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| ![]() Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrechtvor 2 Stunden in Weltkirche, 1 Lesermeinung Die Situation in Deutschland betreffe „grundlegende Aspekte des Glaubens“ – Wenn man den Synodalen Ausschuss „als ein Gremium betrachtet, das innerhalb der Kirche Autorität ausübt, dann handelt man gegen die göttliche Verfassung der Kirche“ Madrid (kath.net/pl) Was ihm wirklich Sorgen bereite mit Blick auf die Zukunft der Kirche, wurde Kardinal Antonio María Rouco Varela gefragt. Und er antwortete: „Die Glaubenskrise, insbesondere in Europa. Und dann die Bedrohungen für die Institution Familie und das Recht auf Leben. Ist uns bewusst, wie viele Millionen Kinder seit Einführung der Abtreibungsgesetze getötet wurden? Diese Missachtung des Lebens ist eine Folge der Abkehr von Gott. Dennoch bin ich optimistisch. Man denke nur an den Weltjugendtag: Welche andere menschliche Gruppe, Denkrichtung, Kultur oder politische Bewegung könnte zwei Millionen junge Menschen zu einer Eucharistiefeier versammeln?“ Kardinal Rouco ist der emeritierte Erzbischof von Madrid/Spanien, er äußerte sich im Interview mit Nico Spuntoni für die italienische katholische Online-Zeitung „La Nuova Bussola Quotidiana“. Gefragt nach seiner Einschätzung des Synodalen Wegs in Deutschland antwortete der Kardinal: „Ich glaube, dass in diesem Fall das Kirchenrecht mehr oder weniger umgangen wurde“, auch handle es sich dabei um „eine andere Sache“ als die vatikanische Bischofssynode. Die Situation bezüglich des Synodalen Wegs in Deutschland bereite ihm Sorgen, „sehr sogar, denn sie betrifft grundlegende Aspekte des Glaubens“. Sputoni frage eigens: „Wie beurteilen Sie diesen Synodalen Ausschuss, der Laien und Bischöfe gleichstellt und für den die deutsche Kirche die Zustimmung Roms sucht?“ Rouco antwortete wörtlich: „Solange es lediglich darum geht, zusammenzukommen und miteinander zu sprechen, bleibt die Frage, ob dies sinnvoll ist. Wenn man ihn jedoch als ein Gremium betrachtet, das innerhalb der Kirche Autorität ausübt, dann handelt man gegen die göttliche Verfassung der Kirche. Das widerspricht also der Kirche.“ Diesbezüglich rät der Kardinal zum Gebet, „denn allzu oft glauben wir, dass Menschen alles bewirken können – sogar das Leben der Kirche bestimmen. Nein, das können wir nicht!“ Spuntoni wies darauf hin, dass das Thema „Liturgie“ eigentlich auf der Themenliste des vergangenen Konsistoriums hätte stehen sollen. Der Madrider Kardinal stellte dazu fest: „Ich bin der Meinung, dass wir liturgischen Missbräuchen, die der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils widersprechen, ein Ende setzen müssen. Die Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils muss korrekt gefeiert werden. Zudem muss es Verständnis für diejenigen geben, die sich nach dem alten Ritus sehnen.“ Die anhaltenden Spannungen um die Liturgie in der außerordentlichen Form sollten dadurch gelöst werden, dass „man den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils treu bleibt und gleichzeitig die Freiheit der Gläubigen innerhalb der Gemeinschaft der Kirche respektiert. Mit anderen Worten: ohne strenge Vorschriften aufzuerlegen.“ Das Apostolische Schreiben „Summorum Pontificorum“ von Papst Benedikt XVI. (2007) sei seinerzeit im Erzbistum Madrid „positiv“ aufgenommen worden. Es gebe „in Madrid eine Kirche, in der der alte Ritus noch gefeiert wird“. Die Gläubigen sollten sich der Liturgie in der außerordentlichen Form „ernsthaft nähern“ statt „propagandistisch“. Mit Blick auf den Besuch von Papst Leo in Spanien Mitte Juni erläuterte Kardinal Rouco, dass er bei den Menschen „einen ‚Durst‘ nach dem Papst“ gespürt habe. Immerhin habe es „seit 2011 keinen solchen Anlass mehr gegeben“, erläuterte Rouco und wies damit auf den gut besuchten Weltjugendtag Madrid 2011 hin, bei dem er der Gastgeber gewesen war. Ihn selbst habe beim Spanienbesuch des Papstes die im Parlament gehaltene Rede beeindruckt, sie sei „ein Meisterwerk der Ausübung des kirchlichen Lehramts in Bezug auf das christliche Staatsverständnis – oder vielmehr auf das ethisch-humane Staatsverständnis, wie es aus der großen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen ist.“ Papst Leo habe „sich klar gegen Gesetze ausgesprochen, die Sterbehilfe und Abtreibung erlauben, sowie gegen Situationen, in denen die Institution der Familie faktisch verschwunden ist. Die Rede des Papstes war absolut eindeutig. Mir ist aufgefallen, dass alle aufstanden und sieben Minuten lang applaudierten. Mal sehen, ob sie sich jetzt bekehren!“ Archivfoto: Kardinal Rouco bei einer Palmsonntagsprozession (c) Wikipedia/Von Carlos Delgado, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32175810 Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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