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| ![]() Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechselvor 3 Tagen in Kommentar, 6 Lesermeinungen Immer an Silvester gefallen sich deutsche Bischöfe darin, die besseren Politiker zu sein.Irgendwie hat das etwas von Kaffeesatzleserei und Bleigießen.Dabei gäbe es wichtige Botschaften der Kirche an die Menschen. Der Montagskick von Peter Winnemöller Linz (kath.net) Neujahr ist in der Kirche ja eigentlich am Ersten Advent. Mehr noch, vor einigen Jahrzehnten noch empfahlen Bischöfe ihren Priestern, den weltlichen Jahreswechsel in der Verkündigung und in der Liturgie zu ignorieren. Die Jahresschlussmessen mit Eucharistischer Aussetzung und Spökenkiekerei in der Predigt sind inzwischen aus keiner Pfarrei mehr wegzudenken. Auch im geistlichen Liedgut gibt es die Jahreswechsellieder. Der Herr, der Jahr und Tag gemacht … Man kann es auswendig, obwohl es nur einmal im Jahr gesungen wird. Begünstigt wird dies wohl in erster Linie dadurch, dass wir in unserer Wohlstandswelt inzwischen vom 22. Dezember bis irgendwann Anfang Januar komplett runterfahren. Die Betriebe haben zu oder nur Notbetrieb. Wer kann, nimmt Urlaub. Straßen und Geschäfte sind leer. Da bietet es sich an, wir sind ja in der Weihnachtsoktav und die Menschen eh noch in Kirchenstimmung. Aber ganz so ist es dann auch nicht. Die Dorfkirche in der westfälischen Provinz hatte gerade 30 Teilnehmer. Gefeiert wurde ohne Orgel. Der Gesang klappte trotzdem (oder vielleicht deshalb?). Spökenkiekerei ließ man sich auch im deutschen Episkopat nicht nehmen. Georg Bätzing, Oberhirte von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, möchte mehr gute Nachrichten hören. Dem Mann kann geholfen werden. Abschaffung der Kirchensteuer und Ende des Synodalen Weges. Und schon hätten wir jede Menge guter Nachrichten. Es ist übrigens nicht anzunehmen, dass die Kirche ohne Kirchensteuer wirtschaftlich schlechter stünde. Den Synodalen Weg, der am Ende zu einem Labergremium zwischen Diözesanbischöfen (die nicht gerade andere Termine haben) und ungefähr doppelt so vielen Laien mutierte, das alles darf, aber gar nichts umsetzen kann und dafür die Bischöfe mit Berichts- und Rechtfertigungspflichten plagt. Das braucht niemand und unsere Bischöfe bräuchten wir für die Neuevangelisierung. Ein solches Programm anzukündigen, könnte auch eine gute Nachricht sein. Tja, wenn man selbst Nachrichtenquelle ist, kommt es nicht gut, schlechte Nachrichten zu bejammern. Der Vorgänger im Amt des Vorsitzenden der DBK, Reinhard Marx, nannte es eine Schande und eine Blasphemie, dass sich getaufte Christen gegenseitig umbringen. Er bezog sich damit auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wäre es besser, wenn Russland ungetaufte Soldaten einsetzen würde? Man erkennt den Populismus. Ansonsten sieht der Erzbischof von München ein Jahr voller Fragezeichen. Nun, das Gegenteil von Fragezeichen ist der Punkt, nicht das Ausrufezeichen. Es ist nicht die Aufgabe eines Hirten der Kirche, bei Fragezeichen stehen zu bleiben. Ein wenig konkreter düfte es schon werden. Auch in Bamberg wurde es nicht viel konkreter. Herwig Gössl gab für das Jahr 2026 das Motto "Du bewegst die Welt" für das Erzbistum aus. Seit einigen Tagen kursiert ein Video dazu durch die sozialen Netze: Ein Jugendlicher steht in einem U-Bahnhof. Ein Zug läuft ein, der junge Mann legt kräftig Hand an. Der Zug kommt zum Stehen. Er geht zur Tür und drückt die Schiebetüren auf. Als alle ein- und ausgestiegen sind, schiebt er die Türen zu und geht zur Seite, gibt dem Zug einen Schubs, der daraufhin anrollt und den Bahnhof verlässt. Das Video ist echt gut gemacht. Du bewegst die Welt. Soweit der Klamauk. Der Erzbischof von Bamberg sieht im christlichen Glauben das beste Heilmittel gegen Egoismus, Intoleranz, Hass und Hetze. "Dabei kommt es wirklich auf jeden einzelnen Menschen an", sagte er. Damit wüssten wir also, was die größten Probleme sind, die wir haben. Schon klar. Peter Kohlgraf äußerte mit Sorge, dass in Deutschland Hassbotschaften zunähmen. Statistische oder demoskopische Beweise blieb er schuldig. Fuhr aber fort: geäußert würden sie dabei keineswegs nur von Menschen, die gesellschaftlich abgehängt seien. Klingt da ein bourgeoiser Hass gegen sozial Schwächere mit? "Vielen geht es gut, und sie leben dennoch ihren Hass und ihre Verachtung gegenüber anderen aus", kritisierte der Bischof. Das Fazit kann nur lauten: Leute schreibt mehr Liebesbriefe. Echt jetzt. Das würde zumindest die Statistik verbessern. Auch aus Fulda erreichen uns aufrüttelnd-anrührende Episkopalweisheiten. Michael Gerber stellte fest, Polarisierungen in unserem Land und weltweit hätten zugenommen. Auch hier kein Beweis, einfach nur eine populistische These. Wir erlebten massive Prozesse der Entsolidarisierung, so der Bischof von Fulda. Als Beispiele nannte er den Rückgang der Entwicklungshilfe und das Infragestellen von internationalen Vereinbarungen und Partnerschaften. Konkreter wurde es nicht. Dafür diagnostizierte er, die Menschheit scheine angesichts der vielen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen in eine große Stress-Situation gekommen zu sein. Der Bischof sprach sich für einen recht unreflektierten Internationalismus aus und gipfelte in der Binsenweisheit, unser Gott sei auch der Gott der anderen Völker, unser Gott sei auch der Gott, der für die anderen Völker sorge, so Gerber. Damit niemand auf die Idee kommt, mit Hilfe dieser Kolumne die nächste Bullshit-Bingo-Veranstaltung auszurichten, wenden wir uns an dieser Stelle mit Grausen ab. Wir leben in einem Land, das in der Tat massive politische Probleme hat. Dafür haben wir eine Regierung auf Bundes- und sechzehn weitere auf Landesebene gewählt, die für Problemlösungen verantwortlich wären. Aus der Perspektive der Kirche, das heißt aus der Theologie und besonders aus der katholischen Soziallehre heraus Grundlagen aufzuzeigen, die für die Lösung von Problemen und gesellschaftliche Konflikten dienen können, wäre in einer Silvesterpredigt eine gute Idee. Deutsche Bischöfe bewegen sich stattdessen irgendwo zwischen pontifikalem Bleigießen und sophistischem Auspendeln der Zukunft. Auch innerkirchlich gibt es eine ganze Reihe von Problemen. Christen geraten in unserem Land in die Minderheit, teils geht es sogar in Richtung Verfolgung. Stört uns das? Nö, ist irgendwie bereichernd. Für die Predigt ist das nichts. Die Christen, die getauft sind und der Kirche noch angehören, scheinen sich in großer Mehrheit um die Kirche und den Glauben gar nicht mehr zu kümmern. Auch das interessiert wenig. Synodalität muss missionarisch sein. Das sagt nun schon der zweite Papst. Ideen, wie das in D gehen soll, wo Synodalismus als Endgestalt des Sitzungskatholizismus daherkommt? Kein Idee. Es gäbe bewegende und sehr herausfordernde Themen für bischöfliche Predigten an solchen Tagen, da diese ja, selbst bei Provinzbischöfe, für die sich sonst kein Journalist interessiert, an Silvester die kirchliche Filterbubble durchbrechen. Und da es immer gute Beispiele gibt.Der Bischof von Passau, Stefan Oster, der sich der KI angenommen hat. Etwas verkürzt, anders geht es an dieser Stelle nicht, zeigte der Bischof auf, dass die Kirche die Hüterin der unersetzbaren Kostbarkeit der menschlichen Person, der menschlichen Kreativität und vor allem des menschlichen Herzens sein solle. Das ist vielleicht ein wenig poetisch, trifft aber den Kern. Der Mensch muss Autor sein, so fasste es in einem Vortrag über KI einmal der Philosoph und Wirtschaftsethiker Thomas Rusche zusammen. KI verlangt die Grundlegung in der katholischen Soziallehre. Sie tut dies, weil die uns bevorstehenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen die Industrielle Revolution bei weitem übertreffen werden. Wenn es jemanden gibt, der den Menschen in seiner Personalität zu schützen vermag, dann ist es allein die Kirche. Hier braucht es viel Denkarbeit und viel Gebet um den Heiligen Geist, und so ist es mutig, wenn sich ein Bischof dieser Frage annimmt. Was an Silvester gilt, gilt auch zu anderen Zeiten. Der Bischof sollte der Lehrer im Glauben sein und seine Lehre sollte die Lehre der Kirche authentisch abbilden. Der Bischof soll den Glauben der Menschen stärken und sie in diesem Glauben anleiten. Für die Tagespolitik sind die Laien zuständig und eines ist sicher: Wir können das besser. Wir könnten es noch besser, wenn die Hirten sich noch besser um den Glauben kümmern würden. Das klingt auf den ersten Blick sonderbar, aber wenn durchaus fromme Menschen nicht verstehen, wieso der unbedingte Schutz des menschlichen Lebens ein Kernelement unserer Glaubenspraxis ist, dann gibt es ein Defizit in der Verkündigung. Wenn – zum Beispiel in Fragen der Migration – Bischöfe glauben die besseren Politiker zu sein und Ausgrenzung betreiben, dann spalten sie, statt zu einen. Wenn Bischöfe umstrittene Theorien – beispielsweise zur Entwicklung des Weltklimas – wie sicher offenbarte Glaubenswahrheiten behandeln, dann spalten sie, statt zu einen. Und auch das muss man leider sagen, wenn Bischöfe sich mit eher politisch motivierten Laienfunktionären zusammenrotten und normale Gläubige aus dem Diskurs drängen, beleidigen, ausgrenzen, canceln, dann einen sie nicht, dann spalten sie. Leider muss man den meisten deutschen Bischöfen derzeit dieses Zeugnis ausstellen. Wenn man nun an die Jahresvorsätze für 2026 geht, dann wäre es für deutsche Bischöfe eine gute Idee, den Gedanken der Einheit wieder neu zu denken. Okay, sie können sich auch entscheiden, lieber die Einheit mit dem gesellschaftlichen Mainstream einer nach links driftenden Elite zu leben. Ob das eine gute Idee ist? Bild oben: Ein Feuerwerk der Predigtkunst war es nicht, was die deutschen Bischöfe zu Silvester abgeliefert haben. Foto: Pixabay Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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