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Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen

3. Juli 2026 in Weltkirche, 85 Lesermeinungen
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Vatikan: Ein Priester kann die Piusbruderschaft verlassen, wenn er „bereit ist, das Zweite Vatikanische Konzil und Legitimität der novus ordo Missae anzuerkennen, auch wenn er weiter am usus antiquior festhält“ - ALLE TEXTE! Von Petra Lorleberg


Vatikan (kath.net/pl) Ein Priester, der die Piusbruderschaft verlassen möchte, „muss das Zweite Vatikanische Konzil und die Legitimität der novus ordo Missae anzuerkennen, auch wenn er weiterhin am usus antiquior festhält“. Er muss also seine eigene liturgische Praxis nicht ändern, sondern kann weiterhin die Liturgie in der außerordentlichen Form feiern. So sieht es das am 2. Juli veröffentliche Schreiben des Dikasteriums für die Glaubenslehre vor. Das Schreiben erläutert detailliert die Schritte eines Priester, der zurückkehren möchte in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche, dazu gehört auch, dass er einen Ordinarius (Diözesanbischof, Oberer eines päpstlichen Ordensinstituts, einer päpstlichen Gesellschaft apostolischen Lebens usw.) finden muss, damit er in diese Gemeinschaft inkardiniert werden kann – zunächst auf Probe. Dem Schreiben ist zu entnehmen, dass es für den Vatikan keinerlei Priester der Piusbruderschaft gibt, die sich die am 2. Juli 2026 festgestellte Exkommunikation nicht zugezogen haben. 

Für Laien ist das Verfahren einfacher und der Vatikan unterscheidet obendrein zwischen Laien, die sich wegen ihres ausdrücklichen Bekenntnisses zur Piusbruderschaft die Exkommunikation zugezogen haben, und jenen, die sie sich nicht zugezogen haben. Zur zweiten Gruppe gehören jene Laien, „die die Priesterbruderschaft St. Pius X. ausschließlich aus liturgischen oder geistlichen Gründen aufgesucht haben“ oder „die trotz Kenntnis der Spannungen mit dem Heiligen Stuhl weder das Lehramt noch die Autorität des Römischen Papstes ablehnen“.

kath.net dokumentiert diese Vatikandokumente in eigener Arbeitsübersetzung aus dem Italienischen und Lateinischen in voller Länge: 

VERFAHREN ZUR VERBINDUNG VON PRIESTERN, DIE AUS DER PRIESTERBRUDERSCHAFT DES HL. Pius X. AUSTRETEN

Das vom Dikasterium für die Glaubenslehre angewandte Verfahren, gültig ab dem 1. Juli 2026, sieht vor, dass ein Priester, der die Priesterbruderschaft des Hl. Pius X. verlassen möchte und bereit ist, das Zweite Vatikanische Konzil und die Legitimität der novus ordo Missae anzuerkennen, auch wenn er weiterhin am usus antiquior festhält, Folgendes tun muss:

1) Einen Ordinarius (Diözesanbischof, Oberer eines päpstlichen Ordensinstituts, einer päpstlichen Gesellschaft apostolischen Lebens usw.) finden, der bereit ist, ihn zur Probe aufzunehmen.

2) Er soll einen handschriftlichen Brief an den Heiligen Vater verfassen, sich vorstellen und um Erlass der Zensur bitten, die ihm entweder aufgrund seiner Priesterweihe durch einen exkommunizierten oder irregulären Bischof oder – nach gültiger und rechtmäßiger Weihe – aufgrund seines späteren Beitritts zur Priesterbruderschaft St. Pius X. auferlegt wurde.


3) Er soll die Bescheinigung über seine Priesterweihe beifügen.

4) Er soll das Glaubensbekenntnis (Professio fidei) und die Aufnahmeformel (Formula adhaesionis) beifügen, datiert und unterschrieben (vgl. Anlagen A-B).

5) Er soll die drei vorgenannten Dokumente vom Bischof an das Dikasterium für Glaubenslehre senden lassen. Dieser soll im Begleitschreiben seine Bereitschaft erklären, den Priester versuchsweise in seine Diözese oder sein Institut aufzunehmen.

Nach Eingang der drei Dokumente des Ordinarius erstellt das Dikasterium das Reskript zur Aufhebung der Zensuren, welches vom Präfekten und dem Sekretär der Glaubenssektion unterzeichnet wird. Das Dikasterium sendet das Reskript zusammen mit einem Schreiben, das die Aufnahme des antragstellenden Priesters für eine Probezeit von mindestens einem und höchstens drei Jahren genehmigt, an den Ordinarius. Nach Ablauf dieser Probezeit kann die Inkardination erfolgen.

Es wurde kürzlich beschlossen, dass der Ordinarius, sollte die Probezeit erfolglos bleiben, das Reskript zusammen mit einem Bericht, der die Gründe für das Scheitern der Inkardination darlegt, an das Dikasterium für Glaubenslehre zurücksendet.

VERFAHREN ZUR WIEDERAUFNAHME JEGLICHER LAIEN, DIE AUS DER PRIESTERBRÜDERSCHAFT ST. PIUS X. KOMMEN

Dieses Verfahren betrifft die Frage der Zurechenbarkeit – oder des Grades der subjektiven Verantwortung – von Laiengläubigen, die sich der Priesterbruderschaft St. Pius X. förmlich angeschlossen haben oder deren Veranstaltungen besuchen und die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen.

Die Verhängung einer Kirchenstrafe gegen Laien, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören, darf nicht automatisch vorausgesetzt werden; vielmehr muss dies von Fall zu Fall geprüft werden.

Da Zurechenbarkeit volles Bewusstsein und bewusste Zustimmung voraussetzt, können zu den Fällen nachgewiesener Zurechenbarkeit gehören:

1. Laien, die dem Dritten Orden der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören;

2. Laien, die regelmäßig an den Feiern der Priesterbruderschaft St. Pius X. teilnehmen und sich zugleich förmlich zu deren lehrmäßigen Positionen bekennen.

Umgekehrt sind folgende Fälle nicht als zurechenbar anzusehen:

3. Laien, die die Priesterbruderschaft St. Pius X. ausschließlich aus liturgischen oder geistlichen Gründen aufgesucht haben;

4. Laien, die trotz Kenntnis der Spannungen mit dem Heiligen Stuhl weder das Lehramt noch die Autorität des Römischen Papstes ablehnen.

Jedes Verfahren für Laien, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören – gegen die eine Kirchenstrafe verhängt wurde und die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen –, erfordert einen förmlichen Akt der vollen Zustimmung zur Lehre und des Gehorsams gegenüber der katholischen Hierarchie unter der Jurisdiktion des Ortsordinarius, der der Garant für die Einheit der Teilkirche ist.

Daher muss ein Laiengläubiger – wie unter Nr. 1–2 genannt –, der sich entschieden hat, die Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verlassen:

Die Professio fidei (Glaubensbekenntnis) und die Formula adhaesionis (Formel der Zustimmung) – datiert und unterzeichnet – beim Ortsordinarius einreichen (vgl. Anlagen A–B).

Nach Eingang der Unterlagen wird der Ortsordinarius die Aufnahme des Laiengläubigen in der von ihm für am geeignetsten erachteten Weise und im entsprechenden Zeitrahmen vornehmen – beispielsweise unter Verwendung des – entsprechend angepassten – Ritus der Aufnahme in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche für bereits gültig Getaufte.

Was die unter Nr. 3–4 genannten Laiengläubigen betrifft: Es genügt, wenn sie sich an einen Priester wenden, der in voller Gemeinschaft steht, nachdem sie den Entschluss gefasst haben, die Priesterbruderschaft St. Pius X. künftig nicht mehr aufzusuchen.

Anlage A
GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich …
glaube und bekenne mit festem Glauben alles, was im Glaubensbekenntnis enthalten ist, nämlich:

Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Ich glaube (Wir glauben) an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Ich glaube ferner mit festem Glauben alles, was im Wort Gottes enthalten ist, geschrieben oder überliefert und von der Kirche, sei es durch feierliches Urteil oder durch das ordentliche und allgemeine Lehramt, als göttlich geoffenbart und zu glauben verkündet wurde.

Ich nehme ferner alles, was von derselben Kirche in Bezug auf Glaubens- und Sittenlehren endgültig gelehrt wird, fest an und behalte es.

Darüber hinaus halte ich mich mit religiösem Gehorsam des Willens und des Verstandes an die Lehren, die entweder der Papst oder das Bischofskollegium bei der Ausübung des authentischen Lehramtes verkünden, selbst wenn sie nicht beabsichtigen, diese in einem endgültigen Akt zu verkünden.

An Ort und Stelle …
Am …
[Unterschrift]

Anlage B:
BEITRITTSERKLÄRUNG

Ich …
verspreche Treue zur katholischen Kirche und zum Römischen Papst, dem obersten Hirten der Kirche, dem Stellvertreter Christi, dem Nachfolger des seligen Petrus in seinem Primat und als Oberhaupt des Bischofskollegiums, und ich verpflichte mich, keine öffentlichen Erklärungen abzugeben, die dieser Person oder dem Lehramt widersprechen (vgl. can. 1373 und 1365 CJC).

Ich bekenne mich zu der Lehre in Nr. 25 der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Lehramt der Kirche und die ihm geschuldete Treue. Hinsichtlich einiger Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils oder späterer Wiederherstellungen der Liturgie oder des Kirchenrechts, die manchen schwer mit früheren Erklärungen des Lehramtes vereinbar erscheinen, verpflichte ich mich, die Lehre im Einklang mit dem Lehramt auszulegen, damit sie nicht vom übrigen heiligen Erbe der kirchlichen Lehre getrennt wird.

Ich erkläre hiermit, dass ich die Gültigkeit des Messopfers und der Sakramente anerkenne, die ich in der Absicht feiere, das zu tun, was die Kirche tut, und gemäß den Riten, die in den typischen Ausgaben des Römischen Messbuchs sowie in den von Papst Paul VI. und Johannes Paul II. veröffentlichten Ritualen enthalten sind.

Abschließend verspreche ich, mich an die gemeinsame Disziplin der Kirche und ihre Gesetze, insbesondere an die des von Papst Johannes Paul II. verkündeten Codex Iuris Canonici, zu halten.

All dies habe ich eigenhändig unterzeichnet.
Am …
[Unterschrift] …

Der Link zum (verbindlichen) Originaltext des Dikasteriums für die Glaubenslehre


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Lesermeinungen

 Versusdeum 9. Juli 2026 
 

Sorry, das mit dem "Ordinarius"

hatte ich falsch in Erinnerung. Offenbar kann auch die Petrusbruderschaft die Priester aufnehmen.


0
 
 Christine 9. Juli 2026 

Ausstieg

Das Angebot, sich an einen Diözesanbischof zu wenden, finde ich ungeschickt und auch unsensibel.

Wenn ich ein Pius-Kleriker wäre, würde ich mich mit anderen aus der Gemeinschaft zusammentun und sowas gründen wie die Petrusbruderschaft auf Basis der Einigung zwischen EB Lefebvre und dem damaligen Kardinal Ratzinger.

Oder ich würde mich gleich direkt an die Petrusbruderschaft wenden. Sei es, um Rat einzuholen oder sich dort anzuschliessen.

Ich denke, dort wäre man am Besten aufgehoben.
Sie hätten auch das Hintergrund - Verständnis für alle Nöte, die ein Wechsel mit sich bringt.

Nur Mut! Jesus, ich vertraue auf Dich!


3
 
 Lilly17 8. Juli 2026 
 

Exkommunikation von offiziellen Beitragszahlern ??????

In anderen Ländern mag es anders sein, aber meiner Erfahrung sind bis zu 50 bis 60 Prozent der Laien , die zur Fsspx gehen, auch Kirchensteuerzahler, etliche sind ausgetreten, weil sie nicht wollen das ihr Kirchenbeitrag für Sakrilegien verwendet wird, oder waren nie Mitglieder, ohne in der Fsspx geboren zu sein, zum Beispiel Konvertiten von Orthodoxie oder Protestantismus, da gibt es auch einige, wobei ich regelmäßige Novus Ordo Geher kenne, auch konservative ,die ausgetreten sind.
wenn jetzt jemand bei der Bruderschaft in den Matriken eingetragen ist, (ich selber bin nur in Novus Ordo Matriken eingetragen), aber Kirchenbeitrag zahlt, ist er dann auch exkommuniziert ?????
Die Rückkehr wird in der Praxis nur ausgetretene betreffen, oder Laien, die bei der Bruderschaft arbeiten und Nonnen oder Brüder sind, leider auch 3. Orden ausdrücklich, da sind auch Beitragszahler darunter, skurril...in Deutschland mit der Kirchensteuer ist das noch leichter, beides zu sein.


1
 
 Hardenberg 7. Juli 2026 
 

Kann eine Konzilslehre offenkundiger Unsinn sein?

@Versusdeum

"Sie [die Kirche] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand, der sich außerhalb der katholischen Kirche befindet, nicht nur [keine] Heiden, sondern auch keine Juden oder Häretiker und Schismatiker, des ewigen Lebens teilhaftig werden können, sondern dass sie in das ewige Feuer wandern werden, ,das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist' [Mt 25,41], wenn sie sich nicht vor dem Lebensende ihr angeschlossen haben" (DH 1351).

Ihre Begeisterung für die Piussekte treibt Stilblüten. Diese Sekte fordert von Rom genau diese Aussage des Konzils von Florenz ein. Es sind die Verantwortlichen der Piussekte, die behaupten, dass ein Schismatiker NICHT in den Himmel gelangen kann, sondern in die Hölle wandert.
Rom hat das Konzil von Florenz in kontinuierlicher Lehrauslegung neu gesehen. Sie können nicht GLEICHZEITIG das Vatikanum 2 ablehnen UND die Piusschismatiker vor der Hölle retten.


2
 
 Parcival 7. Juli 2026 
 

@Versusdeum - Exkommunikation ist eine geistliche Gefahr und kein Unsinn

„Unsinn“ ist nicht die Warnung, sondern ihre Verharmlosung. Natürlich bedeutet Exkommunikation nicht automatisch Verdammnis; darüber urteilt Gott allein. Aber can. 1331 §1 CIC ist eindeutig: Der Exkommunizierte darf KEINE Sakramente mehr empfangen. Schon das betrifft sein eigenes geistl. Leben unmittelbar, denn die Sakramente sind nach KKK 1131 wirksame Zeichen der Gnade, von Christus eingesetzt u. der Kirche anvertraut; durch sie wird uns göttl. Leben geschenkt. Wer also von Beichte und Eucharistie ausgeschlossen ist,verliert nicht Gottes Barmherzigkeit, wohl aber den rechtmäßigen Zugang zu den ordentlichen Gnadenmitteln auf dem Weg zum Heil. Wer sie trotz Exkommunikation bewusst empfängt, begeht objektiv ein Sakrileg. Ist der Exkommunizierte Priester, darf er auch KEINE Sakramente spenden (Beichte + Ehe sind ungültig gespendet);tut er es dennoch bewusst, begeht er wiederum ein Sakrileg. Exkommunikation ist eine Beugestrafe: Sie will den Menschen vor weiterem geistl.Schaden bewahren.


4
 
 Versusdeum 6. Juli 2026 
 

@Hardenberg

Jetzt wiederholen Sie ja noch einmal den offensichtlichen Unsinn, dass man nach einer nicht aufgehobenen Exkommunikation sein ewiges Seelenheil nicht mehr erlangen könne. Wie schön hier geschrieben, kann das nur von Haus aus falsch sein, denn nur Gott kann in unsere Seele sehen, und ist es bei den frommen Gläubigen und Priestern von Pius sicherlich erst recht (meistens) falsch. Richtig ist, dass ein Betroffener in aller Regel in aller Regel wegen schwerer Vergehen gegen Glaube oder Kirchengesetze aus der Kirche ausgeschlossen wurde und dass die Exkommunikation nicht nur dazu dient, andere Gläubige und die Kirche zu schützen, sondern auch dazu, die Betroffenen zur Umkehr zu rufen, weil ansonsten naturgemäß viele von ihnen tatsächlich ewig verlorenzugehen drohen.


1
 
 discipulus 6. Juli 2026 
 

@Bene16, @trailsurfer: Falscher Link

Leider habe ich versehentlich auf die erklärende Note aus dem Jahr 1996 zum Motu proprio Ecclesia Dei von 1988 verwiesen. Der richtige Link zur aktuellen erklärenden Note jetzt anbei.

press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2026/07/02/0568/01078.html


2
 
 discipulus 6. Juli 2026 
 

@Bene16, @trailsurfer: Exkommunikation

In der erklärenden Note der Glaubenskongregation zum Exkommunikationsdekret für die Bischöfe wird eindeutig festgestellt, daß die Exkommunikation alle Mitglieder der Piusbruderschaft betrifft, die Priester, die Seminaristen und die Angehörigen von Laien, die zu Gemeinschaften gehören, die der Piusbruderschaft eng verbunden sind.

Für die Gläubigen, die die Gottesdienste bei Angehörigen der Piusbruderschaft besuchen oder sich der Piusbruderschaft verbunden fühlen, werden keine besonderen Bestimmungen getroffen, hier sind die allgemeinen Bestimmungen des Kirchenrechts zur Unterstützung eines Schismas anzuwenden.

www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/intrptxt/documents/rc_pc_intrptxt_doc_19960824_vescovo-lefebvre_it.html


2
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

@Bene16 - Replik trailsurfer (4/4)

Was bedeutet eine Exkommunikation überhaupt? Sie ist die schwerste Kirchenstrafe der Katholischen Kirche. Taufe u. Priesterweihe bleiben bestehen, der Betroffene wird jedoch von der vollen sakramentalen Gemeinschaft ausgeschlossen. Nach can. 1331 CIC darf ein Exkommunizierter weder Sakramente empfangen noch kirchl. Ämter, Dienste od. Leitungsgewalt ausüben. Ein exkommunizierter Priester kann aufgrund der gültigen Weihe die Sakramente zwar grundsätzlich weiterhin gültig, jedoch schwer unerlaubt spenden. Ausnahmen sind die Beichte – sie ist ohne die erforderliche Vollmacht grundsätzlich ungültig, außer in Todesgefahr (can. 976 CIC) – sowie die Assistenz bei der Eheschließung, die ohne Delegation grundsätzlich ungültig ist. Exkommunikation ist daher keine bloße Meinungsverschiedenheit, sondern hat schwerwiegende sakramentale u. kirchenrechtl. Folgen.


1
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

@Bene16 - Replik trailsurfer (3/3)

Letztlich stehen hier zwei Autoritäten gegenüber: Die Katholische Kirche erklärt durch das zuständige Dikasterium, dass die Geistlichen der FSSPX sich im Schisma befinden u. der kirchenrechtl. vorgesehenen Exkommunikation unterliegen. Die FSSPX weist diese Beurteilung zurück. Das darf sie tun. Daraus folgt aber nicht, dass die kirchl. Feststellung unwahr wird. Wer daher schreibt, es gebe „kein Schisma“ u. „keine Exkommunikation“, gibt nicht die Position der Katholischen Kirche wieder, sondern die Rechtsauffassung der FSSPX. Die Selbsteinschätzung einer Gemeinschaft hebt weder das Urteil der Kirche noch die geltende Rechtsordnung auf.
Diese Argumentation halte ich für wesentlich belastbarer, weil sie den logischen Fehler der Gegenseite direkt angreift, statt nur das Ergebnis zu behaupten. Sie stützt sich auf die kirchliche Hermeneutik, die Funktion einer authentischen Erläuternden Note und den Zusammenhang von Dekret, Lehramt und Kirchenrecht.


2
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

@Bene16 - Replik trailsurfer (2/3)

Ebenso unzutreffend ist der Schluss: „Das Dekret sagt es nicht ausdrücklich, also gibt es keine allgemeine Exkommunikation.“ Das ist ein klassischer Fehlschluss. Kirchliche Dekrete wiederholen nicht jedes Mal die gesamte geltende Rechtslage. Sie setzen sie voraus. Deshalb erklärt die Erläuternde Note ausdrücklich, dass die Geistlichen der FSSPX sich im Schisma befinden u. der in can. 1364 §1 CIC vorgesehenen Exkommunikation unterliegen. Anschließend regelt das Dekret nur noch den Weg zur Aufhebung dieser Zensur. Ein Verfahren zur Aufhebung setzt die bestehende Rechtsfolge voraus; es schafft sie nicht erst.


1
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

@Bene16 - Replik trailsurfer (1/3)

Die Behauptung, die Erläuternde Note „interpretiere nur“ oder „würfle ältere Texte durcheinander“, verkennt bereits die Natur des Dokuments. Eine Erläuternde Note des Dikasteriums für die Glaubenslehre ist keine private Stellungnahme und kein Kommentar. Sie ist die authentische Auslegung des gleichzeitig veröffentlichten Dekrets. Gerade deshalb verweist sie auf can. 1364 CIC, auf das Motu proprio „Ecclesia Dei“ und auf die authentische Interpretation des Päpstl. Rates f. d. Gesetzestexte. Das ist keine Vermischung verschiedener Quellen, sondern die normale Auslegung kirchl. Rechts. Kein kirchl. Dokument entsteht losgelöst von der bisherigen Rechts- u. Lehrtradition.


1
 
 Bene16 6. Juli 2026 
 

@Parcival

Da ich Ihre kompetenten Beiträge sehr schätze, bitte ich um Aufklärung, ob die Interpretation von trailsurfer, wonach die Exkommunikation nicht sämtliche Priester der fsspx betrifft, korrekt ist.


1
 
 Hardenberg 6. Juli 2026 
 

@Lesa

Das ist schon ein starkes Stück. Den versuchten Genozid im Buch Exodus an den Hebräern gleichzusetzen - ja, womit? Die Piussekte wird nicht verfolgt. Niemand, der diesen Leute anhangt, verliert materiell gesehen Leben oder Gut. Einzig das Seelenheil können sie ohne Umkehr zur Kirche nicht mehr erlangen. Dieses - freilich fast höchste - Gut hat ihnen kein Papst, keine Kirche o.ä. weggenommen. Dessen haben sie sich selbst beraubt.
Mich wundert dieser Vergleich ja nicht. Die Piussekte vertritt auch heute noch den antisemitischen Vorwurf, "die" Juden seien Gottesmörder. Ein schauerlicher Irrtum, den Johannes Paul II. und Benedikt XVI. glasklar verurteilt haben.


3
 
 trailsurfer 6. Juli 2026 
 

Keine pauschale Exkommunikation für alle Pius-X Priester

@Christine
Die von dir zitierte Passage ist kein Zitat aus dem Dekret des Dikasteriums für die Glaubenslehre vom 2. Juli 2026.
Der Satz „Geistliche der Piusbruderschaft befinden sich im Zustand des Schismas und ziehen sich damit die Exkommunikation zu“ ist und bleibt eine falsche Interpretation.
Dein angebliche „Beleg“ ist eine Interpretation, die ältere Texte – Ecclesia Dei (1988), die Erläuternde Note des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte (1996) und can. 1364 – durcheinanderwürfelt.
Das neue Dekret übernimmt diese Aussagen nicht und verkündet keine pauschale Exkommunikation aller Priester von Pius-X.

Was das Dekret tatsächlich sagt, ist ausschließlich Folgendes:

Ein Priester soll um Erlass einer Zensur bitten, falls ihm eine solche
– aufgrund einer Weihe durch einen exkommunizierten oder irregulären Bischof oder
– aufgrund eines späteren Beitritts zur FSSPX
auferlegt wurde.

Das ist ein konditionaler Hinweis, keine allgemeine Feststellung über alle Priester


0
 
 lesa 6. Juli 2026 

Verfolgung verbindet mit Christus

@wynfried: Danke für die Mitteilung Ihrer "Prognose". 16.000 Teilneher an diesem strahlenden Festsprechen für sich. Was soll diese in sich höchst widersprüchliche "Exkommunikation" angesichts eines horrenden Notstandes! Die Gläubigen muss man nicht für dumm verkaufen. Die Verfolgung lässt die Bewegung wachsen (das war schon nach 1988 der Fall.) Das galt schon von den Hebräeren, deren Kinder im Nil ertränkt wurden. Es heißt aber lapidar im Buch Exodus. "Je mehr sie unterdrückt wurden, desto stärker verbreitetn sie sich." Die Verfolgung verwurzelt noch mehr im Glauben und verbindet sie inniger mit Christus. Was kann es besseres geben - so ungerecht dies alles menschlich gesehen auch ist.
Die FSSPX betonen, dass sie nicht mit Bitterkeit und Trotz reagieren wollen, sondern mit der Liebe der Nachfolge.


0
 
 lesa 6. Juli 2026 

„Der rechtliche Aspekt ist angesichts des Notstands in der Kirche zweitrangig“

Lieber@Zeitzeuge: Danke für das Zitieren des Weiheversprechens" Leider prägen gerade genau umgekehrte Vorgaben des Gl.Dikasteriums. Denn: "Die Allgemeinheit der Verfehlung stumpft das Gefühl ab für ihre Verwerflichkeit." (G. Bernanos). Das Wort Gottes bezeichnet die Verfinsterung des Denkens, den Verlust der geistigen Erkenntniskraft als Strafe dafür, dass das Wort Gottes missachtet wurde. (vgl Röm 1)
Siehe kath.net Artikel vom Samstag: Einem Pfarrsekretär unserer Diözese wird für seine Eheschließung mit einem Mann gratuliert.
Fiducia Supplicans hat viel beigetragen zu dieser Missachtung des schützenden Gebotes Gottes. Der es auf die Gläubigen losgelassen hat, Fernandes "exkommuniziert" die FSSPX, die den Menschen die ungekürzte Lehre weitergeben. Ein Gesetzesbuchstabe soll die Berechtigung dafür liefern. @wilof: Sehr gute Bemerkung zum Thema "canones")
"Wo sich die Kirche von den Vorgaben Christi entfernt, bleibt derjenige in Recht und Gehorsam, der dabei nicht mitgeht." (Gurtner)


1
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

TEIL 2 Die Kirche war nie makellos – und doch bleibt sie die Braut Christi

Je länger ich mich mit der Situation der beschäftige, desto mehr komme ich zu einer Überzeugung: Im Letzten geht es nicht um Liturgie, Kirchenrecht, Ekklesiologie oder Dogmatik. All diese Fragen sind wichtig. Aber sie sind nicht der eigentliche Kern.
Es geht um den Glauben.
Glaube ich wirklich, dass Christus seine Kirche führt – auch dann, wenn sie durch die Sünden ihrer Glieder entstellt ist? Glaube ich, dass der mystische Leib Christi trotz aller Wunden sein Leib bleibt? Glaube ich seiner Verheißung, dass die Mächte der Unterwelt seine Kirche nicht überwältigen werden?
Die Heiligen haben nicht deshalb ausgeharrt, weil die Kirche fehlerlos war. Sie sind geblieben, weil sie Christus geglaubt haben.
Vielleicht ist genau das heute die entscheidende Frage. Nicht, wie groß die Krise ist, sondern wie groß unser Vertrauen in den Herrn seiner Kirche.


3
 
 SarahK 6. Juli 2026 
 

@Parcival

Ja, das stimmt absolut. Ich habe es am eigenen Leib erfahren dass es das beste ist. Aber, da auch dann doch wieder nur Mensch, tit es schon manchmal gut sich auszutauschen, und zu wissen man ist nicht allein. Und plus was bei uns im Bistum derzeit geschieht hat (außerhalb dessen was gute Priester anbieten) im Grunde wirklich gar nichts mehr mit der Braut Christi zu tun. Und dass es doch rechtviele Menschen gibt, die sich zur Kirche zählen aber nicht an ihr teilhaben das ist schon soweit ich weiß in dem heutigen Ausmaß einzigartig, vielleicht auch deswegen gefährlicher als ein einfacher Schwund an Anhängern.


1
 
 Parcival 6. Juli 2026 
 

TEIL 1 Die Kirche war nie makellos – und doch bleibt sie die Braut Christi

Die Kirche erlebt derzeit eine tiefe Krise. Das schmerzt. Aber wer die Kirchengeschichte kennt, weiß: Diese Krise ist nicht die erste.
Ich lese derzeit den hl. Augustinus, die hl. Hildegard von Bingen, die hl. Katharina von Siena und die hl. Birgitta von Schweden. Sie alle kannten eine Kirche voller Missstände, Machtkämpfe und menschlichen Versagens. Dennoch haben sie nicht resigniert und sich auch nicht von der Kirche gelöst.
Der hl. Augustinus spricht von der Kirche als einem „corpus permixtum“ – einem Leib, in dem bis zur Wiederkunft Christi Heilige und Sünder zusammenleben. Und trotzdem bleibt sie die Braut Christi, geliebt von ihrem Herrn.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger Zeit damit verbringen, uns täglich neu zu empören. Diese Kraft fehlt dort, wo sie wirklich gebraucht wird: im Gebet, in der Umkehr und in der eigenen Heiligkeit. Denn nicht unsere Empörung wird die Kirche erneuern, sondern unsere Treue zu Christus.


4
 
 discipulus 5. Juli 2026 
 

@SarahK: Gut, daß Sie insistiert

und auf der richtigen Lossprechungsformel bestanden haben! Ja, das ist traurig, aber steter Tropfen höhlt den Stein...


5
 
 SarahK 5. Juli 2026 
 

@Parcival: das ist zwar verständlich, aber auch der Gewinn der FSSPX

Ich versuche das jetzt so unemotional und ohne Ausschmückung wieder zu geben:
Ich war gestern Beichten, der Priester nutze dann einen selbdtausgedachten Spruch zur Lossprechung. Kurz zusammengefasst war es „weil Jesus dich liebt sind dir deine Sünden vergeben“, früher wäre ich raus gegangen, hätte sehr wahrscheinlich geweint und überlegt ob ich mich offiziell beschwere. (Was bei uns im Bistum der Sack Reis in China wäre). Gestern bat ich dann ruhig anschließend, dass er dann doch bitte die approbierte Lossprechung nutzen möchte. Und meinte gerade jetzt sollten wir ja in der Einheit mit Rom stehen. Er meinte er sieht das anders und würde die seine immer benutzen und müsste die richtige raussuchen. Ich sagte, ich hätte Zeit hinter mir würde niemand warten. So suchte und gab er mir die richtige Lossprechung. Ist das nicht traurig? Und jetzt zu meinem ersten Post hier, glaubt der Vatikan wirklich, er kann die Anhänget der PX „locken“?


2
 
 Beethoven70 5. Juli 2026 
 

Einheit der Kirche

@Parcival, vielen Dank für die Klarstellung. Nun haben aber die 5 Kardinäle, welche ihre „Dubio“ an Papst Franziskus richteten (die bis heute nicht beantwortet sind) das gerade deshalb getan, weil sie um die Einheit der Kirche fürchteten. Die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren war darunter ein Punkt neben anderen. Kennen die Kardinäle vielleicht das Kichenrecht nicht zur Genüge und hätten die wissen müssen, dass ihr Sorge völlig unbegründet war?


0
 
 Psalm1 5. Juli 2026 
 

@Lilly17, Beethoven70

„Darüber hinaus halte ich mich mit religiösem Gehorsam des Willens und des Verstandes an die Lehren, die entweder der Papst oder das Bischofskollegium bei der Ausübung des authentischen Lehramtes verkünden, selbst wenn sie nicht beabsichtigen, diese in einem endgültigen Akt zu verkünden.“

Seien Sie beruhigt. "Religiöser Gehorsam" verpflichtet keineswegs jede lehramtliche Note für wahr zu halten. Man denke nur an die sehr heftige Kritik von Kardinal Müller kurz nach veröffentlichung von "Fiducia supplicans".


3
 
 Wilolf 5. Juli 2026 
 

Wenn FS zum verkündeten authentischen Lehramt gehört,

und alle Katholiken an eine „Möglichkeit der Segnung von Paaren in irregulären Situationen“ (womit ganz offensichtlich ehebrecherische Paare gemeint sind) glauben müssen, dann stimmt da etwas nicht.
GOTT sagt „Du sollt nicht ehebrechen“ und die Kirche sagt: „Es gibt Möglichkeiten, den Ehebruch zu segnen.“ Das kann nicht sein.


2
 
 discipulus 5. Juli 2026 
 

@Lilly17: Was heißt akzeptieren?

Was meinen Sie denn damit, man müsse diese Texte akzeptieren?

Mich erstaunt, daß Sie schreiben, Sie dürften diese Texte nur im Kreise der Lefebvrianer kritisieren? Denn ich kritisiere diese Texte am passenden Ort und zur passenden Zeit durchaus - und ich kenne sehr viele Katholiken, die das auch tun, ohne zu den Lefebvrianern zu gehören, ja, sie stehen noch nicht einmal der Petrusbruderschaft nahe.

Die Frage ist nur, wie man kritisiert. Das kann man nämlich durchaus auch so tun, daß man damit seine Treue zum päpstlichen Lehramt nicht in Frage stellt. Und "akzeptieren" heißt dabei für mich, daß ich anerkenne, daß das kirchliche Lehramt das Recht hat, hier zu entscheiden, nicht ich. Aber das hindert mich nicht daran, auf Inkonsistenzen hinzuweisen. Dafür brauche ich aber keine Schismatiker!


3
 
 Zeitzeuge 5. Juli 2026 
 

Aus den Erläuterungen der DBK bzgl. des allg. Treueids:

"Die geforderte Haltung wird mit dem 2. Vatikanischen Konzil als "religiöser Gehorsam des Willens und des Verstandes " bezeichnet. Näherhin kennzeichnet das Konzil diese Haltung als respektvolle Anerkennung des Lehramtes und als aufrichtige Übernahme seiner Urteile. Darin drückt sich ein Vertrauensvorschuss gegenüber dem Lehramt aus, verbunden mit dem redlichen Bemühen, alles zu tun, um sich die Lehre zu eigen zu machen. Diese Haltung differenziert sich, wie das Konzil betont, entsprechend der vom Lehramt kundgetanen Verpflichtungsabsicht, die sich vornehmlich aus der Art der Dokumente, der Häufigkeit der Vorlage derselben Lehre und aus der Sprechweise entnehmen lässt. Die geforderte Haltung schließt nicht einen loyalen Dissens aus, der sich der Wahrheit verpflichtet weiß, sich begründeter Argumente bedient, dem Bemühen des Lehramtes den Respekt nicht versagt und sich am Wohl der Kirche orientiert."

Das gilt auch z.B. für "AL" und "Abu Dhabi", die doktrinär so nicht korrekt sind!


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 Parcival 5. Juli 2026 
 

@Beethoven70 - Warum das Kirchenrecht hier unterscheidet

Dass dieser Unterschied viele Gläubige irritiert, ist verständlich. In beiden Fällen geht es um Ungehorsam gegenüber der Kirche. Theologisch sind jedoch 2 verschiedene Ebenen betroffen. Verstößt jemand gegen eine kirchl. Weisung oder gegen eine lehramtl. Vorgabe, ist das ein Ungehorsam innerhalb der Kirche. Geht es dagegen um die kirchl. Communio, ist die Einheit der Kirche selbst berührt. Nach katholischem Verständnis ist die Kirche nicht nur eine Institution mit Regeln, sondern der Leib Christi. Die sichtbare Gemeinschaft mit dem Papst und den Bischöfen gehört deshalb nicht nur zur Organisation der Kirche, sondern zu ihrem Wesen. Darum unterscheidet das Kirchenrecht seit jeher zwischen Verstößen gegen einzelne kirchl. Normen und solchen, die die kirchl. Gemeinschaft selbst betreffen. Die unterschiedl. Rechtsfolgen ergeben sich also nicht aus einer unterschiedl. Wertschätzung des Ungehorsams, sondern daraus, dass unterschiedliche Bereiche des kirchl. Lebens betroffen sind.


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 Zeitzeuge 5. Juli 2026 
 

Ein Auszug aus dem allgemeinen Treueid lautet:

"Bei der Ausübung meines Amtes, das mir im Namen der Kirche übertragen worden ist, werde ich das Glaubensgut unversehrt bewahren und treu weitergeben und auslegen; deshalb werde ich alle Lehren meiden, die dem Glaubensgut widersprechen."

Sollten nicht alle Amtsträger diesen Eid öffentlich wiederholen? Man denke nur an den jahrzehntelangen Missbrauch der "missio canonica" sowie an
zahlreiche Falschlehrer, die ungestraft geblieben sind und wohl auch bleiben werden, zu Schaden des Seelenheils Vieler!


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 Beethoven70 5. Juli 2026 
 

Lilly17 hat recht

Sie haben recht, ich hab es erst jetzt gelesen: „Darüber hinaus halte ich mich mit religiösem Gehorsam des Willens und des Verstandes an die Lehren, die entweder der Papst oder das Bischofskollegium bei der Ausübung des authentischen Lehramtes verkünden, selbst wenn sie nicht beabsichtigen, diese in einem endgültigen Akt zu verkünden.“
Das bedeutet faktisch, man muss sich zur zu den Lehren von Amoris Laetitia und Fiducia Supplican bekennen. Ich denke, die Rechtmäßigkeit dieses Dekrets ist äußerst fraglich.


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 Beethoven70 5. Juli 2026 
 

@Lilly17

Sehr interessant, vielen Dank. Woraus schließen Sie, dass man ausdrücklich Amoris Laetitia und Fiducia supplicans anerkennen muss? Aus der Formulierung „verspreche ich, mich an die gemeinsame Disziplin der Kirche und ihre Gesetze (…) zu halten“? Würde ich auch so verstehen, oder gibt es zusätzlich noch etwas?
Die Frage ist ja auch, wann man eigentlich Punkt 2 erfüllt. Wann erkennt man denn förmlich die Lehraussagen der Piusbruderschaft an? Welche Form darf es denn sein? Ich habe das vor ein paar Tagen veröffentlichte Glaubensbekenntnis der Bruderschaft gelesen. Ich stimme damit überein. Genügt das jetzt als förmliches Bekenntnis? Dann wäre ich exkommuniziert.


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 Beethoven70 5. Juli 2026 
 

@Parcival

@Parcival, ich rechtfertige in meinem Post doch gar nicht einen Ungehorsam mit dem anderen. Ich stelle die Frage, warum hier dieselbigen dermaßen eklatant ungleich behandelt werden.


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 Lilly17 5. Juli 2026 
 

Man muss auch Amoris Laetitia und Fiducia supplicans akzeptieren

Dieses Dokument ist eine Katastrophe, man muss nicht nur das Vatikanum 2 akzeptieren, womit ich noch leben könnte, sondern alle Dokumente wo der Papst nicht ex Cathedra spricht, also auch Amoris Laetitia und Fiducia supplicans.
Ich bin leider selber betroffen, gehöre zur Gruppe 3 und 4 der Laien, bin offizielle Kirchenbeitragszahlerin, gehe mindestens 3 mal im Monat zu einem heiligen Novus Ordo Priester, der gregorianischen Choral singt, in die Messe, obwohl er nicht alten Ritus liest. Gleichzeitig gehe ich seit Corona jeden Sonntag zu Pius, auch weil diese nur den ersten Lockdown mitgemacht haben, und bei den weiteren Lockdowns ohne Anmeldung Zugang zu den Sakramenten gewährten, außerdem liest da kein Laie Lesung und Fürbitten, und man darf an den obigen beiden häretischen Dokumenten Kritik üben. Ich soll zur Fsspx nicht mehr gehen ausdrücklich, aber zur Orthodoxie und Protestanten /ökumenische Gottesdienste geht schon..? Bei Fssp geht keine öffentliche Kritik am Modernismus.


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 Parcival 4. Juli 2026 
 

@Bethoven70 - Der gemeinsame Nenner heißt Ungehorsam

Die Kritik an den sogenannten Segensfeiern ist berechtigt. Wer gegen verbindliche Vorgaben des Lehramtes handelt, verweigert den Gehorsam gegenüber der Kirche. Dasselbe gilt, wenn eine Gemeinschaft sich der rechtmäßigen Autorität des Papstes und der Bischöfe entzieht. Die konkreten Sachverhalte sind unterschiedlich, der gemeinsame Nenner ist jedoch derselbe: Ungehorsam.

Der Fehler besteht darin, den einen Ungehorsam mit dem anderen rechtfertigen zu wollen. Das ist weder theologisch noch kirchenrechtlich möglich. Missstände in einzelnen Diözesen machen einen Bruch der kirchlichen Gemeinschaft nicht legitim; ebenso wenig macht die Berufung auf die Einheit der Kirche lehrmäßige oder pastorale Eigenmächtigkeiten zulässig.

Katholisch ist nicht die Wahl zwischen Wahrheit und Einheit. Katholisch ist der Gehorsam gegenüber der ganzen Kirche – in ihrer Lehre ebenso wie in ihrer hierarchischen Ordnung.


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 Beethoven70 4. Juli 2026 
 

Glaubensbekenntnis nur für Piusbesucher

Hier bei mir im Nachbarort wird mit folgendem Text zum Gottesdienst eingeladen: „Zu diesem Gottesdienst sind alle Menschen eingeladen, die in einer besonderen Beziehung und Partnerschaft zueinander stehen und diese Partnerschaft unter den Schutz, den Segen und die Zusage Gottes stellen möchten. Dies können gleichgeschlechtliche Paare sein, zivil wiederverheiratete Paare und Paare, die aus welchen Gründen auch immer nicht kirchlich heiraten wollen“.
Wenn ich zur Piusbruderschaft in die Messe gehe, soll ich anschließend ein Formular einreichen, in dem ich mich zum katholischen Glauben bekenne. Wenn ich an der illegalen sogenannten Segensfeier teilnehme, in der defacto ein Ehesakrament simuliert wird, ist es kein Problem.
Tut mir leid. Das kann ich nicht ernst nehmen.


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 discipulus 4. Juli 2026 
 

@Versusdeum: Zustimmung

Ich wiederum kann mich Ihrer Hoffnung anschließen, daß der Apostolische Stuhl jetzt die Gelegenheit ergreift und die Bestimmungen für die Verwendung des alten Missale so ändert, daß ein deutliches Signal an die Anhänger der Lefebvrianer gesendet wird, daß man die alte Form der Liturgie in Einheit mit dem Papst pflegen kann. Man wird aufgrund mancher Fehlentwicklungen, die gerade auch in der Diskussion um die schisamtischen Bischofsweihen wieder zutage getreten sind, nicht ganz zu SP zurückkehren können, aber irgendwo zwischen SP und TC wird sich ein vernünftiger Weg finden lassen.


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 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

Lieber @discipulus

Herzlichen Dank für Ihre letzte ausgewogene Stellungnahme! Auch, wenn ich Ihre subjektiven Einschätzungen nicht teile*, denke ich auch, dass es so oder sehr ähnlich gelten dürfte. Alles Weitere wird Rom noch verlauten lassen und hoffentlich großzügig Alternativen im überlieferten Ritus der Kirche anbieten und dazu TC mindestens korrigieren.
* "schismatische Haltung der Piusbruderschaft ... deren kirchenfeindliche Äußerungen": Ich bin überzeugt, dass niemand (außer vielleicht einzelnen verirrten Seelen) "bei Pius" über das erneute Zerwürfnis mit Rom glücklich ist, auch, wenn man froh ist, dass man wieder jüngere Weihischöfe** hat, die die Sakramente in der weltweit vertretenen Gemeinschaft spenden und die apostolische Sukzession sichern
** wie es in einer Erklärung von Pius heißt: Man wollte reine Weihbischöfe nur für die Seelsorge (da man sich ja keine Lehrbefugnis anmaßt, also zu Änderungen in der Lehre)


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 Parcival 4. Juli 2026 
 

@rosenstaedter

Die Wiedergabe des Lehramts ist nicht an die Weihe gebunden
Ich vermag nicht nachzuvollziehen, weshalb ein Laie solche Fragen grundsätzlich nicht beantworten dürfte. Es geht hier weder um private Meinungen noch um individuelle Spekulationen. Wenn ich mich zu einer Frage äußere, stütze ich mich auf das Lehramt der Kirche, den Katechismus, das kirchl. Recht oder die Dogmenlehre und versuche, diese Quellen sachgerecht einzuordnen. Sollte ich ausnahmsweise eine persönliche Einschätzung wiedergeben, kennzeichne ich sie ausdrücklich als solche. Selbstverständlich bleibt die authentische Auslegung des Glaubensgutes sowie jede verbindliche Entscheidung der zuständigen kirchl. Autorität vorbehalten. Daraus folgt jedoch nicht, dass allein Kleriker die lehramtlichen Quellen der Kirche zitieren, erläutern oder auf konkrete Fragestellungen anwenden dürften. Diese Aufgabe steht jedem Katholiken offen, sofern sie in Treue zum Lehramt und mit der gebotenen Sorgfalt erfolgt.


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 Parcival 4. Juli 2026 
 

@Versusdeum - leiser Versuch einer Antwort auf Basis des CIC

Forum internum – mehr als nur der Messbesuch:
Kirchenrechtlich ist zwischen forum externum und forum internum sowie bona fide und mala fide zu unterscheiden (vgl. can. 1323–1324 CIC). Es macht einen Unterschied, ob jemand lediglich eine Hl. Messe der Piusbruderschaft besucht oder sich deren ekklesiologische Position zu eigen macht, etwa meint, das Lehramt ende mit Papst Pius XII. oder die unerlaubten Bischofsweihen gegen den ausdrücklichen Willen des Hl. Vaters gutheißt. Darauf weist auch das Schreiben von Víctor Manuel Fernández hin: Entscheidend ist nicht nur der äußere Messbesuch, sondern auch die innere Zustimmung. Vieles wird Rom noch klären müssen.
Persönlich würde ich nicht hingehen. Der Mensch nimmt immer auch das geistige Klima auf, in dem er sich bewegt. Auf Dauer bleibt niemand von den Haltungen und Überzeugungen unberührt, denen er sich regelmäßig aussetzt.


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 Parcival 4. Juli 2026 
 

@Versusdeum - Kein offizielles Verbot – aber unterschiedliche Praxis

Meines Wissens gibt es kein offizielles Statement der Priesterbruderschaft St. Pius X., das den Besuch der Sonntagsmesse im Novus Ordo generell verbietet. Die Praxis ist jedoch je nach Distrikt und einzelnen Priestern unterschiedlich. Ich kenne Distrikte, in denen Gläubigen vom Besuch der Sonntagsmesse außerhalb der Piusbruderschaft grundsätzlich abgeraten oder dieser sogar untersagt wird.
Ähnliches gilt für die Petrusbruderschaft. Hier spielen in die Gründungsgeschichte der Petrusbruderschaft zurückreichen.
Ich kenne Gläubige der Piusbruderschaft die seelsorgliche Gespräche bei Priestern des Novus Ordo suchen, weil sie deren Gesprächsführung schätzen oder einen anderen Zugang erleben. Kommt es dabei zu einer Beichte, wird ihnen sehr ans Herz gelegt, diese vorsorglich noch einmal innerhalb der Piusbruderschaft zu wiederholen. Auch das ist keine einheitliche Praxis, sondern unterscheidet sich je nach Distrikt und den jeweiligen Priestern.


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 Parcival 4. Juli 2026 
 

@Wilof - Einheit der Kirche braucht mehr als das Credo

Naja, sie waren beim Eintritt auch nicht im Schisma.
Wer katholisch wird, legt kein Gelöbnis auf jede einzelne Norm des kirchl. Rechts ab. Er bekennt den Glauben der Kirche und tritt in ihre volle Gemeinschaft ein. Dazu gehört aber auch die Annahme ihrer von Christus gestifteten Ordnung. Niemand muss den CIC auswendig kennen – ebenso wenig wie ein Staatsbürger jedes Gesetz kennen muss. Unkenntnis hebt jedoch die Rechtsordnung nicht auf. Der Codex des kirchl. Rechts ist keine Konkurrenz zum Glaubensbekenntnis, sondern dient dem Schutz der Sakramente, der kirchl. Gemeinschaft und der Rechte der Gläubigen. Wer sich bewusst und hartnäckig gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Kirche stellt, berührt deshalb nicht bloß eine juristische Frage, sondern die Einheit der Kirche selbst.


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 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

@rosenstaedter

Vielen Dank. Sie haben natürlich recht, insofern geht meine Frage auch an @Redaktion und gerne auch noch weiter.


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 carl eugen 4. Juli 2026 

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen,

warum einige Katholiken auf Biegen und Brechen bei Schismatikern die Messe besuchen wollen.
Es gibt so viele Möglichkeiten, die Alte Messe in Verbundenheit mit Kirche und Papst zu feiern, aber nein, es muss unbedingt bei Schismatikern sein, die auf die Worte und den Willen des Papstes spucken.

Für so ein Verhalten von angeblich so rom- und papsttreuen Katholiken habe ich keinerlei Verständnis.


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 Rolando 4. Juli 2026 
 

Zum Messbesuch

Der neue Ritus ist in Ordnung, viele Exerzitienhäuser-und Leiter feiern sie, in allen Wallfahrtsorten wird sie gefeiert, in Fatima, Lourdes, Heroldsbach, Medjugorie, sowie in den Pfarreien. Es sollte nur kein Wortgottesdienst, kein ökumenischer Gottesdienst sein und die Hl. Messe ordentlich zelebriert werden.


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 discipulus 4. Juli 2026 
 

@Versusdeum: Antworten

Ich glaube nicht, daß man diese Fragen auf Grundlage der bisherigen Erklärungen aus Rom schon umfassend und endgültig klären kann.

Eindeutig ist: In Todesgefahr ist der Besuch einer hl. Messe bei der Piusbruderschaft erlaubt. Sehr wahrscheinlich ist sie auch erlaubt, wenn keine andere hl. Messe erreichbar ist (im Rahmen eines vernünftigen, zumutbaren Aufwandes) - in diesem Fall ist sie aber nicht geboten, die Sonntagspflicht muß in diesem Fall nicht erfüllt werden.

Alles andere hängt wohl vor allem von der Einstellung des Gläubigen ab. Wenn er sich klar von der schismatischen Haltung der Piusbruderschaft distanziert, deren kirchenfeindliche Äußerungen nicht teilt und über die nötige Stabilität verfügt, sich nicht entsprechend beeinflussen zu lassen, ist der Besuch zumindest in Ausnahmefällen möglich. Bei regelmäßigen Besuchen liegt zumindest die Vermutung nahe, daß die schismatische Haltung doch bejaht wird.

Aber, wie gesagt, da müßte Rom noch klare Antworten geben.


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 rosenstaedter 4. Juli 2026 
 

Ihre Fragen müssen Sie an Ihren Bischof richten oder nach Rom appelieren!

@Versusdeum

Zitat:

"Es wäre schön, wenn jemand die Fragen noch heute klären könnte, da sich die Fragen für manche Gläubige schon morgen akut stellen."

Als nicht geweihte Laien können und dürfen die Forumsschreiber Ihre Frage nicht beantworten!

Mir wäre es lieber wenn diese traurige Angelegenheit nach Art der "Kappeler - Milchsuppe" bereinigt werden kann!


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 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

Konkrete praktische Fragen zum Messbesuch;

Jeweils generell bzw. zur Erfüllung der Sonntagspflicht beim Besuch der (zweifelsfrei gültig, würdig und vorlagengetreu zelebrierten) Hl. Messen der Piusbruderschaft:
- Welche Konsequenzen hat es, wenn man eine Hl. Messe / die Sonntagsmesse nur bei Pius besucht?
- Ist der Besuch der Hl. Messe / Sonntagsmesse bei Pius wenigstens dann gestattet, wenn keine "reguläre" Hl. Messe im überlieferten Ritus erreichbar ist?
- Ist der Besuch der Hl. Messe / Sonntagsmesse bei Pius zumindest dann gestattet, wenn keine Hl. Messe im überlieferten Ritus erreichbar ist, weil andere Messorte unter Berufung auf TC verboten oder nicht zugelassen wurden (bewusst herbeigeführter Notstand!)?
- Ist der Besuch der Hl. Messe / Sonntagsmesse bei Pius wenigstens dann gestattet, wenn überhaupt keine akzeptabel zelebrierte Hl. Messe erreichbar ist (z.B. alte und / oder immobile Gläubige)?
Es wäre schön, wenn jemand die Fragen noch heute klären könnte, da sich die Fragen für manche Gläubige schon morgen akut stellen.


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 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

@Parcival

Konkret zu Ihren Punkten:
- Verbieten einzelne Patres den Besuch der Sonntagsmesse im Novus Ordo tatsächlich generell, oder ging es um konkrete schwierige Fälle?
- Vom Besuch einer Messe der Priesterbruderschaft St. Petrus abzuraten, wäre m.E. nicht nachvollziehbar. Die Gültigkeit und Würdigkeit steht außer Frage und auch sonst gibt es schlicht keine Unterschiede zu den Hl. Messen bei Pius (außer vielleicht, dass man bei Pius in der Predigt ab und an die Probleme in der Kirche klarer benennt)
- Beichte "sub conditione". Warum hätten diese Gläubigen überhaupt im Novus Ordo beichten sollen, wenn sie nicht an deren Gültigkeit geglaubt hätten? Es dürfte also wohl konkrete Gründe für Zweifel im konkreten Fall gegeben haben
- Der Fall in ihrer Familie hätte natürlich nie passieren dürfen. Wenn kein "eigener" Priester verfügbar ist, muss selbstverständlich ein anderer Priester gerufen werden. War den Angehörigen vielleicht nicht klar, dass die Person so schnell sterben würde?


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 Versusdeum 4. Juli 2026 
 

Ausgerechnet Pius das Glaubensbekenntnis vorzulegen,

entbehrt nicht einer gewissen Ironie.


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 Versusdeum 3. Juli 2026 
 

@Stefan Fleischer

Abwarten kann man u.a. deswegen nicht, weil hier (v.a., aber nicht nur, im Forum) Aussagen getätigt wurden, die so nicht unwidersprochen bleiben können bzw. die durch positive Aspekte der Realität ergänzt werden müssen, damit Dritte sich überhaupt ein halbwegs objektives eigenes Bild machen können.
Und ja, es hat auch subjektive Gründe, weil mich das Ganze extrem aufwühlt.
Und ich fürchte, die DBK wird das nicht als Warnung auch an sie, sondern sogar noch als Bestätigung verstehen / wieder einmal umdeuten, dass die "alte Kirche" jetzt endgültig überwunden sei und man wieder loslegen könne.


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 Psalm1 3. Juli 2026 
 

@Christine

Frage:
„können einzelne Passagen des ordentlichen Lehramts nicht fehlerhaft sein?“

Ihre Antwort:
Definitiv Nein.

Das ordentliche Lehramt ist nur in seltenen Fällen gesichert irrtumsfrei. Dazu muss der Papst, gemeinsam mit den Bischöfen, zur sicheren Überzeugung gelangen, das der betreffende Sachverhalt wahr ist.

Ansonsten würde sich die Sonne doch um die Erde drehen und nicht umgekehrt :-)


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 Parcival 3. Juli 2026 
 

Nicht mehr Liturgie, sondern Ekklesiologie und dann auch Dogmatik

Ich glaube nicht, dass diesmal viele Gläubige der Piusbruderschaft den Weg zurück in die volle Gemeinschaft der Kirche finden werden. Die Lage ist heute anders als 1988. Es geht längst nicht mehr nur um Liturgie oder das 2. Vat., sondern um das Kirchenverständnis selbst. Vinzenz von Lérins († um 445) beschreibt die Entwicklung der Lehre als organisches Wachstum: dieselbe Wahrheit, aber tiefer erkannt. Christus hat der Kirche keinen fertigen Katechismus hinterlassen, sondern den Heiligen Geist verheißen, der sie „in die ganze Wahrheit führen“ wird. So konnten sich im Lauf der Jahrhunderte etwa die Siebenzahl der Sakramente, Rosenkranz, Fronleichnam, Verehrung der göttl. Barmherzigkeit, Zölibat, CIC, Zölibat etc. entfaltem. Wer solche Entwicklung grundsätzlich nicht mehr als legitime Entfaltung anerkennt, trennt sich ekklesiologisch und irgendwann dogmatisch.Auch bestehen bereits eigene Jurisdiktionsstrukturen, etwa bei Eheannullierung oder Dispens von Gelübden. Wird Trennung endgültig?


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 Parcival 3. Juli 2026 
 

@Versusdeum

Wenn aus Misstrauen gegenüber der Kirche Misstrauen gegenüber den Sakramenten wird
Die Aussage, bei der Piusbruderschaft stelle niemand die Legitimität des Novus Ordo infrage, entspricht nicht den Tatsachen. Es gibt Patres, die Gläubigen den Besuch der Sonntagsmesse im Novus Ordo verbieten, selbst wenn keine Piusmesse erreichbar ist. Diese Gläubigen können dadurch ihre Sonntagspflicht nicht erfüllen. Manche raten sogar vom Besuch einer Messe der Priesterbruderschaft St. Petrus ab. Ich kenne außerdem Gläubige, die nach einer Beichte im Novus Ordo nochmals bei der Piusbruderschaft beichteten, weil sie an der Gültigkeit der ersten Lossprechung zweifelten. In meiner eigenen Familie erlebten wir, dass der Ehefrau eines Sterbenden untersagt wurde, den Pfarrseelsorger für Beichte, Krankensalbung und Viatikum zu rufen, weil kein Piuspriester verfügbar war. Der Mann starb ohne Sakramente.
Bei der "Kraft" der Sakramentalien sieht es ebenso aus.


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 Versusdeum 3. Juli 2026 
 

@Christine

Wo genau habe ich vorhin Unsinn erzählt oder mich gar "gegen das Lehramt" gestellt? Ihnen ist schon klar, was die von Ihnen offenbar ganz bewusst verwendete Formulierung bedeutet?


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 Richelius 3. Juli 2026 
 

@ Fragender087

Das „filioque“ wird auch in den Gottesdiensten vieler Gemeinden der kath. Ostkirchen nicht gebetet. Päpste lassen es im Allgemeinen weg, wenn sie mit den Ostkirchen feiern.


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 lakota 3. Juli 2026 
 

@SarahK

"...dass es am Ende ums Himmelreich geht wieviele interessiert das noch?.."
Und wer verkündet das noch?

Der letzte Priester der als Vertretung bei uns die Hl.Messe feierte, erzählte uns in seiner Predigt, es gäbe keinen Teufel.
Ein anderer betete statt: "sende Deinen Geist auf diese Gaben herab, damit sie uns werden Fleisch und Blut unseres Herrn Jesus Christus" - "sende Deinen Geist auf diese Gaben herab, daß "wir in ihnen Jesus erkennen".
Und noch einer sprach von "Jesus, unser Bruder und unsre Schwester".

Ich kann niemanden verurteilen, der da lieber zu FSSPX geht - aber ich verurteile unsere Bischöfe, die da nicht eingreifen und alles laufen lassen.


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 Wynfried 3. Juli 2026 

@ MaJo33

Im Gegensatz zu den Altkatholiken bewahrt die Piusbruderschaft aber die Sakrammente, und das ist schon schwerwiegend. Die Weihen bei der Piusbruderschaft sind eben gültig und bei den Altkatholiken nicht.
Die Piusbruderschaft wurde vor 56 Jahren gegründet, das ist auch schon ein recht langer Zeitraum. In einer Zeit, wo man so sehr und schon so lange von Ökumene und dem Dialog mit den "getrennten Brüdern" spricht, bleibt die Piusbruderschaft außen vor, und das jetzt schon seit einem halben Jahrhundert.


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 Cosmas 3. Juli 2026 
 

@Christine

Gemäß Ihrer letzten Wortmeldung sind Sie kein Theologe. Hören Sie daher bitte auf, uns zu belehren, welchen Rang das 2. Vat. Konzil hat und was kirchenrechtlich gilt. Gemäß Ihren eigenen früheren Mitteilung hierorts haben Sie eine offensichtlich traumatische Vorgeschichte mit der FSSPX (zu der ich übrigens nicht gehöre), die man allerdings an anderer Stelle sinnvollerweise aufarbeiten sollte.


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 SarahK 3. Juli 2026 
 

@Fragender, genau!

Und ich denke den Gläubigen Menschen ist es dann auch egal was irgendwo wie geschrieben steht, weil das ja eine absolute Sackgasse ist wenn man sich ans Lehramt halten möchte. Ich denke die Menschen gehen dahin wo sie sich Christus in der Heiligen Eucharistie am nächsten fühlen, nicht unbedingt in jeder Heiligen Messe zur Gabenbereitung der Hl Elisabeth (nichts gegen sie, das weiß sie) gedacht wird und man nicht ringsum Sachen weg „ommmm“en muss. Unterm Strich tun mir die Guten katholischen Priester leid, die zumindest bei uns gegen ehrenamtliche Leiter in Teams ausgespielt werden usw. Vor ein paar Jahren traf ich in Ars einen frisch Bekehrten, der zur Piusbruderschaft ging, mit ihm hatte ich direkt eine Ebene im Glauben, die findet man nur noch sehr vereinzelt in katholischen Gemeinden und dass es am Ende ums Himmelreich geht wieviele interessiert das noch?


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 Stefan Fleischer 3. Juli 2026 

Warum erklärt unsere Kirche

können wir nun nicht einfach einmal die weitere Entwicklung abwarten und unser Vertrauen ganz auf «Gottes Kraft und Gottes Weisheit» (was nicht anderes heiss als auf das Kreuz unseres Herrn) setzen, und bedenken, was Paulus erklärt: «Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.» (1.Kor 1,23-25)


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 MaJo33 3. Juli 2026 
 

@Wynfried

"Ich frage mich nur, wie es jetzt in den nächsten Jahren weitergehen soll. Die Piusbruderschaft wird trotz der formalen Feststellung eines offiziellen Schismas nicht "einfach so" verschwinden. Im Gegenteil, die "innere Dynamik" wird ihr weiter Auftrieb verleihen. Da wird man unweigerlich miteinander reden müssen."

Oder die Piusbruderschaft wird damit -ob von sich aus gewollt oder letztlich geformt durch das Faktische- zu einer separaten Kirche außerhalb Roms; so wie die Altkatholische Kirche. Die zogen sich ja auch die Exkommunikation zu und haben dann angefangen, eigene Geistliche zu weihen und haben letztlich Strukturen aufgebaut aus der Gegebenheit heraus, dass es keine Gemeinschaft mit Rom mehr gab.
Das mag dem Selbstverständnis der Piusbruderschaft zwar nicht entsprechen - aber letztlich wird das das Faktum sein.

Dass man dann trotzdem nicht miteinander reden MUSS zeigt letztlich der Umstand, dass es die altkatholische Kirche schon so lange gibt.


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 Christine 3. Juli 2026 

@christus_vincit! - Fortsetzung

„können einzelne Passagen des ordentlichen Lehramts nicht fehlerhaft sein?“

Definitiv Nein. Das erschließt sich aus dem Auftrag Jesu Christi an seine Apostel und besonders Petrus, denen er die Schlüssel des Himmelreiches, nämlich die volle Binde- und Lösekraft übergeben hat. Dabei ist Petrus, der Fels, derjenige, auf den die Kirche gebaut ist und gleichzeitig die Zusage erhält, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwinden können. Darauf beruht die Unfehlbarkeit des Papstes und der Gemeinschaft der Bischöfe unter der Leitung des Papstes.

Wenn also der Papst bzw. die Gemeinschaft der Bischöfe unter Leitung des Papstes verbindliche Aussagen trifft (das ist das Lehramt), können wir als Gläubige ganz sicher sein, dass keine Fehler bzw. Irrtümer enthalten sind.

Vielleicht kann ein Theologe noch etwas dazu sagen...


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 Fragender087 3. Juli 2026 
 

nun ja

wenn ich mir unsere Laienmitarbeiter und manche Priester aus dem was man so unter "normal katholisch" versteht, anschaue, so könnten die guten Gewissens die geforderten Papiere nicht unterzeichnen ohne offensichtlich zu lügen. Und um das filoque hat sich selbst Papst Leo neulich gedrückt. Weil ist ja erst aus dem 2. Jahrtausend... Genau das, dieses Messen mit zweierlei Maß macht betroffen.


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 Toretto 3. Juli 2026 
 

Man soll sich nicht auf endlose Debatten einlassen

Aus theologischer und kirchenrechtlicher Sicht der katholischen Kirche wird das Schisma der Piusbruderschaft (FSSPX) als eine schmerzhafte Wunde am Leib Christi verstanden

Das Rückkehr-Protokoll für Abtrünnige (Verfahrensanweisung. Dieses Dokument beschreibt die genauen, praktischen Schritte zur Heilung für Einzelne. (Siehe Link)
Die neue Dialogform: Der Dialog wird nun auf die individuelle Ebene verlagert. Das im Juli 2026 veröffentlichte Rückkehr-Protokoll des Glaubensdikasteriums zeigt, dass der Vatikan für jeden einzelnen Priester und Laien, der anklopft, sofort gesprächsbereit ist und konkrete Brücken baut.

Für manche im Forum:

Wenn Personen immer wieder dieselben irrigen Argumente vorbringen und sich in endlosen Diskussionen festbeißen, gibt der heilige Paulus in seinen Pastoralbriefen (vor allem an Timotheus und Titus) eine sehr präzise und überraschend moderne Anweisung: Man soll sich nicht auf endlose Debatten einlassen, sondern das Gespräch konsequent abbrechen.

www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2026-07/vatikan-piusbrueder-lefebvre-glaubensdikasterium-verfahren.html


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 christus_vincit! 3. Juli 2026 
 

@Christine

Ich verstehe. Aber ist die Annahme des ordentlichen Lehramts (nicht gemeint natürlich das verbindliche außerordentliche Lehramt) wirklich das Maß an dem gemessen werden kann, wer katholisch ist und wer nicht?

Und können einzelne Passagen des ordentlichen Lehramts nicht fehlerhaft sein? Und wenn man Zweifel an dessen Rechtgläubigkeit hat, hat man dann nicht die Verpflichtung sich eher an die überlieferte Lehre zu halten, bis geeignete Theologen sich damit objektiv auseinandersetzen, ohne die Debatte um das 2. Vat. von vornherein auszuschließen?


3
 
 Christine 3. Juli 2026 

@Patroklos

Bereits unter einem anderen Artikel hat Ihnen @Parcival schon zum Stichwort Superdogma geschrieben:

@Patroklos - warum machen Sie das?

Sie bauen erneut einen Strohmann auf. Niemand behauptet, das II. Vatikanum sei ein neues „Superdogma“. Darum geht es überhaupt nicht.

Es geht um ein Grundprinzip der kath. Ekklesiologie: Das authentische Lehramt der Kirche endet nicht mit Pius XII. oder Johannes XXIII. Wer auswählt, welche Konzilien, Päpste oder lehramtlichen Entscheidungen er anerkennt und welche nicht, erhebt letztlich das eigene Urteil über das Lehramt. Genau darin liegt das Problem.

Nicht das II. Vatikanum wird zum Dogma erhoben, sondern die Kontinuität des authentischen Lehramts der Kirche wird verteidigt. Das ist ein fundamentaler Unterschied.


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 Bilbo B. 3. Juli 2026 
 

Pastoralkonzil im Lichte der Tradition

Dieses unselige Schisma kam doch auch zustande, weil das ausdrücklich von Johannes XXIII. nur als Pastoralkonzil einberufene II. Vatikanum geradezu als „Superdogma“ angepriesen wurde. Auch grundsätzlich als Konzilsbefürworter und Konzilsbefürworterin darf man sagen, dass die umstrittenen Stellen graduell - anhand ihrer dogmatischen Verbindlichkeit - und im Lichte der Gesamttradition der Kirche auszulegen und ernstzunehmen sind.


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 Christine 3. Juli 2026 

Inkohärenz der FSSPX

Ironischerweise beansprucht die FSSPX auch die Religionsfreiheit für sich selbst und erklärt, dass sie in ihren Überzeugungen, ihrer Anbetung und ihrer Regierungsführung immun gegen päpstliche Einmischung und Zwang ist und es vorzieht, ihrem eigenen Gewissen zu folgen...

Die FSSPX übt auch eine Art Kollegialität und Synodalität aus und richtet eigene "Gremien" oder "Synode" von Bischöfen und Führern ein...

Die SSPX beschäftigt sich sogar mit einer seltsamen Art von Ökumene, die sich selbst als Dialog und Gemeinschaft mit einem Papst, Bischöfen, Priestern und Laien betrachtet, dass sie auch behauptet, eine Krise in der Kirche zu schaffen und zu erhalten, die so schlecht ist, dass die gewöhnlichen Mittel der Erlösung nicht einmal den Katholiken zur Verfügung stehen.

Wie viel von der Krise ist real und wie viel ist eine narrative Schöpfung der SSPX?

www.catholicworldreport.com/2026/06/25/on-the-incoherence-of-the-sspx-paradigm/


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 lesa 3. Juli 2026 

Billig

Das fiese Spiel wiederholt sich.


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 Christine 3. Juli 2026 

@trailsurfer

Es steht klar und deutlich im Dekret des Dikasteriums für die Glaubenslehre vom 02. Juli 2026:

Diesbezüglich gilt fortan:
Geistliche, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören, befinden sich im Zustand des Schismas und sind daher als Schismatiker zu betrachten (vgl. Ecclesia Dei, 5 c; Päpstlicher Rat für die Gesetzestexte, Erläuternde Note zur Exkommunikation wegen Schismas, die Anhänger der Bewegung von Bischof Marcel Lefebvre getroffen hat, 24. August 1996, 5–6); sie ziehen sich damit die gesetzlich vorgesehene Exkommunikation zu (Canon 1364 § 1 CIC). 


4
 
 Christine 3. Juli 2026 

@Versusdeum
„das ist teils unsinnig“

Sie verbreiten hier Unsinn und zeigen mit ihren zahlreichen Kommentaren, dass sie sich gegen das Lehramt der Kirche stellen...


2
 
 Christine 3. Juli 2026 

@christus_vincit!

1. Die Aussagen der Piusbruderschaft über das 2. Vatikanische Konzil tragen nicht und brechen bei näherer Betrachtung wie ein Kartenhaus zusammen. Wirklich!

2. Das 2. Vatikanische Konzil hat lehramtlichen Charakter. Alle Gläubigen (nicht nur die Priester) sind angehalten, es anzunehmen. Es enthält keine Irrlehren und stellt keinen Bruch mit der Tradition dar!

Das alles muss jedoch genauer ausgeführt werden, was den Rahmen der Kommentarfunktion mit etwa 1000 Zeichen bei weitem sprengt. Leider ist dazu (noch?) nichts im Web auf deutsch zu finden, jedoch auf englisch schon. Bitte nutzen sie die digitale Übersetzungsfunktion!

Zu den strittigen Punkten beispielsweise:

https://www.tradrecovery.com/articles-research

https://johnsalza.blogspot.com/p/catholic-tradition.html

https://www.youtube.com/@pedrogabrielwriter

Speziell zum Thema 2. Vatikanisches Konzil:

www.youtube.com/watch?v=v0DPqDdd4FE&list=PL6c9y1G_rjGvscb2KYWdYR9Y4_vuVwmtT&index=2


4
 
 gebsy 3. Juli 2026 

Angesichts dieser Vorgänge

im MYSTISCHEN LEIB
bekommt der Mensch eine Ahnung von den LEIDEN CHRISTI ...


5
 
 Hardenberg 3. Juli 2026 
 

@Jothekieker

Es wird doch nun auch nicht dem Ernst der Lage gerecht, wenn man eine ausdrücklich verbotene, schismabegründende Bischofsweihe mit einer Fahne oder Predigt gleichsetzt!

Die Piusbrüder leugnen in der Tat einen Glaubenssatz: Dass die Bischöfe mit und unter dem Papst ein Kollegium bilden. Das ist formal schlicht eine Häresie. Fragen Sie Kardinal Müller.


5
 
 Patroklos 3. Juli 2026 
 

Neues Dogma?

Es scheint so, daß die Zustimmung zu den Lehren des "Pastoralkonzils" Vaticanum II zunehmend als konstitutiv für die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche angesehen wird.
Dies wäre freilich ein Bruch, denn bisher genügt Taufe, Credo und die Annahme der Dogmen.
Soll hier ein neues "Superdogma" durch die Hintertür eingeführt werden?


8
 
 trailsurfer 3. Juli 2026 
 

Deutung der Autorin

"Dem Schreiben ist zu entnehmen, dass es für den Vatikan keinerlei Priester der Piusbruderschaft gibt, die sich die am 2. Juli 2026 festgestellte Exkommunikation nicht zugezogen haben."

das ist meiner Meinung nach eine falsche Deutung der Autorin:
Der Vatikan sagt lediglich:

Ein Priester der FSSPX muss um Erlass der Zensur bitten,
falls er eine solche Zensur hat —
entweder durch Weihe durch einen exkommunizierten/irregulären Bischof
oder durch späteren Beitritt zur FSSPX.

Das ist ein konditionaler Satz:
„Falls du eine Zensur hast, musst du sie aufheben lassen.“

Der Vatikan sagt nicht:

dass alle FSSPX‑Priester exkommuniziert sind
dass keiner ohne Zensur existiert
dass am 2. Juli 2026 eine allgemeine Exkommunikation festgestellt wurde

Diese Aussagen stehen nicht im Originaltext.


1
 
 Christine 3. Juli 2026 

Petrusbruderschaft

Wie wäre es denn, wenn die einzelnen Priester, Diakone und Seminaristen den Anschluss an die Petrusbruderschaft suchen und sich an sie wenden?


9
 
 Wynfried 3. Juli 2026 

Rückkehr-Prozedere

1988 hatten die unerlaubten Bischofsweihen für erhebliche Unruhe innerhalb der Piusbruderschaft gesorgt. Zwölf Priester hatten damals die Piusbruderschaft verlassen und nur wenige Tage später die Priesterbruderschaft St. Petrus gegründet. Die Zahl der wechselwilligen Nachwuchskleriker stieg sofort sprunghaft an. Laut den Aufzeichnungen des Mitbegründers Pater Josef Bisig schlossen sich innerhalb kürzester Zeit mindestens 20 Seminaristen der neuen Gemeinschaft an.

Aktuell glaube ich nicht, dass sich das wiederholen wird. Eine nennenswerte Zahl an "Rückkehrern", welche die Piusbruderschaft verlassen wollen, wird es in der gegenwärtigen Situation wohl nicht geben.

Ich frage mich nur, wie es jetzt in den nächsten Jahren weitergehen soll. Die Piusbruderschaft wird trotz der formalen Feststellung eines offiziellen Schismas nicht "einfach so" verschwinden. Im Gegenteil, die "innere Dynamik" wird ihr weiter Auftrieb verleihen. Da wird man unweigerlich miteinander reden müssen.


3
 
 Hängematte 3. Juli 2026 
 

Dieses Mal ist es ernst.

Ich denke, jetzt ist die Zeit der Entscheidung gekommen.
Das Lavieren ist zu Ende. Herr Gott hilf!


3
 
 Wilolf 3. Juli 2026 
 

Da bin ich aber froh,

dass ich schon katholisch bin und der Kirche nicht erst beitreten muss. Zu meiner Firmung musste ich nur dem Satan widersagen und an das Credo glauben.
Und nicht versprechen, dass ich mich an den CIC, Canon 1 bis 1752 halte, die ich überhaupt nicht alle kenne.


4
 
 Jothekieker 3. Juli 2026 
 

@SarahK

Das sehe ich auch so. Wenn Rom dieselben Maßstäbe für gewöhnliche deutsche Gottesdienstbesucher anlegen würde, die eine Regenbogenfahne hinter dem Altar oder eine Klimapredigt ertragen müssen, wären die Offizialate umgehend überlastet.


11
 
 christus_vincit! 3. Juli 2026 
 

Ernstgemeinte Frage

Um also katholisch zu sein, muss man nicht einfach nur den Papst als Papst anerkennen und sein unfehlbares Lehramt (alle Dogmen etc) sondern auch noch das 2. Vat.?
Ansonsten ist man nicht katholisch?
Kann denn die Ablehnung/ Anerkennung dieses Konzils über die Frage entscheiden, ob man katholisch ist?
Denn dass die FSSPX Dogmen leugnen würde, oder den Papst als solchen (nicht aber alle seine Entscheidungen) nicht anerkennen würde kann nicht behauptet werden.


8
 
 Versusdeum 3. Juli 2026 
 

Das ist teils unsinnig

M.W. stellt bei Pius niemand die "Legitimität", also die Gültigkeit des Novus Ordo infrage. Fakt ist aber, dass dieser am Reißbrett von einer Kommission entworfene Ritus formal wie inhaltlich eine Vereinfachung darstellt und die Glaubensgeheimnisse weit weniger deutlich hervortreten - ganz besonders in seiner deutschen Übersetzung durch tendenziöse Falschübersetzungen bis in die Wandlung! Jeder, der mehr mehrfach auch den überlieferten Ritus der Kirche erlebt hat, kann nur zugeben, dass er praktisch immer weit feierlicher und klarer ist, als der Novus Ordo (dass man diesen theoretisch auch sehr würdig und feierlich zelebrieren kann, so wie z.B. im Hochamt von St. Peter in München, steht außer Frage, aber wo gibt es das sonst noch?).
Dass jemand daher zum Schluss kommt, dass er bevorzugt / möglichst nur noch den überlieferten Ritus der Kirche besucht, muss daher legitim sein. Und genau das torpediert TC. Es bleibt abzuwarten, ob Rom wenigstens diesen einen Notstand endlich beseitigt.


7
 
 Antonius Bacci 3. Juli 2026 
 

Entwaffnende Ehrlichkeit eines Jesuiten

Der Jesuit Stefan Kiechle hat zur Frage der Piusbruderschaft einen bemerkenswerten Kommentar verfasst. Dabei ist es nicht primär die Frage des Ungehorsams gegenüber dem Papst, sondern primär die Art der Liturgie, die er nicht in "seiner" Kirche haben will. Blasse junge Männer in antiquiert wirkenden Gewändern, weihrauchgeschwängert etc. Aber das gilt auch umgekehrt: Viele, auch gerade Jüngere, wollen nicht mehr die Mantelalben mit Batikstolen, die oft grauenvollen Lieder der 70er Jahre, die mehr schlecht als recht gespielten Gitarren, die oft peinlich wirkenden Gemeindereferenten etc. "Die Spreu trennt sich vom Weizen" - es fragt sich nur, was Spreu und was Weizen ist. Ein nicht offen erklärtes Schisma geht tief durch die Kirche, viel tiefer als das jetzt von Rom erklärte.


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 SarahK 3. Juli 2026 
 

Dass die sich nicht mal verrennen

ich stelle mir gerade Menschen vor, die zur Piusbruderschaft in die Heilige Messe gehen, weil sie darin das „himmlische Jerusalem“ sehen, was ich auch verstehen kann. Ich würde auch zumindest zur FSSP gehen wenn es zeitlich und örtlich würde, plus mein Mann mitkommen würde. Nun dann stelle ich mir die Menschen jetzt in einer durchschnittlichen „deutschen“ Messe vor, oder Fronleichnam oder damit konfrontiert dass ihre Kirchensteuer für Klangschalengottesdienste, Entfernung der Kirchenbänke und Hauptamtliche Laien, die nicht im Stand der Gnade stehen benutzt wird.
"Vae mihi! Video tantam caecitatem in sponsa Christi." (Hl. Katharina bitte für uns)


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