Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  8. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  9. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  10. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  11. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  14. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  15. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet

Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat

28. Mai 2026 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn der Islam sich nicht grundlegend ‚verwestlicht‘ – also seine totalitären und machtpolitischen Ansprüche aufgibt –, steuert Europa auf eine unruhige Zukunft zu, schreibt Gideon Böss in einem Beitrag für die WELT.


Berlin (kath.net/jg)
Während Europa immer säkularer wird, tritt der Islam mit dem umfassenden Anspruch auf, alle Lebensbereiche zu durchdringen und letztlich zu dominieren. Diese Entwicklung stellt eine ernste Herausforderung für die liberalen Gesellschaften des Westens dar, die den organisierten Islam lange Zeit unterschätzt haben, schreibt Gideon Böss in einem Beitrag für die Zeitung WELT.

Am 12. Oktober 2024 demonstrierten in Hamburg etwa 1.500 Islamisten an der Kreuzung Steindamm/Kreuzweg offen für die Errichtung eines Kalifats und gegen Israel. Die Versammlung stand offiziell unter dem Motto „Stoppt den Genozid gegen unsere uigurischen Geschwister in Ostturkistan“, wurde von der Polizei streng überwacht und mit Auflagen versehen. Solche Bilder junger Islamisten, die ein Kalifat fordern, verdeutlichen eine Haltung, die weit über bloße Religionsausübung im westlichen Verständnis hinausgeht.

Ob „der Islam zu Deutschland gehört“, ist für Böss, der Religionen aus aufklärerisch-liberaler Position beurteilt, keine relevante Frage mehr. Mit schätzungsweise sechs Millionen Muslimen ist er faktisch ein Bestandteil der Gesellschaft. Entscheidend sei vielmehr, welche Rolle der organisierte Islam einnimmt und welche gesellschaftliche Zukunft daraus erwächst.


Anders als das Christentum hat der Islam keinen vergleichbaren Reform- und Säkularisierungsprozess durchlaufen. Das Christentum sei über Jahrhunderte hinweg durch Aufklärung, Kritik und gesellschaftlichen Druck gezähmt worden. Es verlor sein Bildungsmonopol, seinen direkten politischen Einfluss und akzeptierte schließlich die Trennung von Kirche und Staat. Heute ist selbst die entschiedene Ablehnung von Gott und Kirche gefahrlos möglich.

Der Islam hingegen kam zu einer Zeit in den Westen, als dieser Prozess bereits weitgehend abgeschlossen war. Er kennt keine vergleichbare historisch-kritische Auseinandersetzung mit seinen heiligen Texten und reagiert bis heute aggressiv auf Kritik. Islamkritiker wie Geert Wilders benötigen Polizeischutz – etwas, das bei Kritik am Christentum undenkbar ist.

Ein zentrales Problem sieht Böss im unkritischen Umgang mit Mohammed, der im Islam als „perfektes Vorbild“ gilt. Historisch werden ihm die Hinrichtung von Gefangenen, der Besitz von Sklaven und die Ehe mit Aisha (verheiratet mit sechs, vollzogen mit neun Jahren) zugeschrieben – Handlungen, die nach heutigem deutschem Recht schwere Straftaten darstellen würden. Eine offene, kritische Debatte darüber findet in der islamischen Welt kaum statt.

Ähnlich problematisch seien bestimmte Koranverse, die zur Tötung von Ungläubigen und Apostaten aufrufen. In zahlreichen islamischen Ländern wird der Abfall vom Islam bis heute mit dem Tod bestraft.

Der Islam tritt mit dem Anspruch auf, auf Dauer zu herrschen. Viele Muslime sehen in der Scharia das ideale Gesellschaftssystem – ein System, das Geschlechterungleichheit festschreibt, zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen unterscheidet und Toleranz nur begrenzt kennt. Immer wieder kündigen muslimische Prediger an, die liberalen Verfassungen des Westens durch die Scharia ersetzen zu wollen, sobald die demografischen Verhältnisse es erlauben. Umfragen zeigen, dass fast die Hälfte junger Muslime solchen Vorstellungen zustimmt.

Böss warnt: Wenn der Islam sich nicht grundlegend „verwestlicht“ – also seine totalitären und machtpolitischen Ansprüche aufgibt –, steuert Europa auf eine unruhige Zukunft zu. Dann würde ein alterndes, säkulares Europa der Aufklärung einem jungen, „reaktionären“ Europa des politischen Islams gegenüberstehen. Aus der Mitte der Gesellschaft erwüchse eine ideologische und politische Konkurrenz zum liberalen Verfassungsstaat.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Christianlay 28. Mai 2026 
 

Ein neues Osmanisches Reich?

Die Bedeutung der Türkei unter der Führung Erdogans oder eines Nachfolgers von ihm darf nicht unterschätzt werden: Wollte Mussolini aus Italienern Römer machen, ein neues Römisches Reich,so strebt Erdogan nach einem neuen Osmanischen Reich.Einer islamischen Revolution in Deutschland könnte die türkische Armee zur Hilfe kommmen. Da die Türkei ein Natomitglied ist, wäre ein solcher Angriff kein Verteidiungsfall für die Nato.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  2. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  3. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  4. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  5. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  6. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  7. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  8. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  9. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  10. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Polnische Bischofskonferenz: „Leihmutterschaft ist eine in sich falsche Handlung“
  4. Jerusalemer Patriarch will zwischen Putin und Selenskyj vermitteln
  5. Russland: Autobiografie von Papst Franziskus zensiert
  6. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise
  7. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  8. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  9. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  10. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“
  11. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  12. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus
  13. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  14. Lopatka: EU muss Religionsfreiheit weltweit stärker schützen
  15. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz