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Einigung: Osterfeiern in Grabeskirche mit Jerusalemer Kirchenführern

vor 3 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Lateinisches Patriarchat von Jerusalem und Franziskaner im Heiligen Land bestätigen nach Eklat vom Palmsonntag nun eine Einigung mit der israelischen Polizei und danken Israels Präsident Herzog


Jerusalem (kath.net/KAP) Kirchenvertreter dürfen zu den Kar- und Osterfeiern die Jerusalemer Grabeskirche betreten. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem und die Franziskaner im Heiligen Land bestätigten am Montag eine Einigung mit der israelischen Polizei. Man habe nun eine klare Regelung für die Feiern der Karwoche und Ostern in dem Gotteshaus getroffen.

Die kriegsbedingt bestehenden Beschränkungen für öffentliche Versammlungen blieben vorerst bestehen, teilten der Jerusalemer Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Francesco Ielpo, Kustos der Franziskaner in Jerusalem und damit im Auftrag des Papstes auch "Hüter" der christlichen Stätten im Heiligen Land, mit. Allerdings werde der Zugang für Vertreter der Kirchen gesichert, um die Liturgien zu feiern und die alten Ostertraditionen in der Grabeskirche zu bewahren. Die Kirchen würden gleichzeitig dafür sorgen, dass die Liturgien und Gebete live in alle Welt übertragen werden.

Dank an Israels Präsident

Die beiden ranghöchsten katholischen Kirchenvertreter im Heiligen Land dankten ausdrücklich dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog für sein rasches Eingreifen, nachdem israelische Polizisten tags zuvor Pizzaballa und Ielpo am Betreten der Grabeskirche zur Feier des Palmsonntags-Gottesdienstes gehindert hatten. Der Vorfall hatte weltweit für Kritik gesorgt. Auch Präsident Herzog selbst begrüßte am Montag die Einigung. Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht auf Montag mitgeteilt, dass er den zuständigen Behörden Anweisung erteilt habe, Kardinal Pizzaballa unverzüglich vollen Zugang zur Grabeskirche zu ermöglichen.


"Gerade in Zeiten von Not und Konflikt, wie wir sie derzeit erleben, bleibt die Wahrung der Religionsfreiheit eine grundlegende und gemeinsame Pflicht", erklärten Kardinal Pizzaballa und Franziskaner-Kustos Ielpo nach den Gesprächen mit der Polizei am Montag. Sie äußerten der Hoffnung, dass es gelingen werde, weitere Einigungen zu treffen, die an den Heiligen Stätten aller Religionen Gebete und Feiern in einer Weise ermögliche, "die sowohl legitime Sicherheitsbedürfnisse als auch die religiösen Bräuche und Gebete respektiert, die für Hunderte Millionen von Gläubigen von tiefer Bedeutung sind".

Die christliche Grabeskirche ist wie der Haram al-Scharif (Tempelberg) und die Klagemauer seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar auf Anordnung der israelischen Behörden für die allgemeine Öffentlichkeit der Gläubigen geschlossen. Vergangene Woche hatte die Franziskaner-Kustodie bestätigt, dass auch die Feiern der Kar- und Ostertage in der Grabeskirche im kleinen Kreis gefeiert werden müssen und es keine öffentlichen Gottesdienste für Gläubige gibt. Die Liturgien würden von den in der Kirche lebenden Ordensleuten gefeiert.

"Missverständnisse"

Nach der Zurückweisung von Pizzaballa und Ielpo am Palmsonntag kritisierten das Lateinische Patriarchat und die Franziskaner-Kustodie am Sonntag das Vorgehen der israelischen Polizei scharf. Pizzaballa und Ielpo seien auf dem Weg zur Grabeskirche zur Umkehr gezwungen worden, "obwohl sie sich privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession oder eines zeremoniellen Aktes bewegten", wurde in der Erklärung betont. Patriarch und Kustos sprachen von einem "schwerwiegenden Präzedenzfall", der die Gefühle von Milliarden Menschen verletze, die in der Kar- und Osterwoche ihren Blick auf Jerusalem richteten.

In einer weiteren Erklärung sprach Pizzaballa mittlerweile gegenüber dem italienischen katholischen Fernsehsender TV2000 von "Missverständnissen" und bedauert das Geschehen vom Palmsonntag. Er betonte, dass es keine gewaltsamen Auseinandersetzungen gegeben habe. "Alles lief sehr zivilisiert ab", so der aus Italien stammende Kardinal. Nachdem Pizzaballa am Betreten der Grabeskirche gehindert worden war, hatte unter anderem die italienische Regierung scharf protestiert.

Wie wenn der Papst nicht in den Lateran darf

Jonathan Peled, Botschafter Israels in Italien, verteidigte unterdessen gegenüber der Tageszeitung "Corriere della Sera" (Montag) die Sperrung der Grabeskirche. Kardinal Pizzaballa sei aus Sicht Israels keine gefährliche, sondern eine gefährdete Person. "Wenn er von einer Rakete getroffen worden wäre, hätte man uns zur Verantwortung gezogen und gefragt, warum wir ihn nicht ausreichend geschützt haben", so der Diplomat. Peled kündigte an, dass auch Israels Botschaft beim Heiligen Stuhl in Gesprächen mit vatikanischen Stellen die Umstände erklären werde.

Beim nur wenige Hundert Meter von der Grabeskirche entfernt liegenden Sitz des Lateinischen Patriarchats sei die Gefahr für Pizzaballa dieselbe, sagte der Dominikaner Olivier Poquillon, Direktor der renommierten "Ecole biblique" in Jerusalem der Zeitung "La Repubblica" (Montag) zu den von Israel vorgebrachten Sicherheitsbedenken. Es sei "beispiellos", den örtlichen Bischof von Jerusalem daran zu hindern, seine Kathedrale zu betreten und einen Ritus zu feiern, der im Status quo vorgesehen ist und zu den wichtigsten Riten des liturgischen Kalenders gehört, erklärte der frühere Generalsekretär der katholischen EU-Bischofskommission COMECE: "Es ist, als würde man den Papst aus Sicherheitsgründen daran hindern, die Lateranbasilika zu betreten. Deshalb empfanden die Menschen dies als skandalös."

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Archivfoto: Heiliges Feuer in der Grabeskirche


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