Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  2. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  3. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  6. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  7. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  8. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  9. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  10. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  11. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit
  12. Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung
  13. WM-Public-Viewing in katholischer KIRCHE - (K)eine gute Idee?
  14. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  15. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“

Ganz Beirut freut sich über den Papst

30. November 2025 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In der Türkei hat Papst Leo diplomatisch komplizierte Tage erlebt. Auch im Libanon ist der Islam Mehrheitsreligion, doch dort scheint die Freude ungeteilt. Von Kathpress-Korrespondentin Sabine Kleyboldt


Beirut (kath.net/KAP) Gegen 15.40 Uhr beginnen im Libanon die Glocken zu läuten. "Der Papst ist gelandet!", ruft ein junger Mann, der mit Schwester, Mutter und Ehefrau in einem Café im Beiruter Ausgehviertel Gemmayzeh sitzt und triumphierend das Handy schwenkt; die Frauen sind verschleiert, die Familie ist muslimisch.

Der Besuch von Leo XIV. im Libanon bringt nicht nur die Christen aus dem Häuschen: Auch die Muslime sehen es als große Ehre, das Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken bis Dienstag begrüßen zu dürfen. Während zu seiner Ankunft am Sonntag im ganzen Land für zehn Minuten die Glocken läuten und christliche Gesänge via Lautsprecher die Straßen beschallen, wird Leo XIV. am Flughafen von den drei wichtigsten Männern des Staates begrüßt: Präsident Joseph Aoun, einem Christen, dem Präsidenten der Nationalversammlung, Nabih Berri, einem schiitischen Muslim, und Regierungschef Nawaf Salam, einem Sunniten.

Mühsame Regierungsbildung im leidgeprüften Land

Die laut Verfassung konfessionell austarierte Regierung ist nach einem mühsamen Prozess seit Februar im Amt. Auch, um diese in ihrer schweren Aufgabe in dem leidgeprüften Land zu bestärken, hat Leo XIV. den Libanon als Ziel seiner ersten Auslandsreise als Papst gewählt.


Am Rollfeld des Flughafens in Beirut steht auch der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Boutros Raï, der die größte christliche Konfession des Landes verkörpert. Zwei in Trachten gekleidete Kinder bringen dem Papst Blumen, 21 Kanonenböller werden zu seinen Ehren abgefeuert, Hymnen von Vatikan und Libanon erklingen, Flaggen werden gehisst.

Auf Leos Fahrt zum Präsidentenpalast, wo Aoun und der Papst Reden halten, setzt starker Regen ein. Trotzdem stehen viele Hundert Menschen an den Straßen, viele schwenken Fahnen oder halten selbst geschriebene Banner hoch, eines davon: "Where the Pope walks, peace follows" (Wohin der Papst kommt, wird der Friede folgen). Wo sonst um diese Zeit Rush Hour herrscht, ist es heute vergleichsweise ruhig, denn für den Staatsgasts wurden Banken und der öffentliche Dienst für zwei Tage stillgelegt.

Hisbollah-Flagge neben Papst-Transparent

Der Konvoi kommt auch an Häuserruinen vorbei, die teils noch vom Bürgerkrieg der 1970er Jahre stammen, teils von israelischen Bomben der jüngeren Zeit. Irgendwo prangt eine Flagge der islamischen Hisbollah direkt neben einem der offiziellen Transparente zu Leos Besuch, die das Straßenbild seit Tagen beherrschen.

Den darauf zu lesenden Wahlspruch "Gesegnet sind die Friedensstifter" greift Leo XIV. bei seiner Rede im Präsidentenpalast auf. Zuvor begrüßt Hausherr Aoun den Gast auf Arabisch "mit großem Stolz und großer Demut" als "Boten des Friedens im Land des Friedens". Der Papst solle der ganzen Welt sagen, "dass wir nicht sterben, dass wir nicht gehen, dass wir nicht verzweifeln werden".

Die Libanesen seien "ein Volk, das nicht untergeht, sondern angesichts von Prüfungen stets den Mut findet, sich neu zu erheben", betont anschließend der Papst auf Englisch. Gerade die jungen Libanesen ermutigt er, zu bleiben. Denn das Land erlebt seit langem einen Brain Drain, weil insbesondere die gebildete Bevölkerung ihr Glück in anderen Ländern sucht.

Leo plant Bad in der Menge

Um wirklichen Frieden zu erreichen, sei Versöhnung nötig, andernfalls entstünden persönliche und kollektive Wunden, deren Heilung viele Jahre oder ganze Generationen erfordere. Mancher dürfte das als Anspielung auf die schwere Hafenexplosion von 2025 verstanden haben, deren Aufklärung und Aufarbeitung bis heute auf sich warten lässt.

Am Ort des Geschehens wird Leo XIV. am Dienstagmorgen ein stilles Gedenken und anschließend an der "Beirut Waterfront" einen großen Gottesdienst halten. Ferner stehen Begegnungen mit Vertretern verschiedener Kirchen und Religionen, mit Politikern und der Jugend an. Anders als in der Türkei will er auch das Papamobil nutzen. Hatte er sich am Bosporus stets in geschlossenen Fahrzeugen fortbewegt, um niemanden zusätzlich zu provozieren, steht in Beirut schon das weiße Gefährt mit dem gläsernen Aufbau bereit. Libanon kann sich also auf Leos "Bad in der Menge" freuen.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Versusdeum 1. Dezember 2025 
 

Möge der Papstbesuch diesem zerrissenen Land,

das einst die "Schweiz des Nahen Ostens" genannt wurde und danach die "Ukraine der 80er" wurde (Schiiten gegen Sunniten gegen Christen hinterließen Trümmerlandschaften), Frieden bringen und den Christen Mut geben!


1
 
 Marianus 1. Dezember 2025 

Begleiten wir m Gebet den Heiligen Vater auch weiterhin

während seiner Friedensmission im Nahen Osten!


2
 
 Marianus 1. Dezember 2025 

Zur Illustration der im Artikel beschriebenen Stimmung im Land

angesichts des Besuchs von Leo XIV hier ein kurzes, schönes Video:

www.facebook.com/stories/2437248082990596/UzpfSVNDOjYxNjI5MDY0NDkwNzgyMg==/?view_single=1


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Libanon

  1. Vatikan-Medien: Pfarrer im Libanon von israelischen Bomben getötet
  2. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  3. Libanesin: "Papst hat unsere Nation aufgerichtet"
  4. Papst Leo: Deutliche Unterschiede zwischen Synodalem Prozess und deutsch-synodalem Weg!
  5. Auch im Libanon zeigte sich Leo XIV. in kraftvoller Energie - "Lasst die Welt in Hoffnung erblühen!"
  6. Erste fliegende Papst-Pressekonferenz: Lob für Vermittler Erdogan
  7. Libanon und Syrien: „Die Menschen versuchen, mit einem US-Dollar pro Tag zu überleben“

Leo XIV.

  1. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  2. Papst ruft am Grab des heiligen Augustinus zu Mut und Nächstenliebe
  3. Der Turm Christi und das Haus Gottes: eine Katechese aus Steinen, Farben und Licht
  4. Jedes Kind ist ein Traum Gottes. Über Würde, Nächstenliebe und die Freundschaft mit Christus
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. ‚Seid Menschen!‘ - Über Heiligkeit, Berufung und den Auftrag der Jugend
  7. Frieden, Wahrheit und das Programm für Europa






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  3. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  4. Ehemalige Hamas-Geisel deckt die Lügen der UN-Sonderberichterstatterin auf!
  5. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  6. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  7. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  8. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  9. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  10. Das zweite Konsistorium Leos XIV.
  11. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  12. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  13. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  14. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  15. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz