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| ![]() Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheitvor 3 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung Die Predigt von der Hölle: eine Warnung für die Lebenden - Von Christoph Casetti / VISION 2000 Wien (kath.net/vision2000) Nachdem ungefähr in der Mitte des letzten Jahrhunderts der Tübinger Theologe Herbert Haag den Abschied vom Teufel verkündet hat, ist es auch um die Warnung vor der Hölle stiller geworden. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich selber auch noch nie ausführlicher über die Hölle gepredigt habe. Was lehrt die Kirche zu unserem Thema? Sie hält an drei Wahrheiten fest: 1. Die Hölle existiert. Bis diese Wahrheiten geklärt waren, dauerte es einige Zeit. Gerungen wurde um das Thema der Ewigkeit der Hölle. Gefragt wurde auch, ob eine Strafmilderung für Christen denkbar sei? Ist die Hölle vielleicht nur sinnbildlich zu verstehen? Beginnt sie vielleicht doch erst beim Jüngsten Gericht? Wie können wir die drei Wahrheiten: Die Hölle existiert – Ihre Strafen dauern ewig – Sie beginnt nach dem Tod - verstehen? Damit Geschöpfe lieben können, müssen sie frei sein. Eine instinktive, bloß triebhafte oder erzwungene Liebe ist keine Liebe. Das hat jedoch zur Folge, dass Gott die Freiheitsentscheidung des Menschen respektiert. In der Hölle sind nur solche Geschöpfe, die sich ganz frei und ein für allemal gegen Gott und Seine Liebe entschieden haben. Um es in einem Bild zu sagen: Die Türen der Hölle sind nicht von außen wie bei einem Gefängnis, sondern von innen verschlossen. Obwohl es äußerst schmerzhaft ist, wollen die verdammten Geschöpfe sich von Gott nicht lieben lassen und auch nicht lieben. Die Entscheidung der Engel, die sich gegen Gott aufgelehnt haben, ist nach der Überlieferung der Kirche unwiderruflich. So sind und bleiben der Teufel und die gefallenen Engel, die Dämonen, in der Hölle. Die Hölle ist also nicht leer. Die Kirche kennt offizielle Heiligsprechungen, aber keine offiziellen Verdammungsurteile. Es steht uns somit nicht zu, ein endgültiges Urteil über irgendeinen Menschen zu fällen. Wir dürfen hoffen und beten, dass alle Menschen gerettet werden. Viele Gläubige tun es mit dem Fatima-Gebet, das ja von der Kirche anerkannt ist: „O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle! Führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. Amen.“ Priester im Befreiungsdienst machen die Erfahrung, dass sie es nicht immer mit Dämonen zu tun haben. Es melden sich auch Verstorbene, arme Seelen, die zwischen Erde und Himmel gebunden sind und Hilfe suchen. Sie haben in ihrem irdischen Leben schwer gesündigt. Deshalb machen die Dämonen einen Anspruch auf sie geltend. Wenn es uns gelingt, sie für die Barmherzigkeit Gottes zu öffnen, können sie gerettet werden. Ein bewährtes Mittel dazu ist der Barmherzigkeitsrosenkranz, welcher der heiligen Schwester Faustyna Kowalska geoffenbart wurde. Wir beten ihn in die Todesstunde dieser armen Seelen hinein. Denn, nach einem Wort des heiligen Pater Pio, hilft das Gebet außerhalb von Raum und Zeit. Auf Grund solcher Überlegungen haben einige Theologen im vergangenen Jahrhundert die Meinung vertreten, der Mensch erhalte im Tod eine letzte Möglichkeit, sich für oder gegen unseren Erlöser Jesus Christus zu entscheiden. In seiner Enzyklika über die Hoffnung Spe salvi sagt Papst Benedikt XVI.: „Einige neuere Theologen sind der Meinung, dass das verbrennende und zugleich rettende Feuer Christus ist, der Richter und Retter. Das Begegnen mit ihm ist der entscheidende Akt des Gerichts. Vor seinem Anblick schmilzt alle Unwahrheit. Die Begegnung mit ihm ist es, die uns umbrennt und freibrennt zum Eigentlichen unserer selbst. Unsere Lebensbauten können sich dabei als leeres Stroh, als bloße Großtuerei erweisen und zusammenfallen. Aber in dem Schmerz dieser Begegnung, in der uns das Unreine und Kranke unseres Daseins offenbar wird, ist Rettung. Sein Blick, die Berührung seines Herzens heilt uns in einer gewiss schmerzlichen Verwandlung ,wie durch Feuer hindurch’”(47). Drei Wahrheiten müssen wir versuchen, zusammen zu denken: Die erste Wahrheit ist: Um zum Heil zu gelangen, muss man Jesus Christus begegnet sein, sich von Ihm lieben lassen und Ihn lieben, sich für Ihn entscheiden und in einer tiefen Freundschaft mit Ihm verbunden sein. Denn wir glauben, dass Jesus Christus der einzige und wahre Erlöser ist. Alle Geretteten verdanken ihr Heil letztlich Ihm. Die zweite Wahrheit, die wir beachten müssen, sagt: Nach dem Tod kommt jeder Mensch sofort in die Hölle, der nicht in der Gnade ist, weil er sich frei gegen die Gnade entschieden hat. Die Kirche lehrt das individuelle Gericht nach dem Tod. Und auch Jesus spricht von der Möglichkeit der ewigen Verdammnis. Doch Thomas von Aquin weiß auch, dass im Evangelium von Menschen die Rede ist, welche Jesus nicht kennen, aber auf Grund ihrer Liebe gerettet werden. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan,“ sagt Jesus in seiner großen Rede über das Weltgericht (Mt 25,31-46). Bei diesen vermutet auch Thomas eine besondere göttliche Offenbarung. Doch auf dieser Vermutung lässt sich keine Lehre aufbauen. Deswegen greifen wir die dritte Wahrheit auf, die wir bei den Konzilsvätern des 2. Vatikanischen Konzils gefunden haben: „Wir müssen festhalten, dass Gott jedem Menschen sein Heil anbietet durch ein ihm bekanntes Mittel.“ Weil es Millionen von Menschen gibt, denen das Heil im irdischen Leben nicht oder in einer für sie unverständlichen Weise angeboten wird, und weil ich weiß, dass Gott es jedem Menschen anbieten will, darf ich annehmen, dass Er dies im Durchgang oder Übergang des Todes tut. (Abdruck aus VISION2000/ 2019) Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zu | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-gelesen
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