Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  2. Ein unvermeidliches Schisma?
  3. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  4. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  5. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  6. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  7. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  8. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  9. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  10. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  11. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  12. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien
  13. Kirche SOS
  14. Bischöfe aus aller Welt werden in Rom über Familien in Krisen sprechen
  15. Das sakrale Abenteuer als Zukunft der Kirche

Romancier, Glaubender und Ankläger: Vor 80 Jahren starb Franz Werfel

2. September 2025 in Kultur, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In Wien bestatteter jüdischer Schriftsteller wurde mit Romanen "Das Lied von Bernadette" sowie "Die vierzig Tage des Musa Dagh" weltbekannt - Katholizismus prägte sein Werk entscheidend.


Klagenfurt (kath.net/ KAP) 
Just inmitten der letzten Züge des Zweiten Weltkriegs am 26. August 1945 starb im kalifornischen Beverly Hills einer der berühmtesten deutschsprachigen Autoren der Zwischenkriegszeit: der Schriftsteller Franz Werfel, im Alter von erst 54 Jahren. Bekanntheit erlangte er mit dem Roman "Das Lied von Bernadette" (1941), der das Leben der französischen Lourdes-Seherin Bernadette Soubirous literarisch verarbeitete. Werfel hatte das Buch nach einem Fluchtaufenthalt in dem pyrenäischen Wallfahrtsort als Gelübde geschrieben, erinnert der "Kärntner Sonntag" in seiner aktuellen Ausgabe.
Geboren wurde Werfel 1890 in Prag als Sohn jüdischer Eltern. Obwohl auch er zeitlebens dem Judentum angehörte und nicht konvertierte, zeigen viele seiner Werke eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Christentum, insbesondere mit katholischer Frömmigkeit. So besuchte er etwa eine katholisch geführte Schule der Piaristen in Prag und wurde dort, ebenso wie durch seine tschechische Kinderfrau, früh mit katholischen Glaubensvorstellungen vertraut. In mehreren autobiografischen Texten beschrieb er später, ihn habe eine "innere religiöse Berufung" zeitlebens begleitet.
Während der deutschen Besatzung Frankreichs 1940 floh Werfel über Lourdes, wo er kurzzeitig untertauchte. Er gelobte, über Bernadette Soubirous zu schreiben, falls er gerettet würde. Das nach geglückter Flucht über Spanien und Portugal in die USA verfasste Werk wurde ein kommerzieller Erfolg und später in Hollywood mit Jennifer Jones in der Titelrolle verfilmt. In seinem Vorwort bezeichnete Werfel das Buch als Erfüllung eines religiösen Versprechens und als Teil eines literarischen Lebenswerks, das sich dem "göttlichen Geheimnis und der menschlichen Heiligkeit" widmen solle.


Literat des Armenier-Genozids
Neben dem religiös geprägten Werk trat Werfel auch als politisch motivierter Autor hervor. Sein Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" (1933) behandelt den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs und gilt bis heute als frühes literarisches Zeugnis kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert sowie als eines der wichtigsten literarischen Zeugnisse zur Armenierfrage.
In seinen Romanen, Gedichten, Theaterstücken und Essays setzte sich Werfel immer wieder auch für jüdische Belange ein und thematisierte dabei Fragen von Identität, Glaube und Moral im Angesicht von Krieg und Verfolgung. Seine außerordentliche Fähigkeit, historische und spirituelle Themen literarisch zu verbinden, machte ihn bis heute zu einem Vermittler zwischen Kulturen und Religionen.
Franz Werfel starb fünf Jahre nach seiner Flucht an einem Herzinfarkt. 1975 wurde sein Leichnam nach Wien überführt und auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Armenische Exilgemeinden hatten die Überführung organisiert. Seit 2003 wird zu seinem Gedenken der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis verliehen.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 girsberg74 2. September 2025 
 

Der Artikel,

eine überzeugende Anregung, sich für das Werk Werfels zu interessieren.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  2. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  3. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  4. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  5. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  6. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  7. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  8. Papst zieht auch in Castel Gandolfo zurück in seinen Palast
  9. Ein unvermeidliches Schisma?
  10. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  11. Niederlande: Erstmals Tötung eines Kindes unter zwölf Jahren im Rahmen der aktiven Sterbehilfe
  12. Kirche SOS
  13. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  14. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  15. Leo XIV. überarbeitet Franziskus-Reform für Diözese Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz