
Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistanvor 6 Stunden in Chronik, 1 Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Pater Federico Highton: Mehr als 250 Menschen aus sklavenähnlichen Verhältnissen befreit - Schulden und Wucherzinsen als zentrale Ursache.
Madrid (kath.net/ KAP)
Mehr als 250 Christen hat der argentinische Priester Federico Highton nach eigenen Angaben in Pakistan aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen befreit. Allein bei seinem jüngsten Einsatz seien 44 Menschen freigekommen, berichtete der 46-Jährige in einem aktuellen Interview dem spanischen Radiosender COPE. Die Befreiung erfolgt seinen Angaben zufolge durch finanzielle Unterstützung der christlichen Gemeinschaft. Für eine ganze Familie mit Kindern, älteren Menschen und Schwangeren seien demnach zwischen 500 und 1.500 Euro erforderlich.
Zu den Zuständen komme es laut dem Geistlichen infolge massiver Verschuldung, in welche Familien in extremer Armut immer wieder schlittern würden, wenn sie etwa für den Kauf von Lebensmitteln Kredite aufnehmen. Die Darlehen seien mit "schrecklichen" Zinsen verbunden. Zur Rückzahlung müssten die Betroffenen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Die Schulden würden dabei teilweise über Generationen weitergegeben, sodass ganze Familien dauerhaft in Abhängigkeit gerieten. 
Die von Hightons Gemeinschaft betreuten Fälle betreffen nach seinen Angaben drei Formen der Ausbeutung: sogenannte Ziegelsklaven, Landarbeiter in sklavenähnlichen Verhältnissen sowie Opfer sexueller Ausbeutung. Besonders schwerwiegend sei der Fall von sechs Familien gewesen, die zehn Jahre lang Misshandlungen ausgesetzt gewesen seien. Highton berichtete, Männer seien unter Drogen gesetzt worden, um ihre Frauen zu vergewaltigen. Die Opfer seien zudem gezwungen worden, Videos über eine Konversion zum Islam aufzunehmen. Nach ihrer Befreiung hätten sie wieder die Sakramente empfangen.
Die Befreiung erfolgt laut Highton in Anlehnung an die historische Praxis von Ordensgemeinschaften wie die Trinitarier und Mercedarier, die sich insbesondere dem Freikauf von Gefangenen widmeten. Seine Gemeinschaft sammelt dafür Geld unter Christen und löst damit die Schulden der Betroffenen ab.
Nach der Freilassung gehe es um die wirtschaftliche und soziale Stabilisierung der Familien. Dazu werden laut dem Priester Mietwohnungen, Kleintaxis und Nähmaschinen bereitgestellt sowie die Ausbildung der Kinder unterstützt. In der pakistanischen Provinz Punjab wurde zudem ein Grundstück erworben, auf dem eine geschützte Siedlung mit einem Frauenkloster, einer Priesterunterkunft und Sportplätzen entstehen soll. Das Siedlungsprojekt "PaX" soll den befreiten Familien Schutz, wirtschaftliche Eigenständigkeit und die freie Ausübung ihres Glaubens ermöglichen.
Highton und der Priester Javier Olivera Ravasi gründeten den Orden San Elias (OSE), der 2016 kirchlich als Gesellschaft apostolischen Lebens diözesanen Rechts anerkannt wurde. Zu den Schwerpunkten gehören die Mission "ad gentes" in Regionen ohne christliche Gemeinschaften sowie die Vermittlung katholischer Kultur durch Bildungsarbeit, Vorträge und Publikationen. Zudem gibt es zeitlich begrenzte Missionsexpeditionen in entlegene Gebiete.
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Lesermeinungen| | LionardoLoredan vor 3 Stunden | | | | Großartig, dass Sie über diese ganz besondere Hilfe berichten!
Ich schlage ihnen daher vor, den Link zu der Internetseite der Priester zu veröffentlichen:
https://pax2.org/de/wer-wir-sind/; abgerufen am 22.08.2026.
Sie verfügt auch über eine deutschsprachige Funktion. |  0
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