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Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm14. September 2026 in Chronik, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Aufruf zu Gewaltverzicht und Dialog. Kirche in Not unterstützt die Bischöfe und Christen in Nigeria.
Wien (kath.net/ KiN AT)
Nach erneuten bewaffneten Überfällen und Entführungen in Nigeria haben die katholischen Bischöfe des Landes eindringlich ein Ende der Gewalt gefordert. In einer „Kirche in Not“ (ACN) vorliegenden Erklärung beklagen sie eine weitere Verschärfung der Sicherheitslage. Anlass sind zwei voneinander unabhängige Gewalttaten in den Regionen Borgu im Bundesstaat Niger und Ukum im Bundesstaat Benue.
Die Orte liegen im sogenannten „Middle Belt“ („Mittlerer Gürtel“) im Zentrum Nigerias. Dort kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Überfällen im Zusammenhang mit Land- und Weiderechten. Hinzu kommen Angriffe dschihadistischer Gruppen sowie Entführungen mit Lösegeldforderungen, die sich in weiten Teilen Nigerias zu einem einträglichen kriminellen Geschäft entwickelt haben. 
Kein rein religiöser Konflikt
Oft ist die Gewalt gezielt gegen Christen gerichtet; aber auch Muslime sind betroffen, wie im jüngsten Fall Ende August: Damals wurden in Borgu mehr als 60 Gläubige aus einer Moschee entführt. Hinter der Tat werden dschihadistische Kämpfer vermutet. Damit zeigt der Vorfall nach Ansicht von „Kirche in Not“ erneut, dass sich die Gewalt in Nigeria nicht allein als religiöser Konflikt beschreiben lässt.
Bei einem weiteren Angriff in Ukum Mitte August kamen 47 Menschen ums Leben, 17 weitere wurden schwer verletzt. Dieser Angriff wird bewaffneten Gruppen von Fulani-Hirten zugeschrieben. „Ob in einer Moschee, einer Kirche, auf einem Marktplatz oder in der Ruhe ihrer Häuser: Nigerianer werden weiterhin ungestraft getötet, traumatisiert und vertrieben“, heißt es in der Erklärung.
„Beendet das Blutvergießen“
Die Bischöfe betonen ausdrücklich ihre Solidarität mit den Muslimen, die von der Entführung in Borgu betroffen waren. Sie fordern die nigerianischen Behörden auf, entschlossener gegen die anhaltende Gewalt vorzugehen. Zwar erkenne man bereits unternommene Anstrengungen an. Die Regierung dürfe jedoch in ihrer Verantwortung nicht nachlassen: „Die Tränen der trauernden Familien müssen Sie so sehr beunruhigen, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um diese Gewalt zu beenden“, heißt es in der Erklärung.
Zugleich wenden sich die Bischöfe direkt an die Verantwortlichen der Gewalt: „An die Kriminellen, Terroristen, Entführer und ihre Unterstützer appellieren wir: Beendet das Blutvergießen! Das menschliche Leben gehört Gott allein, und kein Anliegen rechtfertigt diese Grausamkeit. Ihr könnt keine Zukunft auf den Tränen unschuldiger Menschen aufbauen.“
„Kirche in Not“ unterstützt die Kirche in Nigeria seit vielen Jahren und hilft unter anderem bei der Versorgung von Binnenvertriebenen. Zuletzt finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Diözese Kaduna den Wiederaufbau eines bei einem Angriff zerstörten Dorfes. Dadurch konnten Bewohner in ihre Heimat zurückkehren, anstatt dauerhaft in Flüchtlingslagern leben oder an anderen Orten neu angesiedelt werden zu müssen.
Foto: Dialog von christlichen und muslimischen Vertretern im Bistum Yola (Archivbild). © KIRCHE IN NOT
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Lesermeinungen| | Richelius 15. September 2026 | | | |
Kirche in Not schreibt nicht, dass es kein religiöser Konflikt sei, sondern sich „nicht alleine als religiöser Konflikt“ beschreiben lässt. Die Islamisten haben sicher religiöse Motive. Dazu gehört auch die Tötung von Muslimen anderer Rechtsschulen.
Dazu kommt dann der Kampf um Land. |  0
| | | | | dasUrmel 14. September 2026 | | | | Bischöfe und Islamismus @Versusdeum: Ich kann nur jeden Satz von Dir unterschreiben! Genau so ist es. Sie äußern sich nicht mal in unserem Land zu übelsten Verbrechen, die im Namen des Islam begangen werden. Im Gegenteil; Sie beschwichtigen, schwurbeln, so wie der kath. Pfarrer nach den Solingen-Morden.
Gerade viele unserer Bischöfe sorgen doch aktiv mit dafür, dass diese Leute zu uns kommen können - und auch dass sie bleiben dürfen, egal, was sie so alles anstellen.
Wie kann man die Verbrechens-Opfer nur so sehr verhöhnen. Warum stellen sich diese Bischöfe und Pfarrer auf die Seite der Verbrecher? Meinen sie, dass das "christlich und human" ist? |  1
| | | | | Fink 14. September 2026 | | | | "...nicht allein ein religiöser Konflikt." Ja, das sollte man schon zugestehen, ohne damit die Gewalttätigkeit des Islamismus zu relativieren.
1. In Afrika gibt es öfter einen Konflikt um Land zwischen (sesshaften, tendenziell friedlichen) Ackerbauern und (halbnomadischen, tendenziell kriegerischen) Viehzüchtern/ Hirten. Z.B. in Ruanda zwischen Hutu und Tutsi.
2. Das anhaltende starke Bevölkerungswachstum in Afrika, der Kampf um Ressourcen und Land (die Nahrungsgrundlage!). |  1
| | | | | Versusdeum 14. September 2026 | | | | @dasUrmel Wieso sollten sie, wenn sie sich nicht einmal nach islamistischen Anschlägen im eigenen Land äußern - und falls sie es einmal doch müssen, dann beschwichtigend, mit den fast immer ähnlichen unergräglichen Floskeln aus dem Phrasendresch-Automat* und mit der Warnung vor all denen, die vor all den Zuständen warnen, die sich bei uns seit über 10 Jahren weitgehend ungestört breitmachen dürfen - auch dank vieler unserer Bischöfe.
* "unsere Gedanken sind mit den Opfern [,aber unsere Maßnahmen werden sie auch künftig nicht schützen]", "die Ermittlungen abwarten [,anders, als bei jeder Tat, die man auch nur irgendwie als "rächz" (um)deuten könnte]", "nicht instrumentalisieren [, weil das Aufdecken der Realität den Falschen nutzen könnte]" usw. Wenigstens Forderungen nach harter Hand gegen Islamisten? Fehlanzeige. |  2
| | | | | Versusdeum 14. September 2026 | | | | Wieso kein religiöser Konflikt? "...dass sich die Gewalt in Nigeria nicht allein als religiöser Konflikt beschreiben lässt." Warum nicht? Auch die Dntführer der Moscheebesucher waren doch Islamisten und die angegriffene Moschee wäre kaum in ihr Visier geraten, wenn die es auch gewesen wäre. Ergo: Vermutlich ebenfalls ein religiöser Konflikt.
Ach, würde man in Deutschland doch nur auf die gemäßigten Muslime setzen ("Euro-Islam"), anstatt auch für mehr oder weniger fundamentalistisch geprägten Islamverbände. |  1
| | | | | dasUrmel 14. September 2026 | | | | Massaker in Nigeria! Was sagen denn da unsere Kirchenleute dazu? Sagen sie überhaupt etwas? Man hört nichts als lautes Schweigen. |  2
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