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Deutsche Studie: Grünen-Wähler haben das größte Problem mit anderen Ansichten

vor 4 Stunden in Deutschland, keine Lesermeinung
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Dahinter folgend die AfD-Anhänger. Union- & SPD-Wähler am tolerantesten. Brisant auch: Personen mit höheren Bildungsabschlüssen erwiesen sich als intoleranter gegenüber abweichenden Ansichten als Befragte mit einfacher oder mittlerer Schulbildung


Berlin (kath.net/gem/rn)

In der politischen Debattenkultur Deutschlands klaffen Anspruch und Wirklichkeit offenbar weit auseinander. Eine neue, repräsentative Umfrage des renommierten Allensbach-Instituts zeigt nun: Wer besonders vehement für Vielfalt und Toleranz eintritt, hat im privaten Gespräch oft die größten Schwierigkeiten mit Gegenwind. Spitzenreiter in Sachen „Meinungs-Aufregung“ sind demnach die Anhänger der Grünen.

Wer regt sich am meisten auf?

Die Meinungsforscher wollten wissen, wie Bürger reagieren, wenn sie auf jemanden treffen, der eine komplett andere politische Meinung vertritt. Das Ergebnis ist ein spannendes Ranking der Unbequemlichkeit:  


Bündnis 90/Die Grünen: 28 % der Wähler geben an, dass sie sich über andere Meinungen oft aufregen.

AfD: 24 % der Anhänger reagieren gereizt auf Andersdenkende.

Die Linke: 22 % zeigen sich emotional wenig belastbar bei politischen Differenzen.

Union & SPD: Die Wähler der Volksparteien erweisen sich als am tolerantesten. Nur 18 % (SPD) bzw. 19 % (CDU/CSU) gaben an, ein Problem mit abweichenden Meinungen zu haben.

Ein besonders brisantes Detail der Studie betrifft den Bildungsgrad: Entgegen der Erwartung, dass Bildung zu mehr Offenheit führt, zeigt die Umfrage das Gegenteil. Personen mit höheren Bildungsabschlüssen erwiesen sich als intoleranter gegenüber abweichenden Ansichten als Befragte mit einfacher oder mittlerer Schulbildung. Offenbar gilt in vielen Milieus: Wer glaubt, mehr zu wissen, ist weniger bereit, anderen zuzuhören.

Meinungsforscher Thomas Petersen (Allensbach) bringt es in der FAZ auf den Punkt: Viele, die lautstark Meinungsfreiheit einfordern, meinen damit im Kern oft nur die Freiheit für ihre eigene Meinung.

Schweigen für den Familienfrieden

Die Studie untersuchte auch, wie sich politische Differenzen auf das Privatleben auswirken. Hier zeigt sich ein pragmatischer Trend zum Schweigen: 57 Prozent der Deutschen geben an, dass es in ihrem Familien- oder Freundeskreis Personen gibt, mit denen sie schlichtweg nicht mehr über Politik reden, weil es „keinen Sinn macht“.

Experte Petersen sieht darin jedoch kein zwingendes Alarmsignal für eine „gespaltene Gesellschaft“. Dass man das Thema Politik ausklammert, um den persönlichen Kontakt zu halten, sei vielmehr ein Schutzmechanismus. Problematisch werde es laut Petersen erst dann, wenn politische Differenzen nicht mehr nur zu Redeverboten am Abendbrotstisch, sondern zum kompletten Kontaktabbruch führen würden.


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