
Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem29. September 2026 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Leo XIV. will im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche nicht von einem systemischen Missbrauch sprechen - Zugleich betont er eine besondere Verantwortung der Kirche für die Betroffenen
Rom (kath.net/KAP) Papst Leo XIV. will den Begriff eines systemischen Missbrauchs in der katholischen Kirche vermeiden. Es gebe zwar einige Organisationen innerhalb der Kirche, die "zuweilen - wenn man so will -" als System missbräuchlich gehandelt haben, sagte der Papst vor Journalisten auf dem Rückflug von Metz nach Rom am Montagabend. "Aber ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden: Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein menschliches Problem." 
"Wenn so etwas passiert - gerade innerhalb der Kirche -, kommt tatsächlich noch eine ganz andere Dimension hinzu, weil das Glaubensleben der Menschen tief verwundet und manchmal sogar zerstört wird", so Leo XIV. Daher trage die Kirche eine besondere Verantwortung, die Betroffenen zu begleiten und ihnen zu helfen, Heilung zu finden.
Persönliches Treffen mit Betroffenen
Papst Leo XIV. äußerte sich auf eine Frage nach dem Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche. Am Sonntagabend hatte er im französischen Lourdes mit sieben Betroffenen persönlich gesprochen. Er habe sie dabei gebeten, "mir dabei zu helfen, anderen Opfern die Bereitschaft von mir persönlich und der Kirche zu vermitteln, ihnen zuzuhören und sie auf ihrem Weg der Heilung zu begleiten, wobei wir den Schmerz anerkennen, der in ihrem Leben durch Missbrauchsfälle verursacht wurde".
In diesem Zusammenhang habe er auch mit ihnen darüber gesprochen, dass die Kirche in gewisser Weise als verantwortlich angesehen wird. "Aber gleichzeitig, so glaube ich, ist ein wichtiger Teil, ihnen zu helfen, Heilung zu finden."
Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto von einem Flug bei der Frankreichreise (c) Vatikan Media
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Lesermeinungen| | pfaelzer76857 1. Oktober 2026 | | | | Verantwortung! Gut, dass der Hl. Vater die Verantwortung betont. Da ist lange vieles im Dunkeln geblieben, jetzt ist ein Bewusstsein geschaffen.
Keine Verantwortung hingegen zeigt die Piusbruderschaft. Priester der Bruderschaft wurden u. a. wegen Vergewaltigung zu langen Haftstrafen verurteilt. Compliance-Richtlinien? Sucht man in den Online-Angeboten der Piussekte vergebens. Suchergebnisse auf deren Webseite nach Missbrauch bringen einzig Treffer bezüglich liturgischer Missbräuche. Aha! Damit ist alles gesagt.
Das Leid der Opfer von Straftätern in der Piusbruderschaft interessiert deren Anhänger ohnehin nicht. Die erwähnen einzig die Jungen, die von Priestern missbraucht werden. Darüber und was dahinterstehen könnte, beschäftigt mich schon lange.
Sind die Kinder, die von Pius-Leuten missbraucht wurden, weniger wert? Wieso wird ihr Schicksal von Anhängern der Piusbrüder ignoriert? Weil es nicht ins Bild passt, das man sich zusammengezimmert hat und in den letzten Monaten krass erschüttert wurde? |  0
| | | | | Versusdeum 29. September 2026 | | | | Eine sehr wichtige Aussage, die auch eine Botschaft an die offenbar gerade tagenden deutschen Bischöfe sein könnte, das hierzulande gerne gepflegte absurde bis dreiste Narrativ aufzugeben, der (weit überwiegend homo-sexuelle!) Missbrauchsskandal sei durch klerikale "Machtstrukturen" und eine homophobe Morallehre der Kirche entstanden. Eine die Tatsachen auf den Kopf stellende Ideologie, deren konsequente Umsetzung am Ende keinen Stein auf dem anderen lässt - aber genau das ist ja auch der Sinn dahinter: Eine komplett andere Kirche! |  1
| | | | | Paddel 29. September 2026 | |  | Das "Menschliche" hat System Es stimmt beides. Es ist zunächst ein menschliches Problem und bekommt/bekam dadurch systematische Strukturen. Sozusagen ein Netzwerk des Bösen, andere reden von Seilschaften. |  2
| | |
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. |