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Vor 100 Jahren: Guadalupe-Bild heimlich in Kleiderschrank versteckt

16. August 2026 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Repression gegen Kirche ließ Madonnenbild von Mexiko drei Jahre in einem Privathaus verschwinden.


Mexiko-Stadt (kath.net/ KAP) 
Vor genau 100 Jahren wurde das Gnadenbild der mexikanischen Gottesmutter von Guadalupe heimlich aus der Basilika in Mexiko-Stadt gebracht und vorübergehend in einem Kleiderschrank versteckt. Hintergrund war die zunehmende staatliche Repression gegen die katholische Kirche, die wenige Tage später mit dem Inkrafttreten der sogenannten Calles-Gesetze einen neuen Höhepunkt erreichte.
Nach Angaben der mexikanischen Kirchenzeitschrift "Desde la Fe" wurde die originale Tilma, das auf einem Umhang überlieferte Marienbild, am 29. Juli 1926 aus der Basilika - der alten, die inzwischen durch einen neuen Kirchenbau ergänzt wurde - entfernt. Um keinen Verdacht zu erregen, fertigte der Maler Rafael Aguirre eine Kopie an, die zunächst im ursprünglichen Rahmen verblieb.

Das Original wurde mit Seidentüchern und einem dicken Tuch geschützt und in einem doppelten Boden eines kleinen Kleiderschranks verborgen. Weil der Haupteingang überwacht wurde, soll eigens ein Loch in eine angrenzende Mauer gebrochen worden sein. Anschließend wurde die Tilma in einem alten Umzugswagen aus dem Gebäude gebracht und in einem Privathaus im Zentrum von Mexiko-Stadt untergebracht.
Die Aktion erfolgte wenige Tage vor dem Inkrafttreten der "Ley Calles" am 31. Juli 1926. Das Gesetz schränkte die Tätigkeit der katholischen Kirche massiv ein und trug zum Ausbruch des sogenannten Cristero-Krieges bei, in dem katholische Aufständische gegen die Regierung kämpften.
Das Marienbild blieb fast drei Jahre verborgen. Erst nach dem Ende des Konflikts wurde es am 26. Juni 1929 wieder in die Basilika zurückgebracht. Die Historikerin Ana Rita Valero bezeichnet die geheime Rettungsaktion als außergewöhnliches Beispiel für den Versuch, das bedeutendste religiöse Symbol Mexikos vor einem möglichen Anschlag zu bewahren. Erst wenige Jahre davor hatte im November 1921 ein Attentäter einen Sprengsatz vor dem Gnadenbild deponiert, deren Explosion zwar das Umfeld beschädigte, während die Tilma selbst jedoch unversehrt blieb.


Brutaler Krieg zwischen Staat und Kirche
Die Cristero-Kriege gehen zurück auf die Verfassung von 1917 und deren antiklerikalen Bestimmungen, die der Staat unter Präsident Plutarco Elías Calles ab 1926 verschärfte. Die öffentliche Religionsausübung wurde damals beschränkt, Priester wurden unter staatliche Kontrolle gestellt und die Schließung oder Enteignung kirchlicher Einrichtungen ermöglicht. Zur Eskalation kam es, als Mexikos Bischöfe Ende Juli 1926 aus Protest die öffentlichen Gottesdienste aussetzten.
Vor allem auf dem Land griffen damals katholische Laien zu den Waffen. Die sogenannten Cristeros kämpften unter dem Ruf "¡Viva Cristo Rey!" gegen die Regierung, die äußerst brutal mit Massenverhaftungen, Hinrichtungen und Repressionen gegen Aufständische und die Zivilbevölkerung reagierte. Auch vonseiten der Cristeros gab es schwere Gewalttaten; Schätzungen gehen von bis zu 200.000 Toten aus.

1929 wurde der bewaffnete Konflikt durch eine Vereinbarung zwischen Regierung und Kirche beendet, doch die Repressionen dauerten in manchen Regionen noch Jahre an. Die Erinnerung an die Verfolgung blieb in vielen katholischen Familien lebendig, wurde öffentlich jedoch lange kaum thematisiert. Erst mit der schrittweisen Normalisierung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche - insbesondere durch die Verfassungsreform von 1992 und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum Heiligen Stuhl - änderte sich die Situation grundlegend.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Bild: Bild von Guadalupe, Archiv


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Lesermeinungen

 Hängematte 16. August 2026 
 

Der neugewählte Papst Johannes Paul II.

hat seinen ersten Auslandsbesuch in Mexiko absolviert. Meiner Erinnerung nach hat das Volk dem neuen Papst einen triumphalen Empfang bereitet. das dürfte dann auch der Grund gewesen sein für die Entspannung zwischen Staat und Kirche und die neue für die Kirche günstigere Verfassung.


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