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Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"

20. April 2026 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Südtiroler Bischof mahnt bei traditionsreicher Kassiansprozession: Nicht äußere Einflüsse seien die größte Herausforderung, sondern der schwindende Bezug zum Glauben in den eigenen Reihen.


Brixen (kath.net/KAP) Nur punktuell an religiösen Feiern teilnehmen, ohne aber das eigene Christsein auch im Alltag zu leben: Gegen ein solches Verständnis vom Glauben hat sich der Südtiroler Bischof Ivo Muser (siehe Link) ausgesprochen. "Ein bloßes Traditions- oder Gelegenheitschristentum wird nicht überleben und nicht überzeugen", sagte er beim Gottesdienst zur traditionellen Kassiansprozession in Brixen am Sonntag.


Laut Mitteilung der Diözese Bozen-Brixen zeigte sich Muser besorgt über eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben. "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel", erklärte er. Nicht äußere Einflüsse seien die größte Herausforderung, sondern der schwindende Bezug zum Glauben in den eigenen Reihen.

Traditionsreiche Kassiansprozession

Zugleich unterstrich der Bischof die konkrete Bedeutung des Glaubens für das gesellschaftliche Leben. Einsatz für Frieden, Zusammenhalt und soziale Verantwortung sowie ein achtsamer Umgang mit der Schöpfung seien Ausdruck eines glaubwürdigen Christseins. Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen sagte er: "Grenzenloses Wachstum und begrenzte Ressourcen gehen eben nicht zusammen."

Die Kassiansprozession mit den Reliquien der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius hat in der Diözese Bozen-Brixen eine lange Tradition. Zunächst wurde im Dom ein Gottesdienst gefeiert, im Anschluss zog die Prozession durch die Brixner Altstadt. Sie geht zurück auf das Jahr 1704, als Fürstbischof Kaspar Ignaz von Künigl eine Reliquie des heiligen Kassian aus Imola nach Brixen brachte.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto: Bischof Muser u.a. bei der Kassiansprozession 2023 (c) Diözese Brixen


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 20. April 2026 

Eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben.

Wen wundert’s, wenn Gott in unserer Verkündigung immer mehr verharmlost wird. In meiner Jugendzeit redete man noch oft vom Herrgott. Heute darf Gott vielerorts nicht mehr herrschen. Und von Christus, dem Herrn, der kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten zu sprechen, ist weitgehend tabu. Wer will einen solchen Gott, einen solchen Glauben, noch ernst nehmen?


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