Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  4. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  5. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  6. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  7. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  8. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  9. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  10. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  11. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil
  12. Zwei Formen - ein Ritus
  13. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  14. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!
  15. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut

Mahnende Worte von Rios Kardinal Tempesta nach blutiger Polizeiaktion

31. Oktober 2025 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal: Leben und Menschenwürde müssen "immer verteidigt und bewahrt" werden - Favela-Priester: Menschen sind "Kanonenfutter" - Die gefundenen Leichen weisen laut Augenzeugenberichten Spuren auf, die auf unzulässige Hinrichtungen hindeuten


Rio de Janeiro (kath.net/KAP) Nach dem gegen eine große Drogenbande gerichteten Polizeieinsatz in Rio de Janeiro, der wohl der blutigste in der Geschichte des brasilianischen Bundesstaates war, haben Kirchenvertreter die Verteidigung und Wahrung des Lebens und der Menschenwürde als Gaben Gottes eingemahnt. "Als Hirte dieser Kirche kann ich nicht umhin, meinen Schmerz über so viel Leid auszudrücken und zu bekräftigen, dass das Leben und die menschliche Würde absolute Werte sind", wurde Rios Erzbischof Orani Joao Tempesta vom Online-Portal "Vatican News" zitiert. Der Kardinal rief dazu auf, Hass, Rachsucht und Gleichgültigkeit zu überwinden, die "das soziale Gefüge zerreißen". Auch die Vorsitzenden der Bischofskonferenz äußerten sich ähnlich.

Bei den stundenlangen Feuergefechten zwischen Polizei und Mitgliedern der Bande Comando Vermelho am Montag und Dienstag starben nach jüngsten Angaben mindestens 130 Menschen. Bewohner des Armenviertels Penha im Norden der Stadt hatten am Mittwoch mindestens 70 Leichen in einem Wald aufgefunden. Die Polizei hatte zunächst von 60 getöteten Banditen und vier toten Beamten gesprochen.


Die nun gefundenen Leichen wurden von Anwohnern auf einem Platz im Viertel Penha aufgereiht, um sie zu identifizieren. Sie weisen laut Augenzeugenberichten Spuren auf, die auf unzulässige Hinrichtungen hindeuten. So sollen einige der Jugendlichen und Männer durch Kopf- beziehungsweise Genickschuss getötet worden sein. Ihre Hände seien hinter dem Rücken gefesselt gewesen.

Auf die entdeckten Leichen angesprochen, sprach Rios Gouverneur Claudio Castro trotz der offensichtlich exzessiven Gewalt von einer erfolgreichen Polizeiaktion. Lediglich die vier getöteten Polizisten sehe er als Opfer an, so Castro. Rios Sicherheitssekretär erklärte, die Polizei habe die Gangster absichtlich in das Waldstück abgedrängt, um die Bewohner der Region zu schützen. Dadurch sei der "Kollateralschaden" durch Querschläger gering ausgefallen. Aktivisten von Menschenrechtsorganisationen sprachen hingegen von einem "Massaker" und einer "Katastrophe".

Favela-Priester: Menschen sind "Kanonenfutter"

Der Leiter der Favela-Seelsorge in der Erzdiözese Rio de Janeiro mutmaßt, dass die massive Polizeiaktion auch politische Motive gehabt habe und dem nach höheren Ämtern strebenden Gouverneur Castro Aufmerksamkeit verschaffen sollte. Bei den getöteten Verdächtigen habe sich vor allem um "kleine Leute, Kanonenfutter", gehandelt, also Menschen, die in der Struktur des Drogen- und Waffenhandels keine wirkliche Macht hatten, sagte der Priester Luiz Antonio Pereira Lopes dem Portal "Crux": "Die wirklich großen Bosse leben in den gehobenen Wohnanlagen im Süden der Stadt. Die Polizei würde niemals in diese Gebiete eindringen und wahllos auf die Menschen schießen", sagte er.

Er sehe keine einfache Lösung für die soziale Krise in den Favelas. Es gelte die Gesellschaft neu aufzubauen und in Bildung zu investieren. "Vorerst müssen sich die zivilgesellschaftlichen Institutionen mobilisieren und diese Operationen anprangern", so Pereira Lopes.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Paddel 31. Oktober 2025 

Verzweiflung

Ohne die Gewißheit, dass Gott gerecht und barmherzig ist, ja, dass Gott das erste und auch das letzte Wort hat, könnte man angesichts der Zustände auf dieser Erde manchmal hoffnungslos verzweifeln.
Herr, sei diesen armen Seelen gnädig, du allein kennst ihre Herzen und Seelen. Amen.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Brasilien

  1. Brasilien: Eltern zu Haftstrafe verurteilt, weil sie ihre Töchter zu Hause unterrichteten
  2. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  3. Brasilien: Gericht verbietet Hausunterricht
  4. Einfluss auf Präsidentenwahl? Die ‚Twitter-Akten Brasilien’
  5. Umfrage zeigt: Brasilianer mehrheitlich gegen Abtreibung
  6. "Vielleicht wird Lula da Silva ausländische Missionare ausweisen"
  7. Brasilien: Wo der Hunger zum Himmel schreit
  8. Brasilien: Corona vergrößert Not und Hunger
  9. Brasilien: Die Obersten Richter votieren mehrheitlich für Lebensschutz
  10. Brasilien: 140.000 bei evangelikaler Großveranstaltung in drei Stadien






Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  2. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  3. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  4. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  5. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  6. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  7. Eklat in Regensburger Basilika St. Emmeram: Schweizer Popsängerin dreht heimlich frivoles Musikvideo
  8. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  9. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  10. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente: „Ich bete jeden Tag, aber nicht für den Sieg“
  11. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  12. Glaube & Sex vs. Vernunft & Geld?
  13. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  14. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil
  15. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz