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„Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“

vor 3 Stunden in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Der niederländische Weihbischof Roberts Mutsaerts warnt die katholische Kirche in Deutschland vor einem ähnlichen Zusammenbruch wie in den Niederlanden, sollte sie den heterodoxen Synodalen Weg weiterverfolgen.


’s-Hertogenbosch (kath.net/pl) Die katholische Kirche in den Niederlanden ist nach den heterodoxen Reformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil praktisch kollabiert. Von einst fast vollständiger Kirchgangsrate von 96 Prozent in manchen Regionen besuchen heute nur noch etwa zwei Prozent der Katholiken die Sonntagsmesse. Der niederländische Weihbischof Robert Mutsaerts warnt nun eindringlich: Deutschland steuert mit seinem „Synodalen Weg“ auf denselben Abgrund zu.

In einem exklusiven Interview mit LifeSiteNews zieht Mutsaerts, Weihbischof der Diözese ’s-Hertogenbosch, eine schonungslose Bilanz der niederländischen Kirchengeschichte. Der Bischof, der selbst in Tilburg in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren aufwuchs, erinnert sich noch genau: „In unserer Diözese waren 97 Prozent der Einwohner Katholiken, und von denen gingen 96 Prozent jeden Sonntag zur Messe.“ Die Niederlande galten damals als „das bravste Kind in der Klasse“.  

Doch nach dem Konzil schlug das Pendel ins Gegenteil um. „Wir wurden zum rebellischsten Kind, das die ganze Universalkirche reformieren wollte“, sagt Mutsaerts. Die 68er-Ideale – sexuelle Befreiung, Weg mit Regeln, Weg mit Autorität – hielten Einzug auch in die Kirche. Die niederländischen Bischöfe unter Kardinal Jan Alfrink veröffentlichten 1966 den berüchtigten „Niederländischen Katechismus“, der in zentralen Punkten wie Erbsünde, Gottheit Christi, Wesen der Kirche und Erlösung bewusst mehrdeutig formulierte. Obwohl der Vatikan Korrekturen forderte, zirkulierte die Originalversion weiter in vielen Sprachen.


Alfrink und seine Mitbrüder ließen sich ausschließlich von progressiven Theologen beraten – allen voran dem belgischen Priester Edward Schillebeeckx, der als persönlicher Berater Alfrinks galt. 1968 bis 1970 tagte der „Pastorale Rat der niederländischen Kirchenprovinz“ in Noordwijkerhout und versuchte, diese Ideen offiziell zu verankern: Abschaffung des Pflichtzölibats, radikale Liturgiereformen und eine weitgehende Anpassung an den Zeitgeist.

„Es ist genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben“, betont Mutsaerts. „Dieselben Themen, dieselben Ansichten.“ Die Liturgie wurde „katastrophal“: Überall entstanden willkürliche „Innovationen“, Kommunionbänke wurden entfernt, der Priester wandte sich dem Volk zu statt ad orientem. Die Beichtzahlen brachen von 90 Prozent auf unter zehn Prozent innerhalb von ein bis zwei Jahren ein. „Wir wollten der Gesellschaft so sehr gefallen, dass wir unsere Identität verloren haben“, fasst der Bischof zusammen. „Es gab keinen Unterschied mehr zwischen katholischer und gesellschaftlicher Meinung.“

Der Schaden war irreversibel. Kardinal Alfrink wurde schließlich von Papst Paul VI. nach Rom zitiert und zum Rücktritt gedrängt – doch das Unheil war bereits angerichtet. Erst unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. setzte der Vatikan orthodoxe Bischöfe ein. Heute gilt die niederländische Bischofskonferenz als eine der konservativsten in Europa, angeführt von Kardinal Willem Eijk und eben Bischof Mutsaerts, die beide die traditionelle Lehre zu Ehe und Sexualität entschieden verteidigen.

Mutsaerts sieht dennoch erste Hoffnungszeichen: „Ich hoffe, wir waren die Ersten, die diesen katastrophalen Weg eingeschlagen haben – und vielleicht auch die Ersten, die den Boden erreicht haben, von dem aus es wieder aufwärts gehen kann.“ Tatsächlich beobachtet er eine leise, aber spürbare Wende bei jungen Menschen. „Überall in unseren Kirchen tauchen sie auf – sehr junge Leute, viele noch Schüler, und erstaunlicherweise die große Mehrheit Jungen und junge Männer. Die Zahlen sind klein, aber es passiert etwas. Vor ein paar Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten.“

Trotz dieser leichten Erholung warnt der Bischof die deutschen Oberhirten eindringlich. Die deutsche Kirche verliert Jahr für Jahr Hunderttausende Mitglieder – allein 2025 waren es über 500.000, bei nur 25 Priesterweihen im ganzen Land. „Warum macht ihr weiter damit? Für uns ist es wirklich schwer zu verstehen, dass ihr diesen liberalen Weg geht. Er führt nie zum Guten.“

Mutsaerts kritisiert auch die Verwirrung und Spaltung, die er besonders unter dem Pontifikat von Papst Franziskus sieht. „Früher hat man solche Aussagen von deutschen Bischöfen nie gehört. Dann kam Franziskus, und plötzlich war alles anders.“ Auf die Frage, ob der Vatikan Bischöfe, die häretische Positionen vertreten, zum Rücktritt auffordern sollte, antwortet er klar: „Entweder man ist katholisch oder nicht. Man gibt ein gutes Beispiel oder nicht. Man ist klar oder nicht. Wenn nicht – bitte zurücktreten.“

Der niederländische Bischof schließt mit einem Appell an die deutsche Kirche: „Wir haben den Preis bezahlt. Lernt aus unserem Schicksal. Sonst wird es euch genauso ergehen wie uns.“
Weitere kath.net-Artikel über Bischof Mutsaerts: siehe Link.
Archivfoto Bischof Mutsaerts (c) Bistum ‘s-Hertogenbosch


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Lesermeinungen

 Sarah-Maria vor 45 Minuten 
 

SalvatoreMio

Material für Religionsunterricht selber machen. Klingt interessant. War es keine Schule mit festen Lehrplänen? Ich glaube nicht dass an unseren Schulen die Religionslehrer ihre eigenen Materialien nutzen dürfen.


0
 
 SalvatoreMio vor 1 Stunden 
 

"Lernt aus unserem Schicksal"

Das, was der Weihbischof hier berichtet, habe ich hautnah erlebt, denn ich arbeitete seelsorglich in der Kirche und hatte mit Kaplänen zu tun. - Das II. Vatikanum fiel mit der "sozialen Revolution" zusammen, die viele junge Leute veränderte. Das fiel mir an unserem ersten Kaplan nach dem Konzil auf. Es war damals, als wären junge Gymnasiasten und Studenten mit einem "anderen Futter" gespeist worden. In Freiburg wurden neue Religionsbücher herausgegeben, durch die Kinder regelrecht eingeladen wurden, zuhause rebellisch zu sein und den Eltern nicht mehr zu gehorchen. Von da ab machte ich alle Arbeitsblätter für den Religionsunterricht selbst; aber Fotokopier-Geräte usw. gab es noch nicht, und die Druckmaschinen waren oft ein "Elend".- Es ging damals nicht allein um Religion und Hl. Messe, sondern um das ganze soziale Miteinander. Und in jenen Jahren wurden unsere heutigen Bischöfe geboren ...


1
 
 Rolando vor 2 Stunden 
 

Folgen des Protestantismus

Das Grundproblem ist, daß die Lutherische Abspaltung von der kath. Kirche Reformation genannt wird, obwohl Luther nichts reformierte, sondern Spaltete, die Bibel nicht richtig übersetzte, wegließ und hinzufügte, den Ehebruch normalisierte. Folglich Verlust des Priestertums und vieler Sakramente. Dieser Rauch drang in Rom ein. Die Worte Reformation und Gottesdienst verwässern, es muß heißen Kirchenspaltung und Hl. Meßopfer, damit der Unterschied erkannt wird. Was sind denn die vielen Wortgottesdienste? Keine Wandlung. Viele kennen keinen Unterschied mehr. Bußgottesdienst, wozu, es gibt den Bußakt für lässliche Sünden im Hl. Meßopfer, bei schweren und Todsünden das Hl. Sakrament der Beichte.


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 Herbstlicht vor 2 Stunden 
 

Danke!

Vielen Dank an Weihbischof Roberts Mutsaerts für seinen guten Rat!
Möge seine Erkenntnis auf offene Ohren stoßen.

Vielen Dank aber auch für kath.net für die Veröffentlichung.


2
 

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