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König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?

13. Juli 2026 in Chronik, 7 Lesermeinungen
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Der Titel geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Charles hat in Interview vor seiner Krönung betont, dass er den Titel nicht nur auf den anglikanischen Glauben beziehen, sondern weiter auslegen will.


London (kath.net/jg)
Im jährlichen Rechenschaftsbericht der britischen Krone für das Jahr 2025/26 wird König Charles III. nicht mehr als „Verteidiger des Glaubens“ (engl. „Defender of the Faith“), sondern als „Beschützer des Raums für den Glauben in einer multireligiösen Nation“ bezeichnet. Bis dahin war der König in allen offiziellen Verlautbarungen stets „Verteidiger des Glaubens“ genannt worden, berichten britische Medien.

Der Titel „Verteidiger des Glaubens“ wurde dem englischen König Heinrich VIII. von Papst Leo X. im Jahr 1521 verliehen, nachdem er die katholische Glaubenslehre gegen Martin Luther verteidigt hatte. An der Schrift über die sieben Sakramente hatte der hl. Thomas Morus mitgearbeitet.


Nach dem Bruch mit Rom verlieh das Parlament Heinrich VIII. im Jahr 1546 erneut den Titel, diesmal als Verteidiger des Glaubens der Kirche von England. Die Könige von England behielten den Titel bei. Die Bezeichnung „Verteidiger des Glaubens“ wurde Bestandteil des Krönungseids, den auch König Charles 2023 abgelegt hat. Der britische König hat aber in Interviews vor seiner Krönung betont, dass er den Titel nicht nur auf den anglikanischen Glauben beziehen, sondern weiter auslegen will.

Kritik an der neuen Bezeichnung kommt von Gavin Ashenden, einem ehemaligen anglikanischen Geistlichen, der von 2008 bis 2017 Kaplan der britischen Königin Elisabeth II war. 2019 trat Ashenden in die katholische Kirche ein.

Er sieht in der Bezeichnung „Beschützer des Raums für den Glauben in einer multireligiösen Nation“ einen Verrat am Krönungseid und am christlichen Glauben, den der König zu verteidigen geschworen hat. Selbst wenn es die Aufgabe des „Beschützers des Raums für den Glauben“ gäbe, würde Charles darin versagen. Als Beispiele führt Ashenden das Vorgehen der britischen Behörden gegen Christen an, die vor Kliniken still gegen Abtreibung protestieren oder öffentlich den Islam kritisieren. 

Eine andere Frage sei, ob der Titel durch eine Eintragung in einem Rechenschaftsbericht tatsächlich wirksam geändert werden könne. Charles habe den Titel „Verteidiger des Glaubens“ nie offiziell zurückgelegt, merkt Ashenden an.

Ciarán Kelly vom Christian Institute kommentierte den neuen Titel des Königs mit dem Hinweis darauf, dass das Christentum die Grundlage der Gesetze und der Kultur Großbritanniens sein und kein „multireligiöser Mischmasch“. 

 

(C) Bild: Pixabay

 


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Lesermeinungen

 Richelius 13. Juli 2026 
 

Ich möchte darauf hinweisen, dass Königin Maria die Katholische, den Titel ebenfalls abgelegt hat.


0
 
 golden 13. Juli 2026 
 

Ist der Inhaber eines geistlichen Amtes gläubig ?

Diese Frage stellt sich heutzutage stets.Hw. Prof em. G.May hat in seinen Predigten viel Wegweisendes dazu ausgeführt.


0
 
 czmy 13. Juli 2026 
 

Irrweg einer Staatsreligion

Jetzt rächt sich der Fehler von Heinrich VIII, der aus der Katholischen Kirche ausgeschert ist und mit der Anglikanischen Kirche eine Staatsreligion unter formalen Führung des jeweiligen Königs/Königin eingeführt hat. Das kann ein Monarch nicht durchhalten, wenn die Christen im stärker eine Minderheit im Land werden. Die Anglikaner sollten daher lieber in die Katholische Kirche zurückkehren.


3
 
 Schillerlocke 13. Juli 2026 
 

Letztlich sind die Umstände,

die zu diesem Titel nach dem Bruch Heinrichs VIII. mit Rom geführt haben, bereits der Skandal. Es handelt sich ja um einen absichtlichen Affront der Anglikanischen Kirche gegen die Katholische Kirche. Ich kann deshalb gut verstehen, dass der Titel Charles III. Magengrimmen bereitet. Die jetzige Definition oder Umformulierung des Titels ist wiederum ein kurioses Zeitgeist-Phänomen. Kaum vorstellbar, dass der neue Titel, der ein wenig sich ausnimmt, als habe ihn jemand in der Nachfolge Loriots formuliert, Jahrhunderte überdauern wird.


3
 
 Bernhardiner 13. Juli 2026 
 

Die Religion des Friedens ...

... muss der Charly natürlich jetzt auch verteidigen, das ist doch nur konsequent.


0
 
 Stephaninus 13. Juli 2026 
 

@Jothekieker

Also wenn Grossbritannien wirklich eine islamische REPUBLIK wird, dann hat der König ohnehin ausgedient. ;-)

Aber im Ernst: bei aller Sympathie für König Charles. Ich finde diese Sache schlichtweg grauenhaft. Vermutlich ist sie auch ein Verstoss gegen das Versprechen an der Krönung, wie Ashenden richtigerweise feststellt.


4
 
 Jothekieker 13. Juli 2026 
 

Was will er machen?

Großbritannien hat gute Chancen, die erste islamische Republik in Europa zu werden. Wenn er dann noch Staatsoberhaupt bleiben will, muß er halt schon mal ein paar vorauseilende Unterwerfungsgesten ausstreuen.


2
 

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