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Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘

4. Juli 2026 in Weltkirche, 21 Lesermeinungen
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Die Erklärung, mit der die Bischofsweihen gerechtfertigt werden sollten, sei nicht nur unehrlich, ihre Verlesung habe die Liturgie, auf deren genaue Einhaltung die FSSPX sonst großen Wert legt, verändert.


Écône (kath.net/jg)
Der katholische Autor und YouTuber Dr. Taylor Marshall hat auf X die Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) kritisiert und dabei auf einen Punkt während der Weiheliturgie hingewiesen. 

In der Liturgie ist vorgesehen, dass die Weihekandidaten gefragt werden, ob sie das Mandat des Papstes haben. Anstatt diese Frage zu beantworten, wurde eine kurze, vom Generaloberen der FSSPX verfasste Erklärung verlesen, welche die gegen den Willen des Papstes erfolgte Weihe rechtfertigen soll.

Hier setzt die Kritik von Dr. Taylor Marshall an. Die Erklärung sei nicht nur unehrlich gewesen, sondern habe die Liturgie, auf deren genaue Einhaltung die FSSPX sonst großen Wert legt, verändert.


„Die SSPX-Führer hätten die Wahrheit sagen sollen, als die Liturgie nach dem päpstlichen Mandat fragte, indem sie folgendes sagten: ‚Nein, wir haben kein apostolisches Mandat. Wir tun dies gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Leo, weil wir recht haben und er unrecht‘“, schreibt er wörtlich.

Er fährt fort: „Stattdessen lasen sie von einem gerollten Pergament mit einem roten Band vor, als wäre es ein päpstliches kirchliches Dekret aus Rom.“

Dieses Vorgehen habe eine Welle der Missbilligung unter Katholiken hervorgerufen, die sonst der FSSPX wohlgesinnt seien, „weil dieses ‚Pseudo-Mandat‘ wie ein unehrlicher Trick wirkt, der während der Liturgie aufgeführt wurde. Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘“, schreibt er abschließend.

Dr. Taylor Marshall hat 12 Bücher veröffentlicht. Auf seinem YouTube-Kanal hat er 1,89 Millionen Abonnenten. Er ist ein engagierter Befürworter des Alten Ritus der Römischen Messe und verteidigt traditionelle katholische Positionen gegen progressive Ansichten.

 

Foto: Symbolbild

 

 


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Lesermeinungen

 Hardenberg 6. Juli 2026 
 

@Lesa

"Der Papst hat sich an die das überlieferte Glaubensgut zu halten. Offenbarung zu halten. Die Schlüsselgewalt heisst nicht, dass er nicht daran gebunden ist und die Lehre Freiwild von Häretikern werden darf. Wenn der Papst die Lehre nicht schützt ud uns einem häretischen Glaubenspräfekten ausliefert, der schlimmste Irrtümer vertritt, ist Notstand und andere müssen die Kirche schützen - nur, bis alles wieder in Ordnung kommt. Wenn das der Fall ist, müssen sie sich wieder dem Papst unterstellen - und danach sehnen sich die Piusbrüder und darauf arbeiten sie hin. Das ist dogmatisch festgelegt."

Wenn das Ihr Ernst ist, dann waren offenbar auch Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sowie deren Glaubenskongregationspräfekten Leute, die den katholischen Glauben verraten haben. Sagen Sie das doch dann ehrlich.

Im Übrigen sind Sie gar nicht in der Position über die Lehre der Kirche zu urteilen. Das Lehramt legt vor, was katholisch ist. Nicht Sie.


2
 
 physicus 6. Juli 2026 
 

@Parcival: Glauben/Vertrauen

Ihre Überlegungen zum eigentlichen Punkt kann ich gut nachvollziehen. Fehlendes Vertrauen kann zu der Überzeugung führen, selbst die Dinge in die Hand nehmen zu müssen, weil ja sonst alles verloren wäre ("noch schnell die Welt retten", wie es in einem Popsong heißt ...).

Interessant in dem Zusammenhang auch Ihr Hinweis bzgl. der Ablehnung des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit; denn dort heißt es ja explizit "Jesus, ich vertraue auf Dich".


2
 
 lesa 6. Juli 2026 

"bewahre das dir anvertraute Gut" (2 Tim)

@Paddel: Der Papst hat sich an die das überlieferte Glaubensgut zu halten. Offenbarung zu halten. Die Schlüsselgewalt heisst nicht, dass er nicht daran gebunden ist und die Lehre Freiwild von Häretikern werden darf. Wenn der Papst die Lehre nicht schützt ud uns einem häretischen Glaubenspräfekten ausliefert, der schlimmste Irrtümer vertritt, ist Notstand und andere müssen die Kirche schützen - nur, bis alles wieder in Ordnung kommt. Wenn das der Fall ist, müssen sie sich wieder dem Papst unterstellen - und danach sehnen sich die Piusbrüder und darauf arbeiten sie hin. Das ist dogmatisch festgelegt.
B. Athanasius Schneider sagt: „Der rechtliche Aspekt ist angesichts des Notstands in der Kirche zweitrangig“. Und M. Gurtner: "Wo sich die Kirche von den Vorgaben Christi entfernt, bleibt derjenige in Recht und Gehorsam, der dabei nicht mitgeht. (M. Gurtner)
Die Piusbrüder kämpfen für die geoffenbarte Lehre gegen eine Serie zerstörerischer Irrlehren. Gott möge es ihnen reichlich lohnen.


1
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

Teil 2 Die Kirche war nie makellos – und doch bleibt sie die Braut Christi

Je länger ich mich mit der Situation der Piusbruderschaft beschäftige, desto mehr komme ich zu einer Überzeugung: Im Letzten geht es nicht um Liturgie, Kirchenrecht, Ekklesiologie oder Dogmatik. All diese Fragen sind wichtig. Aber sie sind nicht der eigentliche Kern.
Es geht um den Glauben.
Glaube ich wirklich, dass Christus seine Kirche führt – auch dann, wenn sie durch die Sünden ihrer Glieder entstellt ist? Glaube ich, dass der mystische Leib Christi trotz aller Wunden sein Leib bleibt? Glaube ich seiner Verheißung, dass die Mächte der Unterwelt seine Kirche nicht überwältigen werden?
Die Heiligen haben nicht deshalb ausgeharrt, weil die Kirche fehlerlos war. Sie sind geblieben, weil sie Christus geglaubt haben.
Vielleicht ist genau das heute die entscheidende Frage. Nicht, wie groß die Krise ist, sondern wie groß unser Vertrauen in den Herrn seiner Kirche.


3
 
 rosenstaedter 5. Juli 2026 
 

Die Schriften der "Pius-Bruderschaft" wären gemäss Tradition auf dem "Index der verbotenen Bücher" v

@physicus

Als Luther seine Thesen an eine Kirchentüre nagelte war das Internet noch nicht erfunden - Der Buchdruck hingegen schon!


3
 
 Rolando 5. Juli 2026 
 

Festgefahren in Mißverständnisse und Eigeninterpretationen

Die Piusbrüder benutzen eine Goldwaage, sie interpretieren Dinge eigenmächtig, die so nicht gemeint sind. Eine Heilgsprechung ist von Gott beglaubigt, durch min. zwei übernatürliche Ereignisse. Es gibt viele seit dem 2 VK. Nach der verlesenen Erklärung bei der Frage der Liturgie nach dem päpstl. Mandat, das man nur mit ja oder nein beantwortet wurde u.a. das verlesen,
"Da die kirchlichen Autoritäten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis heute von einem Geist beseelt sind, der dem des Glaubens entgegensteht, und gegen die heilige Tradition handeln"
Das ist nicht der Fall, (dann wäre der Hl. P. JP II u. viele nicht heilig) sie können sich normalerweise mit Rom einigen, die Petrusbrüder konnten es auch. Es ist kein Notstand.
Eucharistische Hostienwunder gibts in beiden Riten, das dürfte dann nach Piusbrüder-Sichtweise nicht sein?


4
 
 verkuender 5. Juli 2026 
 

@Schillerlocke

Sie haben es auf den Punkt gebracht! Dem ist nichts hinzuzufügen!


2
 
 physicus 4. Juli 2026 
 

@Parcival

Vielen Dank für Ihre Erläuterung und auch für Ihre weiteren erhellenden Beiträge in den verschiedenen kath.net-Foren: Vergelt's Gott.

Die Positionierung zum hl. Johannes Paul II. (und auch zu Benedikt XVI.) mag einer der Prüfsteine sein, den manche Gläubige - vielleicht auch Priester -, die bislang der Piusbruderschaft nahestanden und aktuell hin- und hergerissen sind, im Inneren erwägen mögen: Wollen sie der während der Weihe vorgetragenen Behauptung folgen, dass "die kirchlichen Autoritäten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis heute von einem Geist beseelt sind, der dem des Glaubens entgegensteht, und gegen die heilige Tradition handeln" (siehe Link)? Oder können sie dieses Urteil über den hl. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. nicht nachvollziehen?

fsspx.news/de/news/habetis-mandatum-apostolicum-erklaerung-vor-den-bischofsweihen-verlesen-wurde-59936


1
 
 Parcival 4. Juli 2026 
 

@physicus - die Einordnung des hl. Johannes Paul II.

Die Haltung gegenüber Papst Johannes Paul II. ist innerhalb der Piusbruderschaft nicht einheitlich, fällt jedoch vielfach deutlich kritisch aus. Schwer vorgeworfen wird ihm natürlich die Exkommunikation nach den unerlaubten Bischofsweihen von 1988. Darüber hinaus werden vor allem zwei Ereignisse immer wieder als Kritikpunkte angeführt: das Weltgebetstag für den Frieden in Assisi 1986 sowie der Koran-Kuss.
Auffällig ist zudem, dass er häufig nicht als Heiliger bezeichnet, sondern lediglich mit der Abkürzung „JP2“ angesprochen wird. Auch einzelne Elemente seines Pontifikats werden von weiten Teilen der Bruderschaft abgelehnt, etwa die Einführung des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit oder die Aufnahme der lichtreichen Geheimnisse in den Rosenkranz. Dabei ist jedoch zu differenzieren, denn in diesen Fragen gibt es keine einheitliche Position. Die Bewertungen reichen von einer konsequenten Ablehnung bis hin zu einer deutlich differenzierteren Sichtweise.


4
 
 Paddel 4. Juli 2026 

@ lesa "Haar in der Suppe"

Puh, also ich finde das ist nicht nur ein Haar in der Suppe.

Wenn dem so wäre, wo kämen wir dann hin, wenn die Frage nach dem Mandat obsolet würde. Sozusagen eine Verzierung, auf die man auch verzichten kann.
Das hätte weitreichende Folgen, dann hätten wir bald Bischöfe und Priester nach jedermanns Gutdünken und wenn diese Jedermänner noch so "theologisch brilliant und intelligent sind".
Petrus war das glaube ich nicht, so hochgebildet und intellektuell, aber er war weise.


6
 
 Paddel 4. Juli 2026 

@lese Gott sieht alles

auch den Ungehorsam.

"„Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein.“


3
 
 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

@Schillerlocke

Musste das sein?


2
 
 Bene16 4. Juli 2026 
 

Schillerlocke

Wenn "katholische Christen" es mit ihrer Gottes- und Nächstenliebe ernst meinen, werden sie am Schicksal der von einer Beugestrafe betroffenen Mitchristen Anteil nehmen (weinen mit den weinenden). Die Mitglieder der Piusbruderschaft sind nach wie vor geliebte und durch Christi Blut erlöste Kinder Gottes. Wenn sie dem Herrn nach bestem Wissen und Gewissen anhangen und ihr Vertrauen allein auf Ihn setzen wird er (dies meine laienhafte Überzeugung) auch ihnen ein gerechter und barmherziger Richter sein.
Im Gebet bin ich auch mit lesa und allen von der Exkommunikation Betroffenen verbunden.


3
 
 physicus 4. Juli 2026 
 

Ich wundere mich, wie die Piusbruderschaft angesichts von Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. einen Abfall vom Glauben der kirchlichen Autoritäten seit dem Konzil behaupten kann. Akzeptiert die Piusbruderschaft die Heiligsprechung von JPII?


1
 
 Cosmas 4. Juli 2026 
 

@Hardenberg

Des Heils kann sich niemand gewiss sein!


4
 
 Schillerlocke 4. Juli 2026 
 

Es ist von nun an für katholische Christen

belanglos, wie Schismatiker wie diese Pius-Leute ihre Gottesdienste abhalten, was sie dort wie und warum treiben und wie sie liturgische Texte zu ihrer Selbstinszenierung manipulieren.


11
 
 Hardenberg 4. Juli 2026 
 

Ohne Mandat

Ohne Mandat kann man zum Bischof geweiht werden. Aber eben nicht zum römisch-katholischen Bischof. Ein Schisma verletzt die Einheit der Kirche und ist damit immer haeresi proximum.
Wer von diesen Leuten die Sakramente empfängt, kann sich des Heils nicht gewiss sein.


8
 
 lesa 4. Juli 2026 

Deo Gratias

@borromeo: Taylor Marshall redet mal so, mal so.
Aber Sie haben völlig recht. Wir müssen beten - für uns alle.
Bei aller Wertschätzung von Bischof Fellay - Es ist in den letzten Jahren die Verwirrung in der Kirche viel dichter geworden. Dementsprechend braucht es zunehmend Klarheit und Festigkeit. Aus den Predigten des jetzigen Generaloberen spricht tiefer Glaube, brilliante Intelligenz, theologische Durchdringung der Gegebenheiten in der Kirche
und der Zeitumstände. Wer Haare in der Suppe finden will und zuerst das zu Kritisierende sucht, wird immer fündig.
Es wird sich mit der Zeit zeigen, wie wichtig diese Bewegung ist, und man wird dankbar sein für den Mut, die Charakterfestigkeit und Treue zu Christus
der FSSPX.
Einige Teilnehmer aus journalistischen Kreisen und
langjährige für die Kirche arbeitende Priester fanden anerkennende Worte für dieses Fest, das bei glühender Hitze wochenlang unter brütender Hitze vorbereitet wurde.
Gott sieht alles. DEO GRATIAS:


3
 
 borromeo 4. Juli 2026 

Ja, ich muß zugeben:

Auf mich hat das auch wie ein billiger Trick gewirkt. Hier wäre Klarheit, Offenheit und Ehrlichkeit am Platz gewesen. Der Einschätzung von Taylor Marshall stimme ich daher zu.
Die Verwendung des Pergaments mit roter Schleife hat diesen Eindruck noch verstärkt.

Ich schreibe das so, obwohl ich das große Anliegen der Piusbruderschaft, die überlieferte Theologie und Liturgie fortzuführen, grundsätzlich schätze. Mit der Übernahme des Amtes des Generaloberen durch P. Pagliarani vor acht Jahren habe ich aber genrell eine Verschärfung des Tones gegenüber Rom und eine Verhärtung der Positionen festgestellt. Sein Vorgänger Bischof Fellay war milder und konzilianter. Möglicherweise deswegen ist er nicht wiedergewählt worden.

Es macht die Sache nicht besser, wenn gleichzeitig auch vom Vatikan ein knallharte Linie gefahren wird, wie spätestens jetzt zu erkennen ist.

Beten wir für alle Beteiligten und für die ganze Kirche.


2
 
 landpfarrer 4. Juli 2026 
 

"Apostolisches Mandat"

Ein solches "apostolisches+ Mandat wurde auch am 30. Juni 1988 am exakt gleichen Ort verlesen, bevor Erzboischof Lefebvre 4 Priester zu Bischöfen weihte. Der verlesene Text war damals offenbar auf Latein, diesmal wurde er in Französisch verlesen. Inhaltlich fällt auf, dass einige Formulierungen exakt oder nahezu gleich sind: Der Abfall vom Glauben der kirchlichen Autoritäten, der seit dem Konzil geschehen sei , das Zitat aus den Paulus-Briefen, das eine Abwendung vom Glauben vorhersagt etc.


1
 
 Parcival 4. Juli 2026 
 

Wenn die Liturgie nicht mehr bezeugen kann

Die Frage „Habetis mandatum Apostolicum?“ ist im Weiheritus keine bloße Formalität. Sie bezeugt, dass die Berufung eines Bischofs nicht aus eigener Vollmacht geschieht, sondern in der Communio mit dem Nachfolger Petri. Genau deshalb ist ihre Auslassung ekklesiologisch bedeutsam. Wenn ein Apostolisches Mandat nicht vorliegt, kann der Ritus die kirchliche Sendung nicht bezeugen, ohne die Wirklichkeit zu verfälschen. Wird an dieser Stelle eine eigene Erklärung eingefügt, tritt nicht das Mandat der Kirche, sondern die Selbstdeutung der Handelnden an seine Stelle. Damit wird sichtbar, worum es im Kern geht: nicht um eine bloße Rubrik, sondern um die Frage, wer in der Kirche zur Berufung eines Bischofs bevollmächtigt ist. Die Liturgie wurde hier nicht Trägerin der kirchlichen Wahrheit, sondern musste einer irregulären Situation angepasst werden. Gerade darin liegt die eigentliche Tragweite dieses Vorgangs.


6
 

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