Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat

28. Mai 2026 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn der Islam sich nicht grundlegend ‚verwestlicht‘ – also seine totalitären und machtpolitischen Ansprüche aufgibt –, steuert Europa auf eine unruhige Zukunft zu, schreibt Gideon Böss in einem Beitrag für die WELT.


Berlin (kath.net/jg)
Während Europa immer säkularer wird, tritt der Islam mit dem umfassenden Anspruch auf, alle Lebensbereiche zu durchdringen und letztlich zu dominieren. Diese Entwicklung stellt eine ernste Herausforderung für die liberalen Gesellschaften des Westens dar, die den organisierten Islam lange Zeit unterschätzt haben, schreibt Gideon Böss in einem Beitrag für die Zeitung WELT.

Am 12. Oktober 2024 demonstrierten in Hamburg etwa 1.500 Islamisten an der Kreuzung Steindamm/Kreuzweg offen für die Errichtung eines Kalifats und gegen Israel. Die Versammlung stand offiziell unter dem Motto „Stoppt den Genozid gegen unsere uigurischen Geschwister in Ostturkistan“, wurde von der Polizei streng überwacht und mit Auflagen versehen. Solche Bilder junger Islamisten, die ein Kalifat fordern, verdeutlichen eine Haltung, die weit über bloße Religionsausübung im westlichen Verständnis hinausgeht.

Ob „der Islam zu Deutschland gehört“, ist für Böss, der Religionen aus aufklärerisch-liberaler Position beurteilt, keine relevante Frage mehr. Mit schätzungsweise sechs Millionen Muslimen ist er faktisch ein Bestandteil der Gesellschaft. Entscheidend sei vielmehr, welche Rolle der organisierte Islam einnimmt und welche gesellschaftliche Zukunft daraus erwächst.


Anders als das Christentum hat der Islam keinen vergleichbaren Reform- und Säkularisierungsprozess durchlaufen. Das Christentum sei über Jahrhunderte hinweg durch Aufklärung, Kritik und gesellschaftlichen Druck gezähmt worden. Es verlor sein Bildungsmonopol, seinen direkten politischen Einfluss und akzeptierte schließlich die Trennung von Kirche und Staat. Heute ist selbst die entschiedene Ablehnung von Gott und Kirche gefahrlos möglich.

Der Islam hingegen kam zu einer Zeit in den Westen, als dieser Prozess bereits weitgehend abgeschlossen war. Er kennt keine vergleichbare historisch-kritische Auseinandersetzung mit seinen heiligen Texten und reagiert bis heute aggressiv auf Kritik. Islamkritiker wie Geert Wilders benötigen Polizeischutz – etwas, das bei Kritik am Christentum undenkbar ist.

Ein zentrales Problem sieht Böss im unkritischen Umgang mit Mohammed, der im Islam als „perfektes Vorbild“ gilt. Historisch werden ihm die Hinrichtung von Gefangenen, der Besitz von Sklaven und die Ehe mit Aisha (verheiratet mit sechs, vollzogen mit neun Jahren) zugeschrieben – Handlungen, die nach heutigem deutschem Recht schwere Straftaten darstellen würden. Eine offene, kritische Debatte darüber findet in der islamischen Welt kaum statt.

Ähnlich problematisch seien bestimmte Koranverse, die zur Tötung von Ungläubigen und Apostaten aufrufen. In zahlreichen islamischen Ländern wird der Abfall vom Islam bis heute mit dem Tod bestraft.

Der Islam tritt mit dem Anspruch auf, auf Dauer zu herrschen. Viele Muslime sehen in der Scharia das ideale Gesellschaftssystem – ein System, das Geschlechterungleichheit festschreibt, zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen unterscheidet und Toleranz nur begrenzt kennt. Immer wieder kündigen muslimische Prediger an, die liberalen Verfassungen des Westens durch die Scharia ersetzen zu wollen, sobald die demografischen Verhältnisse es erlauben. Umfragen zeigen, dass fast die Hälfte junger Muslime solchen Vorstellungen zustimmt.

Böss warnt: Wenn der Islam sich nicht grundlegend „verwestlicht“ – also seine totalitären und machtpolitischen Ansprüche aufgibt –, steuert Europa auf eine unruhige Zukunft zu. Dann würde ein alterndes, säkulares Europa der Aufklärung einem jungen, „reaktionären“ Europa des politischen Islams gegenüberstehen. Aus der Mitte der Gesellschaft erwüchse eine ideologische und politische Konkurrenz zum liberalen Verfassungsstaat.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Christianlay 28. Mai 2026 
 

Ein neues Osmanisches Reich?

Die Bedeutung der Türkei unter der Führung Erdogans oder eines Nachfolgers von ihm darf nicht unterschätzt werden: Wollte Mussolini aus Italienern Römer machen, ein neues Römisches Reich,so strebt Erdogan nach einem neuen Osmanischen Reich.Einer islamischen Revolution in Deutschland könnte die türkische Armee zur Hilfe kommmen. Da die Türkei ein Natomitglied ist, wäre ein solcher Angriff kein Verteidiungsfall für die Nato.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  2. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  3. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  4. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  5. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  6. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  7. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  8. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  9. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  10. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz