Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  4. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  5. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  6. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  7. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  8. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  9. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  10. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  11. "Ohne ihr heldenhaftes Handeln hätte es deutlich schlimmer kommen können"
  12. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"
  13. Australien wirf Iran Steuerung von antisemitischen Terroranschlägen vor
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge

Frei wie ein Taxi?

13. Juli 2020 in Schweiz, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es gibt christliche Köche, aber keine christliche Kochkunst. Was ist das Besondere christlicher Moral? - Von Dominik Lusser, Stiftung Zukunft CH


Schweiz (kath.net)

In einem neuen Videointerview der Medienakademie für katholische Apologetik MAKA vom 6. Juni 2020 äussert sich der französische Philosoph Prof. Dr. Dr. Rémi Brague – wie gewohnt mit begrifflicher Schärfe und viel Humor – über die besonderen Aspekte christlicher Moral.

Brague vertritt die These, dass es – wenn man die Kulturen durch alle Epochen der Geschichte betrachtet – inhaltlich nur eine Moral gibt. Nietzsche hat dies bestritten. Brague aber weist darauf hin, dass etwa Ehebruch, Diebstahl und Mord in allen Kulturen ein Verstoss gegen die Moral darstellen. Worin sich die verschiedenen Moralvorstellungen allerdings unterschieden, sei die Interpretation des Verstosses: „Für den Christen ist ein Verstoss gegen die Moral ein Mangel an Liebe. Für den Buddhisten oder Hindu ist er etwas, was mein Karma, also das Gewicht meiner Handlungen, schwerer werden lässt. Für den Juden oder den Moslem ist der Verstoss die Verletzung eines Gesetzes. Für eine aristokratische Moral handelt es sich um etwas, was nicht gentleman-like ist, um einen Verstoss gegen den Verhaltenscodex der Oberschicht.“


Trotz dieser inhaltlichen Übereinkunft bringt Brague zufolge das Christentum eine „Vertiefung“ und eine „Erweiterung“ der Moral: Die Vertiefung hin zum moralischen Denken und Empfinden, die über das reine Handeln hinausgeht. Die Erweiterung der Solidarität und Barmherzigkeit über die eigene soziale Gruppe hinaus. Schliesslich unterscheidet sich das christliche Moralverständnis durch ein höheres Mass an Freiheit. Im Christentum gibt es weder Speise- noch Kleidergesetze, sondern eine grosse Rolle für die Vernunft des Menschen. Die anderen Religionen hingegen hätten dem, was C. S. Lewis das Tao der Moral oder das Naturrecht genannt habe, weitere Gebote hinzugefügt. Während es eine jüdische Küche gebe und der Jude nicht einfach alles essen dürfte, überlasse es Gott im Christentum dem Verstand und der Freiheit des Menschen, zu essen, was am bekömmlichsten sei. So gebe es zwar christliche Köche, aber keine christliche Kochkunst, sowie es auch keine Art und Weise gebe, sich christlich zu kleiden.

Diese Freiheit zum Vernunftgebrauch ist laut Brague der Sinn dessen, was Paulus im Galaterbrief meint, wenn er schreibt: „Christus hat uns zur Freiheit befreit.“ Dies steht im Gegensatz zu einem gewissen Freiheitsverständnis der Gegenwart, das sich darauf beschränkt, sich von den Leidenschaften bestimmen zu lassen. Die Freiheit des Menschen wäre demnach die „Freiheit des Taxis“, wie Brague in einem „ironischen, aber treffenden Gleichnis“ dafür erläutert, was Freiheit für manche unserer Zeitgenossen bedeutet: Das Taxi ist dann frei, wenn das Auto leer ist und der Fahrer nicht weiss, wohin er fahren soll, bis es sich nach der Willkür eines neuen Kunden richtet, sofern dieser im Stande ist, ihn zu bezahlen.

Sehen Sie das ganze Interview im Video hier.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 girsberg74 14. Juli 2020 
 

Mit hohem Interesse gelesen - und etwas hinzu gewonnen:

„die Interpretation des Verstosses“


0
 
 Winrod 13. Juli 2020 
 

Wenn "Ehebruch, Mord und Diebstahl"

nach Auskunft von Remi Brague einen "Verstoß gegen die Moral" darstellen, sind wir dann noch eine Kultur? Ehebruch ist fast zur Normalität geworden, Abtreibung und aktive Sterbehilfe scheinen auch normaler zu werden. Sind wir also nicht gerade eifrig dabei, den Kulturstatus zu verlieren?


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christentum

  1. Christliche Literatur als Schlüssel zu einer verborgenen Welt
  2. Burkina Faso: Christen und Muslime stehen nach Massaker zusammen
  3. Pakistan: Imam ergreift Partei für Christen unter Blasphemie-Verdacht
  4. Viel Schatten und einige Lichtblicke: „Kirche in Not“ Bilanz für 2020
  5. „Geburt des Sohnes Gottes begründet Einzigartigkeit des Christentums“

Humor

  1. "Überall klebte jemand fest. Ich hab‘ nie verstanden, warum man sie immer wieder losmacht"
  2. Edle Getränke mit guten Witzen in reizvoller Landschaft
  3. Mephisto und der Exeget
  4. Weihrauchbier und eine fehlende Kirchturmhaube
  5. Hirschhausen: Glaube und Humor gehören zusammen

Ethik

  1. ‘Sarebbe la jungla…’
  2. Das wäre der Dschungel...
  3. Digitalisierung und autonomes Fahren - Kein Raum ohne Ethik
  4. Kardinal Turkson: Abtreibung wichtiger als Klimaschutz
  5. Fortpflanzungsmedizingesetz: Huainigg bekräftigt Einwände






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  8. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  9. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  10. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  11. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  12. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln
  13. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  14. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  15. Ökumenische Begegnungen zwischen Rom und Konstantinopel

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz