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Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

6. Jänner 2026 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Cybercrime, Glaube und Gerechtigkeit: Staatsanwältin Jana Ringwald auf der MEHR-Konferenz - Von Linda Noé


Augsburg (kath.net)
Sie ermittelt dort, wo andere nur spekulieren. Am dritten Tag der MEHR-Konferenz 2026 in Augsburg sprach die Cyberstaatsanwältin Jana Ringwald über Datenspuren, Kryptowährungen und das Darknet – und darüber, dass hinter digitalen Verbrechen immer reale Menschen stehen. Es war ihr erster Besuch der gesamten Konferenz, gemeinsam mit ihrer Familie.

Was Ringwald aus den verborgensten Räumen des Internets berichtet, verändert den Blick auf Cyberkriminalität. Statistisch gesehen, so ihre Einschätzung, sei jeder dritte der rund 12.000 Menschen im Saal bereits einmal Opfer digitaler Straftaten gewesen.

Eine Staatsanwältin auf einer Glaubenskonferenz? Für Ringwald kein Widerspruch. Die Suche des Menschen nach Macht, Mammon, Gerechtigkeit und Vergeltung begegne ihr täglich – nicht nur in Gerichtssälen, sondern auch im Darknet. „Es gibt keinen rechtsfreien Raum“, betonte sie. „Das ist unser tägliches Brot.“


Eindrücklich schilderte sie einen großen Drogenring, dessen Online-Strukturen einem Einkauf bei Amazon glichen. Innerhalb von zwei Jahren setzte das Netzwerk rund 36 Millionen Euro um. Die Täter selbst erhielten lediglich Provisionen. Einer der Verurteilten gab später an, ihm sei das Ausmaß seines Handelns erst bewusst geworden, als Polizisten ihn festnahmen. Die drei Hauptbeteiligten kannten sich nicht einmal mit Vor- und Nachnamen. „Man sieht nicht, was man anrichtet“, sagte Ringwald. Die Hemmschwelle sinke durch die Distanz des Digitalen dramatisch.

Besonders bewegend wurde es, als Ringwald von einer späteren Gerichtsverhandlung berichtete – vier Jahre nach der Hauptverhandlung, am 8. Mai 2025. Einer der Männer erklärte: „Für mich war das nur ein Projekt im digitalen Raum.“ Trotz einer hohen Freiheitsstrafe bezeichnete er das Urteil als vergleichsweise milde und wandte sich direkt an die Staatsanwältin: Er dankte ihr dafür, dass sie ihn gestoppt habe – und ihm damit die Möglichkeit eines neuen Lebens gegeben habe.

„In der Robe bin ich nicht privat, ich vertrete den Staat“, sagte Ringwald. Den Dank habe sie nur nickend annehmen können. Dennoch habe dieser Moment sie tief berührt. „Es war, als würde etwas von dem Blick Jesu sichtbar – ohne dass er benannt werden musste.“ Sie habe sich gefragt, warum sie sich über diese Worte freute, obwohl sie einem Menschen die Freiheit genommen hatte. Im Saal sei spürbar „Rechtsfrieden“ eingekehrt.

Ringwald stellte auch grundsätzliche Fragen: Wie kann es sein, dass Menschen im Gefängnis Frieden und Freiheit erfahren? Woher stammen unsere Vorstellungen von Gleichbehandlung, Religionsfreiheit, Resozialisierung und Unschuldsvermutung? Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ sei keine Forderung, sondern eine Feststellung, betonte sie.

Zum Ende sprach die Staatsanwältin offen über ihren Glauben. Ihren Amtseid hatte sie mit den Worten „So wahr mir Gott helfe“ geschlossen, erinnerte sie. „Ich bin Staatsanwältin – und ich bete“, sagte sie. Ihr Tag beginne und ende mit Gebet.

Gleichzeitig warnte Ringwald eindringlich vor den Gefahren des digitalen Raums für Kinder und Jugendliche. Es brauche keine weiteren Studien, um zu wissen, dass junge Menschen zu früh und zu ungeschützt mit diesen Welten konfrontiert würden. Sie setze sich deshalb für mehr Schutz im Cyberspace ein. Für ihre eigenen Kinder sei sie dankbar, so sagte sie, auf der Konferenz positive Vorbilder zu erleben – etwa durch Künstler wie die O’Bros.


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 6. Jänner 2026 

Meine Frage ist

ob es nicht sinnvoll wäre wieder mehr zu verkünden, dass Christus, der Herr, nicht Mensch geworden ist um unseres irdischen Heiles willen, sondern um unser ewigen. Ich glaube, eine gesunde Furcht des Herrn könnte uns in mancherlei Versuchung helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Dass damit auch eine bessere Welt entstehen würde, wäre dann «nur» die logische Folge. «Vater unser im Himmel» zu beten, lehrte uns Christus der Herr. Wieder mehr an diesen Vater zu denken, der nur das Beste für uns will, und deshalb nicht einfach zu allem Ja und Amen sagt, wäre so gesehen sowohl für das ewige wie für das irdische sehr nützlich.


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