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„Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“

vor 3 Stunden in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Rückgang „der geistlichen Berufungen in Deutschland geht mit einem anhaltenden Verlust an Gläubigen einher“, mit „einem der stärksten Rückgänge der Gläubigenzahlen in der katholischen Welt.“ Von Tomasz Zielenkiewicz/Polnische Ausgabe von Vatican News


Vatikan (kath.net/Polnische Ausgabe von Vatican News/red) Die neuesten Daten zu Priesterberufungen in Europa zeichnen ein gemischtes Bild des Katholizismus. Während Deutschland weiterhin mit einer der tiefsten Berufungskrisen seiner modernen Geschichte zu kämpfen hat, zeigt Frankreich unerwartete Anzeichen einer religiösen Erneuerung, und in Italien wächst eine neue Generation von Seminaristen heran – eine Gruppe, deren Profil mit lang gehegten Stereotypen über das Priestertum bricht.

Die Daten wurden vom Nachrichtenportal Zenit zusammengestellt. In Frankreich wurden in diesem Jahr am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus 84 Männer zu Priestern geweiht – fünf mehr als im Jahr 2025. Davon wurden 66 für Diözesen geweiht, während 18 in Ordensgemeinschaften eintraten. Gleichzeitig ist ein deutlicher Anstieg bei den Konversionen Erwachsener zu verzeichnen. Während der Osterzeit 2025 taufte die Kirche in Frankreich rund 17.700 Katechumenen – 10.300 Erwachsene und 7.400 Jugendliche –, was einem Anstieg von 45 beziehungsweise 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Interessanterweise finden viele dieser neuen Katholiken zum Glauben nicht, weil sie ihn von praktizierenden Familien übernommen haben, sondern als Ergebnis eines persönlichen Weges der Suche.


Auch Veranstaltungen wie die jährliche Wallfahrt nach Chartres gewinnen in Frankreich an Beliebtheit. In den vergangenen drei Jahren ist die Teilnehmerzahl um 45 Prozent gestiegen und erreichte rund 20.000 Pilger mit einem Durchschnittsalter von nur 22 Jahren. Es handelt sich um die größte Veranstaltung dieser Art, die vor allem traditionalistische Katholiken und junge Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringt.

Deutschland bietet ein völlig anderes Bild. Den neuesten Daten zufolge fanden im Jahr 2026 in 11 der 27 Diözesen des Landes keine Priesterweihen statt – darunter auch in der Erzdiözese München und Freising, die in einer der katholischsten Regionen des Landes liegt. Landesweit sollen in diesem Jahr nur 30 neue Priester geweiht werden. Auch wenn dies eine leichte Verbesserung gegenüber den 25 Weihen im Jahr 2025 und den 29 im Jahr 2024 darstellt, bleibt der Gesamttrend eindeutig. Der Rückgang der geistlichen Berufungen geht mit einem anhaltenden Verlust an Gläubigen einher. Allein im vergangenen Jahr traten mehr als 549.000 Katholiken offiziell aus der Kirche in Deutschland aus; dies markiert einen der stärksten Rückgänge der Gläubigenzahlen in der katholischen Welt.

In Italien hingegen sank die Zahl der Priesteramtskandidaten von 6.337 im Jahr 1970 auf nur noch 1.804 zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts. Wer sich heute für das Priesteramt entscheidet, verfügt jedoch oft über eine höhere Bildung und mehr Lebenserfahrung als frühere Generationen. Fast die Hälfte von ihnen war bereits beruflich tätig, bevor sie ins Priesterseminar eintraten, und etwa jeder Zweite besitzt einen Hochschulabschluss, häufig in den Natur- oder Ingenieurwissenschaften.

Außerhalb Europas zeigt sich ein anderer weltweiter Trend. In Missionsgebieten – insbesondere in Afrika und Teilen Asiens – ist weiterhin ein deutlicher Anstieg der Zahl geistlicher Berufungen zu verzeichnen. Im Studienjahr 2024/2025 wurden mehr als 88.000 Seminaristen in katholischen Missionsseminaren aufgenommen; dies entspricht einem Zuwachs von mehr als 5.000 Kandidaten gegenüber dem Vorjahr. Zudem wurden in diesem Zeitraum 23 neue Priesterseminare eröffnet. Afrika und Asien: Zunahme der Priesterberufungen

Dem Nachrichtenportal Zenit zufolge deuten diese Trends darauf hin, dass die Zukunft der Priesterberufungen weniger von der geografischen Lage als vielmehr von der Vitalität der örtlichen Glaubensgemeinschaften abhängen könnte. Ein bloßer Rückgang der Zahlen spiegelt nicht das gesamte Bild wider. Frankreich zeigt, dass Bekehrungen und Priesterberufungen auch in stark säkularisierten Gesellschaften entstehen können. Italien belegt, dass reife, beruflich erfolgreiche Erwachsene weiterhin eine Berufung zum Priestertum entdecken. Deutschland wiederum veranschaulicht die tiefgreifenden Herausforderungen bei der Weitergabe des Glaubens an nachfolgende Generationen.

 


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Lesermeinungen

 SarahK vor 25 Minuten 
 

@SalvatoreMio, das ist so

Jedesmal wenn ich in die Rue du Bac komme sitzen da in der Kapelle Notre-Dame de la Médaille Miraculeuse Menschen in der Woche zum Beichten an (kaum Pilger oder Touristen sondern Menschen die so aussehen als würden sie gerade von der Arbeit oder generell aus dem Alltag kommen) in Lyon vor ein paar Jahren sind weil es meiner Tochter nicht gut ging in die Sonntagsabendmesse (Missa Tridentina) well wir dachten es wäre leer, komplett voll, altersdurchschnitt war so ca 30. wenn ich mit Franzosen spreche die zwar gläubig sind aber nicht gehen kommen nicht 1000 Ausreden oder was die Kirche ändern soll, sondern „ich bin zu faul“. Viele Predigten die ich gehört habe waren „guckt, dass ihr durch die enge Tür kommt“. Natürlich gibt es auch in FR liberale Gemeinden, aber witzigerweise sind die genau wie in Deutschland leer und 60+ und machen Sachen die die in ihrem Alter toll finden, genau wie in D. Ich gucke immer ob Anbetung und Beichte angeboten wird. Wyn: Kosovo und Albanien haben Zuwachs


0
 
 Hängematte vor 34 Minuten 
 

Solange der "Synodale Weg" und der Geist des ZdK an den Lehrstühlen und bei den Laientheologen

in den bischöflichen Ordinariaten in Deutschland dominiert, wird es kein Aufblühen der Priesterberufe geben. Wir können beobachten, dass die Priesterkandidtaten nach Österreich "flüchten".
Allein in der Erzdiözese Salzburg wurden zwei Deutsche für Salzburg zu Priestern geweiht. Und wieviele Deutsche studieren mit dem Ziel Priester in Heiligenkreuz im Wienerwald?


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 SalvatoreMio vor 48 Minuten 
 

"Die Wege des Herrn sind unergründlich" - selbst im Internet

Ich wollte gucken, ob die einzigartige französische Ballett-Tänzerin Mireille Nègre, die mitten in ihrer Karriere in den Karmel eintrat, wohl noch lebt. Dabei landete ich ungewollt auf der Webseite der Diozese Paris und merkte: da ist katholisches Leben präsent. Bischöfe und Gläubige ziehen an einem Strang und wehren sich z. B. gegen neuheidnische, staatliche Gesetze, wie "Recht auf Selbstbestimmung bzgl. des Todes" usw. Sie bereiten den Besuch des Papstes vor, und man merkt: da muss Freude an und in der Kirche vorhanden sein. Die Kirche lebt, auch wenn wir hier wenig davon merken. Umso wichtiger, dass jeder einzelne von uns dem Herrn und seiner Gemeinschaft mit uns sichtbar treu bleibt.


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 Wynfried vor 2 Stunden 

Eine sehr interessante Analyse

Ist ein ähnlicher Trend wie in Frankreich auch in anderen europäischen Ländern zu verzeichnen, etwa in den Benelux-Staaten? Und wie sieht es mit klassisch katholisch geprägten Ländern wie Polen oder Spanien aus?


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