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Jerusalems christliche Schulen in Existenz bedroht

30. März 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Palästinensischen Lehrkräften aus dem Westjordanland droht im kommenden Schuljahr die Aberkennung ihrer Arbeitserlaubnis - Zwangsräumungen in Ostjerusalem


Jerusalem (kath.net/KAP) Die kirchlichen Schulen in Jerusalem haben dieser Tage Post vom israelischen Bildungsministerium bekommen, in der die Behörde ankündigt, Lehrern aus dem Westjordanland ab dem Schuljahr 2026/27 keine Arbeitserlaubnis mehr zu erteilen. Das würde zum einen die berufliche Existenz dieser (meist christlichen) Lehrkräfte zerstören, zum anderen könnten auch die betroffenen Schulen den Unterricht kaum noch aufrecht erhalten, da ihnen wichtiges Lehrpersonal fehlt, das nicht ersetzt werden kann; zumindest nicht in absehbarer Zeit. Die in Medien kolportierten Zahlen der von der Ankündigung betroffenen palästinensischen Lehrkräfte schwanken zwischen 160 und 230.

Das Damoklesschwert der verweigerten Arbeitserlaubnisse hängt schon länger über den christlichen Schulen Jerusalems. Erst im Jänner war es in den rund 15 Schulen zu einem mehrtägigen Streik gekommen, weil zu Jahresbeginn die Arbeitsgenehmigungen für rund 170 Lehrkräfte, die im Westjordanland leben, aber in Jerusalem unterrichten, nicht verlängert bzw. annulliert wurden. Nach einigen Tagen erhielten die Schulen aber die Zusage, dass die Genehmigungen erneut erteilt werden. Auch im Sommer 2025 gab es bereits ähnliche Probleme mit Arbeitserlaubnissen. Kirchliche Vertreter hoffen, dass auch in der aktuellen Causa das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.


Hinter dem Streit um die Arbeitserlaubnisse verbirgt sich ein tiefergehender Konflikt um das palästinensische Bildungssystem in Jerusalem. Es gibt politische Bestrebungen in Israel, Lehrkräften, die in palästinensischen Gebieten studiert haben, die Anstellung generell zu untersagen. So sollen diese Abschlüsse nicht den nötigen israelischen Standards genügen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde schon im Juli 2025 vom Bildungsausschuss des Parlaments (Knesset) verabschiedet.

Zwangsräumungen in Ostjerusalem

Unterdessen haben die israelischen Behörden auch an anderer Stelle ihren Druck auf die palästinensische Bevölkerung in Jerusalem erhöht. Rund 60 palästinensische Bewohner mussten am Mittwoch ihre Häuser im Ostjerusalemer Stadtteil Silwan verlassen. "Dies ist eine der größten Räumungen, die in den letzten Jahren in Ostjerusalem stattgefunden haben", sagte Aviv Tatarsky von der Jerusalemer Nichtregierungsorganisation Ir Amim (Stadt der Völker), die sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern einsetzt, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Als Vorwand für die Zwangsräumungen wird angeführt, dass die Häuser der palästinensischen Familien auf Land stehen, das einer jüdischen Stiftung gehörte", so Tatarsky weiter. Diese habe sich dort Ende des 19. Jahrhunderts niedergelassen. Nach der Zwangsräumung seien die Gebäude an die radikale Siedlerorganisation Ateret Cohanim übergeben worden. Aus Sicht Tatarskys ist ganz Silwan durch Enteignungen, Zwangsräumungen und Siedlergewalt gefährdet. Dies bedrohe Stabilität und Sicherheit der gesamten Gesellschaft und müsse gestoppt werden.

Kritik übte auch die israelische Menschenrechtsgruppe B'Tselem und sprach von ethnischer Säuberung, einer Judaisierung eines der politisch und religiös sensibelsten Stadtteile sowie dem Beginn einer massiven Vertreibungswelle. Insgesamt seien geschätzte 2.200 Palästinenser in Silwan von unmittelbar umsetzbarer Vertreibung bedroht, so B'Tselem.

Batan al-Hawa, jener Teil von Silwan, in dem die vertriebenen Familien bisher lebten, wurde auf dem Gebiet des früheren sogenannten jemenitischen Dorfes gebaut. Dort lebten vom 19. Jahrhundert bis zur arabischen Revolte im Jahr 1938 Juden. Als Besitzer des Landes eingetragen ist der jüdische Benvenisti Trust, der seit rund 20 Jahren durch die Siedlerorganisation Ateret Cohanim kontrolliert wird. In Teilen des Viertels mussten palästinensische Bewohner bereits ihre Häuser verlassen.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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