Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  6. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  7. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  8. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  9. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  10. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  11. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  12. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  13. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  14. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  15. Jesus ist lebendige Gegenwart

Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt

vor 26 Stunden in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wir dürfen auch von Bischöfen erwarten, dass sie den Glauben der Kirche verkünden, ob gelegen oder ungelegen. Sie sind nicht zu klerikal gekleideten Wortführern des verlässlich nebulösen Zeitgeistes bestellt." Betrachtung von Thorsten Paprotny


München (kath.net) Im Sonderheft der „Herder Korrespondenz“ über Papst Leo hat sich Kardinal Reinhard Marx, amtierender Erzbischof von München und Freising und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in bekannter und markanter Weise kirchenpolitisch zu Wort gemeldet. Über seinen Brief an die Priester der Erzdiözese zu Segnungen von Paaren, deren Formen des Zusammenlebens vom Kirchenrecht weder gedeckt sind noch der verbindlich gültigen Morallehre der Kirche aller Zeiten und aller Orte entsprechen, sprach er diesmal nicht, sondern zeigte sich pikiert über das wirkmächtige „Narrativ“, dem Synodalen Weg der römisch-katholischen Kirche in Deutschland seien schismatische Absichten unterstellt worden, besonders von reaktionär gesinnten Meinungsmachern in Sozialen Medien. In aller Einfachheit darf gesagt werden: Wo sich Kardinal Marx kundig gemacht hat, darüber schweigt er, und es ist im Grunde auch unerheblich. Wer mehr über die herrschende Mehrheitsmeinung auf dem deutsch-synodalen Weg und dessen Beschlüsse wissen möchte, der lese doch einfach die Texte der Versammlung selbst und mache sich ein Bild davon. Selbstständige Lektüre ohne Anleitung eines anderen ist, wie schon der Philosoph Immanuel Kant lehrte, immer die beste Aufklärung: https://www.synodalerweg.de/beschluesse. 

Die Einlassungen des Münchner Kardinals bieten aber auch Anlass, sich an das Zweite Vatikanische Konzil zu erinnern – und besonders das Dekret „Christus Dominus“ vom 28. Oktober 1965 sich zu vergegenwärtigen. Dort geht es um den Hirtendienst der Bischöfe. So möge sich ein jeder einfach gläubige Christ in der Welt von heute fragen, ob die Nachfolger der Apostel, denn das sind die Bischöfe, dem Auftrag und dem Anspruch gerecht werden. Die Sendung der Bischöfe besteht darin, „das Werk Christi, des ewigen Hirten, durch alle Zeiten fortzusetzen“ und die „Menschen in der Wahrheit zu heiligen und sie zu weiden“. In der Kirche sind die Bischöfe also nicht dazu bestellt, kirchenpolitische Aktionen zu inszenieren oder sich als Diener des Zeitgeistes zu erweisen. Sie müssen nicht die obersten medialen Streiter für „unsere Demokratie“ (Frank-Walter Steinmeier) sein, sondern sind durch den Heiligen Geist dazu bestellt, „wahre und authentische Lehrer des Glaubens, Priester und Hirten“ zu sein: „Die Bischöfe haben Anteil an der Sorge für alle Kirchen; deshalb üben sie das bischöfliche Amt, das sie durch die Bischofsweihe empfangen haben, in der Gemeinschaft und unter der Autorität des Papstes im Hinblick auf die ganze Kirche Gottes aus, wenn sie, was die Lehrverkündigung und die Hirtenleitung angeht, alle im Bischofskollegium oder als Körperschaft vereint sind.“


 Dieses Leitungsamt mag Kreuzesdienst sein, doch die Verkennung der hier dargelegten Pflichten, aus welchen Gründen auch immer, steht im Gegensatz zur Lehre des Konzils. Die Gemeinschaft mit dem Papst und den Bischöfen in der ganzen Welt – gestern, heute und morgen – setzt jeglichem bischöflichen Eigensinn Grenzen. Kirchenkritische Zeitgenossen, Kleriker und Weltchristen mögen hinzugehören, setzen mitunter aber vielleicht ein Fragezeichen, ob ein „Hirt der Kirche“ in seiner Diözese nicht eigene Wege gehen kann, ob diese synodal genannt werden oder nicht. 

In „Christus Dominus“ lesen wir weiter: „Als Nachfolgern der Apostel steht den Bischöfen in den ihnen anvertrauten Diözesen von selbst jede ordentliche, eigenständige und unmittelbare Gewalt zu, die zur Ausübung ihres Hirtenamtes erforderlich ist. Die Gewalt, die der Papst kraft seines Amtes hat, sich selbst oder einer anderen Obrigkeit Fälle vorzubehalten, bleibt dabei immer und in allem unangetastet.“ Dem regionalen Eigensinn oder auch machtvoll sich dünkenden Provinzsynoden sind damit deutliche Grenzen gesetzt. Oder werden diese Grenzen durch den nachfolgenden Passus aufgehoben? Dort heißt es: „Den einzelnen Diözesanbischöfen wird die Vollmacht erteilt, die Gläubigen, über die sie nach Maßgabe des Rechtes ihre Gewalt ausüben, in einem besonderen Fall von einem allgemeinen Kirchengesetz zu dispensieren, sooft sie es für deren geistliches Wohl für nützlich erachten, wenn nicht von der höchsten Autorität der Kirche ein besonderer Vorbehalt gemacht wurde.“ Ist damit alles erlaubt? Öffnen die Konzilsväter gar ein Einfallstor für die „Diktatur des Relativismus“ (Joseph Ratzinger)? Nein, natürlich nicht – hier geht es allein um kirchliche Disziplinargesetze, nicht um Glaubenssätze oder -wahrheit und auch nicht um die Morallehre. So ist es etwa möglich, einen Dispens zu erteilen, so dass eine Ehe nicht zwingend vor zwei Zeugen geschlossen werden muss – das ist ein kirchliches Gesetz, aber keine göttliche Weisung.

Was dürfen wir von einem Bischof erwarten? Das Dekret des Konzils hilft uns auch hier bei der Antwort: „Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu lehren, sollen sie den Menschen die Frohbotschaft Christi verkünden; das hat den Vorrang unter den hauptsächlichen Aufgaben der Bischöfe. In der Kraft des Geistes sollen sie die Menschen zum Glauben rufen oder im lebendigen Glauben stärken. Das Geheimnis Christi sollen sie ihnen unverkürzt vorlegen, jene Wahrheiten nämlich, deren Unkenntnis gleichbedeutend ist mit der Unkenntnis Christi, desgleichen den Weg, den Gott geoffenbart hat, die Verherrlichung Gottes und damit zugleich die ewige Seligkeit zu erreichen.“ 

Anders formuliert: Die Bischöfe dürfen darauf hoffen, dass die Gläubigen für sie beten, dass sie ihren Dienst für die Kirche des Herrn treu ausüben – und möglicherweise sind wir in unseren Gebeten viel zu oft säumig. Wir beten manchmal für alles Mögliche, aber zu selten für die Bischöfe. 

Wir dürfen aber auch von den Bischöfen erwarten, dass sie den Glauben der Kirche verkünden, ob gelegen oder ungelegen. Sie sind zu Hirten bestellt, zu den Nachfolgern der Apostel und nicht zu klerikal gekleideten Wortführern im Sinne des verlässlich nebulösen Zeitgeistes. Wir brauchen treue Lehrer des Glaubens, wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, und nicht geschmeidige oder polternde Kirchenpolitiker.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SarahK vor 4 Stunden 
 

@gebsy @girlsberg74

Ich finde das eine sehr gute Frage, sie beschäftigt mich sehr, wenn ich auch versuche eher vor der eigenen Tür zu kehren. Aber trotzdem denke ich das wenn ich sehe was unser Bischof in unserem Bistum vorantreibt, wie getrieben er ist Priester durch Laien zu ersetzen und damit eine wichtige Basis unseres Glaubens uns Gläubigen unter den Füßen weg zuziehen. Ich Frage mich dann ist es Geld, Macht, wird er „erpresst“ und ist einfach nur Schwach, ist es Bequemlichkeit oder das was ich mittlerweile schon fast hoffe, einfach nur Dummheit. (Sry wenn ich das jetzt mal platt sage) ich Frage mich dann welcher ist dieser unumkehrbare Schritt in die falsche Richtung den man nicht ändern möchte und sich deswegen nicht umfänglich zurück in Gottes Barmherzigkeit geben möchte. Ich selbst finde, dass es doch nichts schöneres gibt als Alles „aufzuräumen“ und umzukehren. Gleiches Frage ich mich bei ehemals guten Priestern, wobei ja alles oft leider bei einem schlechten Bischof anfängt.


0
 
 girsberg74 vor 5 Stunden 
 

Ad @gebsy

Ihre Vermutung / Ihre Fage darf erwogen werden, als Hilfe für den / die Betroffenen und Mahnung für nicht unmittelbar Betroffene.


0
 
 gebsy vor 20 Stunden 

Schreckliche Vermutung:

Ist es denkbar, dass sich Gottgeweihte, welche von einer "UMKEHRUNFÄHIGKEIT" betroffen sind, mit jedem Empfang des Euchristischen Herrn fester an die Macht des Widersachers binden?
Ob in diesem Fall das inständige Gebet ausreicht, oder exorzistische Massnahmen erforderlich sind, soll wiederum vom BETROFFENEN entschieden werden?


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Christus, das Licht der Jugend und der Familien
  4. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  5. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  6. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  7. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  8. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  9. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  10. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  11. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  12. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  13. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  14. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  15. Papst gegen ungeregelte Migration

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz