, weil es eine damals dort gängige Vorstellung war, ein anderes, weil es damals dort eben nicht gängig war, der will nur ausknipsen, was ihm nicht in die Agenda passt. Und alles Übernatürliche (Wunder, Auferstehung) wurde in meinem Reli-Unterricht sowieso per hysterisch-kritischer Mode ("historisch kritischer Methode") zum Märchen erklärt.


1
 
 golden vor 4 Stunden 
 

In diesen dunklen Zeiten: VERITATIS SPLENDOR lesen,

kann ich nur empfehlen.Es erfreut innerlich und stärkt argumentativ sehr !


4
 
 Jothekieker vor 4 Stunden 
 

Das weite Tor und der breite Weg

Die deutschen Bischöfe standen und stehen vor der Wahl, den mühsamen Weg durch das enge Tor der Verkündigung der katholischen Lehre zu gehen oder durch das weite Tor der Anpassung der Lehre an den Zeitgeist.
Sie haben sich offenbar für den Weg entschieden, bei dem sie sich des Beifalls der Medien und des Applauses der Berufskatholiken sicher sein können.


4
 
 girsberg74 vor 4 Stunden 
 

Große Wahrheiten sind einfach,

man muss sie nur haben wollen,
die Darlegungen von Bischof Robert Barron machen das einsichtig.

Paglia (et al) hatte wohl Paten, gar einen Chef-Paten.


4
 

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