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Kardinal Bagnasco: Kirche soll altrituelle Katholiken annehmen und integrieren

vor 5 Stunden in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Der frühere Erzbischof von Genua ruft zur Einheit der Kirche auf und warnt davor, Vorlieben für die alte oder neue Form des römischen Messritus zur Ursache für eine Spaltung zu machen.


Vatikan (kath.net/LifeSiteNews/jg)
In einem exklusiven Interview mit dem Portal AdVaticanum hat der italienische Kardinal Angelo Bagnasco, ehemaliger Präsident der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), betont, dass die katholische Kirche Katholiken, die der traditionellen Lateinischen Messe verbunden sind, respektvoll annehmen und integrieren müsse. Die Einheit des Glaubens dürfe nicht durch liturgische Differenzen gefährdet werden.

Er bezog sich auf das Motu Proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2007. Dieses Dokument schaffe keinen neuen Ritus, sondern erkenne innerhalb des einen Römischen Ritus eine ordentliche und eine außerordentliche Form an. „Wenn in diesem Bereich Unterschiede nicht zu Absolutheiten, Bannern oder Parteien werden, warum nicht? Das Heil der Seelen ist die Sendung der Kirche“, erklärte der Kardinal.


Der frühere Erzbischof von Genua, der die CEI von 2007 bis 2017 leitete, unterstrich, dass legitime liturgische Vorlieben – sei es für die ordentliche oder die außerordentliche Form – nicht zu Konflikten innerhalb der Kirche führen dürften. Er verwies auf die Vielfalt der Riten in der katholischen Kirche, etwa den ambrosianischen Ritus in Mailand, und betonte: „Die Einheit des Glaubens steht nicht infrage, sondern vielmehr legitime persönliche Sensibilitäten.“

Bagnasco, der auf sechs Jahrzehnte priesterlicher Erfahrung zurückblickt, plädierte für eine pastorale Haltung, die sich durch Gebet und Nähe zu den Gläubigen auszeichnet. Liturgische Fragen dürften nicht von der zentralen Mission der Kirche ablenken, die darin bestehe, Menschen zu Christus zu führen. Trotz weit verbreiteter Säkularisierung bleibe das Verlangen nach Gott im menschlichen Herzen lebendig. „Gleichgültigkeit wird früher oder später zu einem Bedürfnis, und dieses wird zur Gegenwart eines ‚Jenseits‘, das sich in Jesus offenbart hat“, sagte der Kardinal.

Jugend, Familie und Berufungen

In dem Interview nahm Bagnasco auch zu weiteren zentralen Themen des kirchlichen Lebens Stellung. Bei der Evangelisierung junger Menschen müssten Priester sowohl die Liebe als auch die Wahrheit Gottes vermitteln. Viele Jugendliche suchten nach Sinn und tieferen Lebensfragen, die im modernen Alltag oft überdeckt würden. Er beobachte ermutigende Zeichen bei priesterlichen Berufungen in Italien und Europa und hob die Bedeutung von Zeiten der Stille und des Gebets hervor, die viele junge Menschen anziehen.

Zur Familie äußerte sich Bagnasco klar: Sie sei die „stabile und dauerhafte Verbindung“ von Mann und Frau, durch das Sakrament der Ehe geweiht, und bilde die grundlegende Einheit der Gesellschaft. Er zitierte Cicero, der die Familie als „erste Form der Gesellschaft“ bezeichnete, und forderte staatliche Unterstützung sowie kulturellen Schutz. Gleichzeitig kritisierte er moderne Tendenzen, die Bedeutung der Familie zu verwässern und junge Generationen zu verwirren.

Kardinal Bagnasco mahnte, dass Erwachsene den jungen Menschen vertrauen und sie nicht mit Mittelmäßigkeit abspeisen sollten. „Mittelmäßigkeit fasziniert sie nicht“, betonte er. 

 


© Foto Kardinal Bagnasco: Erzdiözese Genua

 


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Lesermeinungen

 lesa vor 4 Stunden 

Die Alte Messe - Bekenntnis des Glaubens und Traditio des Glaubens

„Die traditionelle römische Liturgie ist mit einem Glaubensbekenntnis vergleichbar. Sie kann in ihrer Substanz nicht verändert werden. Folglich kann sie auch nicht verboten werden.

Mit seiner Bulle schafft Pius V. nicht etwas Neues. Er bekräftigt vielmehr die Legitimität der Glaubenspraxis in dieser Form der Liturgie. Er bestätigt die Echtheit dieses Glaubensbekenntnisses. Ein solches Gut kann den Gläubigen niemals genommen werden“. (Bischof Huonder)

„Immer klarer wurde mir, dass ich da einer Wirklichkeit begegnete, die nicht irgendjemand erdacht hatte, die weder eine Behörde noch ein großer einzelner geschaffen hatte. Dieses geheimnisvolle Gewebe von Text und Handlungen war in Jahrhunderten aus dem Glauben der Kirche gewachsen. Es trug die Fracht der ganzen Geschichte in sich und war doch zugleich viel mehr als Produkt menschlicher Geschichte. Jedes Jahrhundert hatte seine Spuren eingetragen" (J. Ratzinger über seine Erfahrung mit dem Missale)


1
 
 Cosmas vor 4 Stunden 
 

Die vernünftigen Stimmen häufen sich, Gott sei Dank!

Papst Benedikt hat in der Ritusfrage mit Summorum Pontificum Frieden gestiftet, der vollkommen unnötigerweise und voller Affekte durch Traditionis Custodes zerstört wurde. Zurück zum Frieden!


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