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SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-diskutiert
| ![]() Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingenvor 7 Stunden in Kommentar, 5 Lesermeinungen Der Weg der Kirche in Deutschland ist derzeit ein Weg der Spaltungen und Verwerfungen. Der neue Vorsitzende der DBK gab zu erkennen, dass er einen will, was gespalten und zerstritten ist. Möge es ihm gelingen. Der Montagskick von Peter Winnemöller Linz (kath.net/pw) Viel Hoffnung sollte man sich nicht mehr machen, da die Deutsche Bischofskonferenz es tatsächlich fertig gebracht hat, die Zweidrittelmehrheit zur Annahme der Satzung der umstrittenen Synodalkonferenz zusammen zu bringen. Ein Trost immerhin, drei der vier Bistümer, die bis dato nicht am Synodalen Ausschuss teilgenommen haben, haben sich im Haushalt des VDD einen Finanzierungsvorbehalt eintragen lassen. Nehmen sie nicht teil, werden sie nicht zahlen müssen. Der Ball liegt nun endgültig in Rom. Die Hoffnungen der katholischen Laien auch. Es wäre ein starkes Zeichen, würde Rom die Satzung ablehnen und die Errichtung eines nationalen synodalen Gremiums erst dann erlauben, wenn universalkirchliche Regelungen dafür vorliegen. Eine wirkliche Repräsentanz des Gottesvolkes wäre nett, die Funktionäre repräsentieren uns einfach nicht. Die Vorstände vom ZdK waren in der vergangenen Woche schon mal in Rom. Vom Papst wurden sie nicht empfangen. Wozu auch, die von den deutschen Bischöfen als die offizielle Vertretung der Laien in Deutschland anerkannte Funktionärstruppe spielt für Rom gar keine Rolle. Die lösen dort wohl eher sowas wie Verwirrung aus. Verwirrt sind am Ende die Laienfunktionäre wohl auch, weil bei den Begegnungen alle nett zu ihnen sind, aber dennoch die wirklich wichtigen Türen geschlossen bleiben. Verwirrt durfte man ebenfalls als Laie sein, da die Generalsekretärin der DBK das deutsche Laienfunktionärswesen in der Abschlusspressekonferenz zur Vollversammlung der DBK als „Repräsentanz des Gottesvolkes“ bezeichnete. Wie hoch ist der Elfenbeinturm in der Kaiserstraße in Bonn eigentlich, um so etwas formulieren zu können, ohne rot zu werden oder gar ins Stammeln zu geraten? Hoffnungen, wenigstens geringe, sind mit dem neuen Vorsitzenden verbunden, sagen einige, die es wissen müssen/sollen/wollen. Die DBK hat sich einen neuen Vorsitzenden gewählt, der in der Vorstellung vor der Presse mehr ein Glaubenszeugnis als eine Presseerklärung abgab. Entsprechend verwundert zeigte sich der eine oder andere Journalist. Auch bei der Abschlusspressekonferenz wurde Bischof Wilmer gefragt, ob er mit Wattebäuschen geworfen habe. Das wies dieser natürlich entschieden zurück. Ihm gehe es darum, Jesus Christus in die Mitte zu stellen. Das wäre eine gute Nachricht. Bislang standen eher Agenden und Intrigen in der Mitte. Der Stil ist schon mal ein anderer, das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer. Als Teilnehmer beim Synodalen Weg hat Bischof Heiner Wilmer allerdings brav für alle sogenannten Reformprojekte gestimmt. Das vermag nicht hoffnungsfroh zu stimmen. Er diagnostizierte auch schon einmal, der Missbrauch liege in der DNA der Kirche. Eugen Drewermann bezeichnete er als Prophet. Zum anderen leitet er seit 2019 sein Diasporabistum recht geräuschlos. Er schreibt. Bücher und Artikel. Seinen Leitungsstil kann man als bewusst vermittelnd ansehen. Er versucht Brücken bauen, Gräben zuzuschütten und die Einheit zu fördern. Das zumindest ist der Wunsch. Ob sich dann auch trauen wird, sich öffentlich mit den Paria der Kirche in Deutschland, also jenen Gruppen, die sich kritisch zum Synodalen Weg positioniert haben, zu zeigen, wäre eine von vielen Fragen. Wie sich sein Stil auf das Amt des Vorsitzenden auswirkt, wird man abwarten müssen. Ein Thema, das auf Bischof Wilmer als Vorsitzender der DBK zukommen könnte, ist eine Landesregierung in Sachsen-Anhalt unter einem Ministerpräsidenten von der AfD. Erzbischof Heße hatte in der Konferenz auch auf die Situation in Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen. Doch dort hat die AfD keine so dezidiert kirchenfeindliche Position, wie sie in Sachsen-Anhalt im Wahlprogramm steht. Nicht ganz zu Unrecht verhält sich Bischof Wilmer bei dezidiert politischen Fragen wie ein Pudding, den man versucht an die Wand zu nageln. Es ist nicht Aufgabe eines Bischofs, zur Tagespolitik Stellung zu nehmen. Auch das ist ein anderer Stil als der des SPD-Politikers Georg Bätzing. Aber an bestimmten Punkten lässt sich auch bei Heiner Wilmer zeigen, wie verschoben die Wahrnehmung und damit auch die Sprache ist. Dreimal im Pressebericht des Vorsitzenden der DBK wird die Wortkombination „Unsere Demokratie“ benutzt. Zum einen ist der Kirche keine Demokratie zu eigen. Also ist „unser“ als Possessivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort) im Munde eines Bischofs, der keine Demokratie vertritt, fehl am Platze. Zum anderen ist das Land, in dem wir, also auch Bischof Wilmer, leben, als Staatsform einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verfasst. Wir leben nicht in einer „UnsereDemokratie“, auch wenn zahlreiche linke Kräfte im Land sich eine solche, in Gestalt einer gelenkten Demokratie, zu wünschen scheinen. So sind die folgenden Sätze: „Mit Blick auf die Wahlen wissen wir, dass wir unsere Demokratie schützen müssen, […].“ Und: „Von Würzburg aus sage ich deutlich: Wehret den Anfängen! Und ich füge hinzu: Schützen wir unsere Demokratie! Unsere Demokratie organisiert die Uneinigkeit einer Gesellschaft in gerechter und friedvoller Weise“ schlicht und ergreifend falsch und vielleicht sogar gefährlich. Es gilt die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Landes zu schützen und zu bewahren. Es gilt zudem, diese gegen alle Angriffe von rechts und links und aus einer selbsternannten Mitte zu verteidigen. Exekutive Maßnahmen zum Ausschluss demokratisch gewählter Politiker von Ämtern oder Mandaten sind dabei ebenso verfehlt wie juristische Tricks in Geschäftsordnungen oder auch die Verweigerung parlamentarischer Gebräuche, wie Vizepräsidenten oder Ausschussvorsitze. Verfehlt sind ebenso alle (versuchten) Einschränkungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung, der Pressefreiheit und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Alle diese Rechte garantiert die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Landes und zugleich sind diese Rechte im Kontext von „Unsere Demokratie“ teils massiv unter Beschuss. Ein Bischof sollte das klar sehen und klar benennen. In einer gelenkten Demokratie, zu der „Unsere Demokratie“ die Vorstufe ist, wird man übrigens nicht mehr ganz so leicht das Evangelium verkünden dürfen. Und auch das sollte man bedenken: All die so reizenden prätotalitären Werkzeuge die „Unsere Demokratie“ gerade schmiedet, werden sich in aller Selbstverständlichkeit gegen jene wenden, die sie jetzt so vehement fordern. Wehret den Anfängen! Wehret den Anfängen jeglicher Einschränkung von Freiheiten. Dabei ist und bleibt die harte politische Auseinandersetzung mit dem Gegner ein unbedingtes Gebot. So ist der Generalsekretärin der DBK darin zuzustimmen (Bitte zücken Sie den Rotstift JETZT und markieren Sie diesen Vorgang meiner Zustimmung zu einer Aussage von Beate Gilles dick im Kalender), wenn sie feststellt, dass eine AfD-Regierung die Politik der DDR gegenüber den Kirchen fortführen würde. In der Tat hat die DDR die Staatsleistungen einfach nicht gezahlt. Ferner die Aussage, dass nun, da Wahlprogramme vorliegen, man sich mit diesen auch inhaltlich auseinandersetzen könne: Bitte auch tun und klar formulieren, wo die Kirche aufgrund katholische Soziallehre oder christlicher Anthropologie nicht zustimmen kann. Wenn stattdessen immer nur einen Popanz aufgebaut wird, macht man diesen weitaus interessanter, als wenn man dem Monster mal wirklich die Maske vom Gesicht reißt und die Wirklichkeit dahinter zeigt. Die Erklärung der deutschen Bischöfe „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ enthält viel Richtiges und Nachvollziehbares, baut aber eben einen auch nur Popanz auf und ist zudem auf dem linken Auge blind. Nachdem nun gerichtlich festgestellt ist, dass man die AfD nicht als gesichert Rechtsextrem bezeichnen darf, ist die inhaltliche Auseinandersetzung zwingend erforderlich. Dass man die Menschenfeindlichkeit linker und grüner Gruppierungen nicht weniger kritisch beleuchten darf, sollte außer Frage stehen. Und es kann auch nicht angehen, dass man eine nur gegen die AfD gerichtete Allparteienregierung als Heilmittel für die Demokratie ansehen kann. Sie ist das exakte Gegenteil und führt zwingend in eine absolute Mehrheit der AfD oder einer womöglich weitaus radikaleren Nachfolgeorganisation. In dem Bereich hat die Kirche in unserem Land leider nicht den nötigen Sensus, um den Menschen die Klarheit zu geben, die nötig wäre. Dass die Kirche nicht ohne Ansehen der Person auf Seiten derer steht, die sich ohne Wenn und Aber für die Freiheit im Sinne des Grundgesetzes einsetzen, ist ein Kardinalfehler. Der säkulare Staat, in einem solchen leben wir zum Glück, kann sich die Voraussetzungen, von denen er lebt, nicht selbst geben. Es ist die Kirche, deren Auftrag genau darin liegt, diese Voraussetzungen zu geben. Vielleicht sollten die Bischöfe mal einen Studientag zur Rede von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag einlegen. Diese Rede ist ebenso fundamental, wie im Übrigen auch die Konzerthausrede zur Entweltlichung der Kirche. Die Idee der Bischofskonferenz, eine Arbeitshilfe zur diakonischen Kirchenentwicklung zu erarbeiten, geht in die richtige Richtung. Ein Abschied vom Sozialkonzern Caritas wäre allerdings sehr hilfreich dafür. Übrigens auch für die Caritas selbst, die als freies Unternehmen viel freier würde arbeiten können. Was den neuen Vorsitzenden der Konferenz angeht, gibt für ihn eine große Hausaufgabe: Die Entpolitisierung der Aufgabe des Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Dazu nötig wären: Verkürzung der Amtszeit, Ersatz der Wahl durch ein unpolitisches Auswahlverfahren, wie z. B. ein turnusmäßiger Wechsel, vergleichbar mit dem Amt des Bundesratspräsidenten. Jeder ist mal dran. Das wäre ein Anfang. Der neue Vorsitzende tritt ein hartes Erbe an und er trifft auf ein Sekretariat, das sehr anders gepolt ist als er selbst. Da er fromm ist, wird er sicher nichts dagegen haben, wenn man zum Gebet für ihn aufruft. Er gab zu: Die Tatsache, dass Menschen eine Kerze für die Wahl des Vorsitzenden angezündet haben, habe ihn berührt. Also, starten wir die Aktion, eine Kerze für Bischof Heiner Wilmer.
Bild oben: Das ist es, was der neue Vorsitzende der DBK nun tun muss: Brücken bauen. Foto: Pixabay. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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