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Britisches Unterhaus stimmt erneut über Sterbehilfe-Gesetz ab

11. September 2026 in Prolife, 1 Lesermeinung
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Katholische Bischöfe rufen Gläubige auf, Mandatare zu kontaktieren und gegen das Gesetz Stellung zu beziehen! - Kritik auch von Aktivisten für Rechte von Menschen mit Behinderungen - Parteiloser Abgeordneter erwartet knappe Entscheidung


London (kath.net/KAP) Das britische Unterhaus stimmt am Freitag erneut über den umstrittenen Gesetzentwurf zum assistierten Suizid für unheilbar kranke Erwachsene ab. Der Ausgang der zweiten Lesung könnte nach Einschätzung des parteilosen Politikers Lord David Alton gegenüber der Zeitung "The Tablet" (Mittwoch) von nur wenigen Stimmen abhängen. Er verwies auf die letzte Abstimmung, bei der der Vorgängerentwurf mit einer Mehrheit von 23 Stimmen angenommen worden war. Wenn zwölf Abgeordnete ihre Position änderten, könnte das Vorhaben diesmal scheitern, so Alton.

Der von der Labour-Abgeordneten Lauren Edwards eingebrachte "Terminally Ill Adults (End of Life) Bill" soll es schwerkranken Erwachsenen unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, Unterstützung zur Beendigung ihres Lebens zu erhalten. Ein nahezu identischer Entwurf ihrer Parteikollegin Kim Leadbeater hatte 2025 das Unterhaus passiert, scheiterte dann aber im April 2026 nach über 1.300 Änderungsanträgen im Oberhaus, weil die Sitzungsperiode des Parlaments auslief. Der neue Premierminister Andy Burnham hatte sich kurz nach seinem Amtsantritt im Juli noch dafür ausgesprochen, erst die Finanzierung von Palliativ- und Sozialversorgung zu verbessern, kündigte Ende August aber an, sich bei der Abstimmung zu enthalten und die Regierung neutral zu halten.


Alton warnte vor den möglichen Auswirkungen einer Verabschiedung des Gesetzes. Nach einer Regierungs-Schätzung könnte die Zahl der assistierten Todesfälle im zehnten Jahr des vorgesehenen Systems bei 3.502 liegen; in einem Hochszenario seien 6.257 Fälle möglich. Das entspräche mehr als 17 Todesfällen pro Tag. Alton betonte, Krankheit, Behinderung und Abhängigkeit minderten nicht den Wert eines Menschen, sondern verstärkten die Verantwortung, ihn zu begleiten und zu versorgen.

Kirchenvertreter warnen vor Gesetz

Auch mehrere katholische Bischöfe bekräftigten ihre Ablehnung des Gesetzes. Bischof Stephen Wright von Hexham und Newcastle bezeichnete den Entwurf am Dienstag als "schlecht" und unnötig. Das Leben sei ein Geschenk Gottes, jeder Mensch besitze unabhängig von seiner Lebenssituation eine von Gott gegebene Würde. Der Entwurf biete zudem keinen ausreichenden Schutz für besonders verletzliche Menschen. Wright rief Katholiken auf, ihre Abgeordneten zu kontaktieren und gegen das Gesetz Stellung zu beziehen.

Erzbischof John Sherrington von Liverpool, der in der Bischofskonferenz von England und Wales für Lebensfragen zuständig ist, warnte ebenfalls vor dem Vorhaben. Das Oberhaus habe den früheren Entwurf eingehend geprüft und dabei Schwachstellen aufgezeigt. Ein Vorgehen, das diese weitere parlamentarische Prüfung verkürze, würde die bestehenden Probleme nicht beheben, so Sherrington. Er bezeichnete das Gesetz als "grundsätzlich fehlerhaft" und betonte, sterbende Menschen seien besonders verletzlich und benötigten bis zu ihrem letzten Atemzug fürsorgliche Begleitung und Unterstützung.

Auch Bischof Marcus Stock von Leeds wandte sich gegen Begriffe wie "assistiertes Sterben" oder "Sterben in Würde". Diese seien letztlich Umschreibungen für assistierten Suizid. Ein würdevolles Sterben könne dagegen durch menschliche Begleitung, Unterstützung der Angehörigen, Gebet sowie Palliativmedizin und Hospizarbeit ermöglicht werden, erklärte Stock.

Die kirchliche Kritik reiht sich in eine breitere Mobilisierung für den Lebensschutz ein. 15 Bischöfe hatten sich vergangenen Samstag am jährlichen "March for Life" in London beteiligt, darunter auch Erzbischof Richard Moth von Westminster, der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales. Southwarks Erzbischof John Wilson betonte bei der Kundgebung, die Würde des menschlichen Lebens müsse in allen Lebensphasen geschützt werden. Insgesamt nahmen rund 15.000 Menschen an der Kundgebung in der Londoner Innenstadt teil.

Offener Brief von Aktivisten

Widerstand kommt auch von anderen Teilen der Gesellschaft. So forderten etwa Aktivisten für die Rechte von Menschen mit Behinderung, darunter die Schauspielerinnen Ruth Madeley und Liz Carr sowie die Komikerin Rosie Jones, eine Rückstellung des Gesetzesvorhabens und einen vorrangigen Ausbau der Palliativ- und Sozialversorgung. In einem von Dutzenden Prominenten aus Kunst, Medien und Wissenschaft unterzeichneten offenen Brief warnen sie, Menschen könnten sich wegen fehlender Unterstützung zum Lebensende gedrängt sehen. Nötig seien "strukturelle und soziale Unterstützung zum Leben und nicht zum Sterben".

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Symbolbild Sterbehilfe (c) Care not killing


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Lesermeinungen

 Mariat 11. September 2026 

Was mir bei solchen Diskussionen fehlt, ist die Erwähnung der Seele des Menschen

die ja nach dem Tode, auch bei "assistiertem Suizid", weiterlebt. Wieso sprechen gerade Bischöfe dies nicht an.
Die Menschen, die aus dem Leben scheiden, da sie leiden, endlich Frieden möchten, sollten schon darauf hingewiesen werden, dass damit nicht alles vorbei ist.
Es gibt einige Seelen, die nicht " in das Licht" gehen können - da sie nicht an das weiterleben der Seele glauben - geglaubt haben.
Aufklärung tut Not!!!


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