Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  14. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  15. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'

Kardinal Erdö: Das Leben nicht von Spaltung und Hass prägen lassen

27. Oktober 2025 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof von Budapest eröffnete Seligsprechungsverfahren für den Priester Gabor Ervin, der wegen seines Einsatzes für verfolgte Juden 1944 von den nationalsozialistischen "Pfeilkreuzlern" getötet wurde


Budapest (kath.net/KAP) Der ungarische Kardinal Peter Erdö hat offiziell die diözesane Phase des Seligsprechungsverfahrens für den wegen seines Einsatzes für verfolgte Juden von den nationalsozialistischen "Pfeilkreuzlern" getöteten Priester Gabor Ervin (1912-1944) eröffnet. Lebensbeispiele wie das von Ervin "erinnern uns alle - als Gesellschaft und als Kirche - daran, dass wir hier in Ungarn zusammengehören", sagte Erdö bei dem feierlichen Akt am 20. Oktober. "Sie rufen uns auf, unser Leben nicht von Spaltung und Hass, sondern von Einheit, gegenseitigem Respekt und Liebe prägen zu lassen."

Ervin stammte aus einer jüdischen Bürgerfamilie in Budapest, die 1919 zum Katholizismus konvertierte. 1934 wurde er zum Priester geweiht und war nicht nur Seelsorger, sondern auch ein herausragender Theologe, Philosoph sowie Autor spiritueller Bücher. Ervin engagierte sich aktiv in der Heiligen-Kreuz-Vereinigung, die zum Schutz konvertierter Juden gegründet worden war. In seiner Budapester Wohnung versteckte er auch verfolgte Juden. Im Dezember 1944 wurde der damals 32-Jährige zusammen mit seiner Mutter am Donauufer in Budapest erschossen.


In seiner Ansprache zur Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens zeichnete Kardinal Erdö die wesentlichen Stationen im Leben Ervins nach und würdigte die Entwicklung seines Glaubens sowie sein Wirken in tätiger Nächstenliebe. Es sei heute mitunter "Mode", das Priestertum geringzuschätzen oder gar lächerlich zu machen. Doch dass es unter den Priestern auch "Helden und Heilige" gegeben habe und weiterhin gebe, werde, so Erdö, oft nur "leise" erwähnt, merkte der Erzbischof von Esztergom-Budapest an.

Der ermordete Priester bleibe als Lebensretter in Erinnerung, der sich mit großem Einsatz für die Verfolgten während der NS-Zeit einsetzte, sagte Erdö. Neben seinem pastoralen Wirken, besonders in der Seelsorge und Bildung der Jugend, sei Ervin auch ein herausragender theologischer Denker "mit scharfem Verstand und feinem Gespür" gewesen. Seine Mitgliedschaft in der Philosophischen Gesellschaft zeuge von seinem weiten geistigen Horizont und seiner Fähigkeit, mit Menschen anderer Weltanschauungen respektvoll in Dialog zu treten.

Wie Kardinal Erdö erläuterte, hatte die Kirchenleitung nach der deutschen Besatzung Ungarns und dem Beginn der Judenverfolgung erreicht, dass kirchliche Personen - Priester, Ordensleute und Seminaristen - von den Bestimmungen der Judengesetze, etwa dem Tragen des gelben Sterns, befreit waren. Gabor Ervin jedoch entschied sich, den Stern als bewssutes Zeichen der Solidarität dennoch zu tragen. "Was Gabor Ervin tat, war weit mehr als bloße Wohltätigkeit oder lokale Heldentat", sagte Erdö. "Er handelte im Sinne des Heiligen Stuhls und opferte in diesem Dienst letztlich sein Leben."

Im Rahmen der ersten Phase des Seligsprechungsverfahrens, das auf diözesaner Ebene stattfindet, werden nun Zeugnisse über das Leben und die Umstände des Todes von Ervin gesammelt. Die Arbeit der kirchlichen Untersuchung wird von einer theologischen und einer historischen Kommission begleitet. Wird die diözesane Untersuchung erfolgreich abgeschlossen, kommt der Fall für die zweite Phase des Verfahrens an das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan. Am Ende des Verfahrens könnte die Verkündung des Dekrets über das Martyrium durch den Papst stehen.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Erdö (c) Ungarische Bischofskonferenz


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ungarn

  1. Beobachtungsstelle: Tausende christenfeindliche Straftaten in Europa
  2. Papst Leo XIV. empfing Ungarns Ministerpräsident Orban
  3. Dieses Jahr keine LGBT-‚Pride‘ Parade in Budapest
  4. Ungarn: Bischof für Kultur der Lebensbejahung statt Sterbehilfe
  5. Kein Segen für Paare in einer nichtehelichen Partnerschaft oder gleichgeschlechtlichen Beziehung
  6. Ungarischer Ministerpräsident Viktor Orban übernimmt die Kriegslügen von Putin
  7. Die Realität aufzeigen
  8. Erdö vor Papstbesuch: Budapest eine Brücke zwischen Ost und West
  9. Bischof Veres: Kirche auch in Ungarn in radikalem Wandel
  10. Serbischer Patriarch ehrt Viktor Orban mit höchster Auszeichnung







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  4. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  5. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  6. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“
  7. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  8. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  9. DJ "Padre Guilherme" begeistert in Mörbisch 5.000 Jugendliche
  10. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  11. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  12. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  13. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  14. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  15. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz