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Damian Thompson über Leo XIV.: Zeit, den ‚katholischen Bürgerkrieg‘ ein wenig herunterzufahren

2. Juni 2026 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Der Mitherausgeber des britischen Spectator sieht in Papst Leo XIV. einen Mann des Ausgleichs.


London (kath.net/jg)
Der katholische Journalist, Autor und Redakteur Damian Thompson, Mitherausgeber des Magazins Spectator, hat sich am 30. Mai auf X zur Situation der katholischen Kirche unter Papst Leo XIV. zu Wort gemeldet und vorgeschlagen, den „katholischen Bürgerkrieg“ ein wenig herunterzufahren.

Papst Leo sei zwar nicht „ideal für Traditionalisten“, aber er versuche auch nicht, dieselben „anarchischen Ideen“ durchzudrücken wie Franziskus und vertraue nicht auf dieselben „opportunistischen Ideologen“ wie sein Vorgänger. Man könne zwar darüber verärgert sein, dass Leo einen Block Eis gesegnet oder Sarah Mullally, die anglikanische Erzbischöfin von Canterbury, mit vollem ökumenischem Entgegenkommen empfangen habe. Er habe sich aber keinen Millimeter in Richtung Anerkennung anglikanischer Weihen bewegt, etwas, womit Franziskus „geflirtet“ habe. Leo sei nicht an weiblichen Diakonen interessiert und setze Traditionis custodes nicht mit Enthusiasmus um. Seine christuszentrierte Predigt sei weit entfernt von dem „alarmierenden Indifferentismus“ der bei Franziskus in dessen „verrückteren Ausbrüchen“ zu sehen gewesen sei. 


Er habe keine „finsteren Wirrköpfe per Fallschirm“ auf wichtigen Bischofssitzen platziert, habe aber, wie übrigens die meisten Päpste, keine Eile, sein Kabinett umzubauen. Was die Piusbruderschaft angehe, hätte er sich vielleicht mit ihren Vertretern treffen sollen. Man müsse aber verstehen, dass der Vatikan von den endlosen, fruchtlosen Verhandlungen der letzten Jahre genug habe und die Drohung, illegitim Bischöfe zu weihen, die jetzt umgesetzt werde, als Erpressung empfunden habe. Außerhalb der sozialen Medien fühlen sich „Mainstream-Traditionalisten (einschließlich ihrer Verbündeten im Kardinalsrang)“ von der SSPX beleidigt, besonders von den aggressiven Andeutungen, dass Messen im Novus Ordo ungültig sein könnten.

„Und die Deutschen?“, fragen Kommentatoren. Leo scheine weniger geneigt, ihnen nachzugeben als Franziskus, schreibt Thompson. Es sei bedeutsam, dass sie ihren großartigen Plan für eine Synodalversammlung oder wie auch immer sie es nennen verschieben oder absagen mussten. Was das spezifische Thema der Segnung von Homosexuellen angeht, scheine Leo die Kopten davon überzeugt zu haben, dass Fiducia supplicans nicht mehr ernst genommen werden muss. „Ja, verrückte Dinge passieren immer noch in Europa, aber das geht seit 50 Jahren so“, resümiert Thompson.

Die „melodramatischen Aussagen“ der „Ultratraditionalisten“ wirkten daher jetzt weniger angemessen als sie es unter Franziskus gewesen sein könnten, dessen „chaotische Herrschaft“ in die Geschichte eingehe – „nicht schnell genug, aber die Richtung der Reise ist nicht die, die die Synodalfraktion, so einflussreich vor fünf Jahren, gewählt hätte“. „Und als Krönung haben wir gerade eine durchdachte Enzyklika gehabt, die die meisten katholischen Beobachter beeindruckt hat“, schreibt Thompson abschließend.

 


© Foto: Vatican Media

 

 

 

 

 


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Lesermeinungen

 Sextus 2. Juni 2026 
 

Massimo Faggioli


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