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Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“

24. Februar 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Varden bei Vatikan-Fastenexerzitien: „Er war ein wahrhaft demütiger Mann, ganz Gott hingegeben, fähig zu zärtlicher Güte, ein treuer Freund – ja, sogar imstande, sich mit ehemaligen Feinden anzufreunden – ein überzeugender Zeuge von Gottes Liebe.“


Vatikan (kath.net/pl) „Bernhard der Idealist“, darüber sprach Bischof Erik Varden OCSO im Vatikan bei den Fastenexerzitien von Papst Leo XIV. und der Kurie am Montagmorgen. Varden leitet die diesjährigen Fastenexerzitien auf persönliche Einladung von Papst Leo. Der Prälat von Trondheim und Apostolischer Administrator von Tromsø ist auch der aktuelle Präsident der Skandinavischen Bischofskonferenz. Der Trappistenmönch, ein Konvertit aus dem lutherisch geprägten Christentum, ist ein gesuchter geistlicher Lehrer und Autor vieler spiritueller Bücher. Bischof Varden veröffentlichte einen Ausschnitt aus seinen Gedanken auf seinem Blog.

kath.net dokumentiert diesen Ausschnitt vom 23. Februar 2026 in eigener Arbeitsübersetzung:

Was für ein Mensch war der heilige Bernhard? Woher kam er? Er überragt die Zisterzienserbewegung des 12. Jahrhunderts: So groß waren sein Charisma und sein Fleiß.

Viele, darunter auch einige, die es besser wissen sollten, nehmen an, er habe den Orden gegründet. Das stimmt natürlich nicht; dennoch sorgte er für Aufsehen, als er 1113 im Alter von 23 Jahren mit dreißig Gefährten auftauchte.


Das Kloster, dem er beitrat, Cîteaux, war ein Projekt, das ebenso sehr von Innovation wie von Reform geprägt war. Die Gründer, die es 1098 errichteten, nannten ihr Kloster „novum monasterium“. Sie wagten etwas Neues, anstatt sich primär gegen etwas zu wenden, was gut so war, denn reaktionäre Projekte scheitern früher oder später.

Vordergründig war das Zisterzienserprojekt konservativ. Doch seine Protagonisten führten Neuerungen ein. Dieser Dialog war fruchtbar.

Bernards Vertrauen in sein eigenes Urteilsvermögen konnte ihn in der Einhaltung konventioneller Verfahren, die er ansonsten zu verteidigen vorgab, flexibel machen. Seine Sicht auf die Bedürfnisse der Kirche trieb ihn mitunter dazu, starre Positionen einzunehmen, die mit heftiger Parteilichkeit einhergingen.

Doch er war kein Heuchler.

Er war ein wahrhaft demütiger Mann, ganz Gott hingegeben, fähig zu zärtlicher Güte, ein treuer Freund – ja, sogar imstande, sich mit ehemaligen Feinden anzufreunden – und ein überzeugender Zeuge von Gottes Liebe. Er war und ist faszinierend.

Dom James Fox, der unternehmerische Abt von Gethsemani von 1948 bis 1967, schrieb einmal verärgert über seinen Mitbruder Thomas Merton: „Sein Geist ist so elektrisierend!“ Merton brachte Fox mit seinen Ideen, Intuitionen und seiner Hartnäckigkeit zur Verzweiflung. Doch Fox wusste, dass er aufrichtig war. Er respektierte ihn, genoss seine Gesellschaft (sofern sie nicht gerade in einen heftigen Streit verwickelt waren) und ging während des größten Teils von Mertons Amtszeit als Abt zur Beichte.

Es wäre töricht, Thomas Merton mit Bernhard von Clairvaux zu vergleichen, doch es gibt eine gewisse Ähnlichkeit im Temperament. Obwohl Bernhard nie etwas von Elektrizität wusste, besaß er ein sprunghaftes Wesen, das enorme Spannungen in sich trug und ausgleichen musste.

Bernards Lehre von der Bekehrung entspringt einer unvergleichlichen biblischen Kultur und tiefgründigen theologischen Überlegungen. Sie ist aber auch – und mit der Zeit immer mehr – aus seinem persönlichen Kampf entstanden, als er lernte, seinen Weg nicht als selbstverständlich anzusehen. Erfahrung, Verletzungen und Provokationen lehrten ihn, seine Selbstgerechtigkeit zu hinterfragen und Gottes barmherzige Gerechtigkeit zu bestaunen.

Bernard ist ein guter, weiser Begleiter für jeden, der sich in der Fastenzeit von Selbstsucht und Stolz abwendet und nach Authentizität strebt, mit dem Blick auf die alles erleuchtende Liebe Gottes gerichtet.

Vergl. dazu auch den kath.net-Artikel: Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
Weitere kath.net-Artikel über Bischof Varden: siehe Link.


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