
Ein Moment zum Schämenvor 4 Stunden in Deutschland, 1 Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Ehemalige Bundesministerin Kristina Schröder (CDU) übt scharfe Kritik am Verhalten ihrer eigenen Partei in der Corona-Enquete-Kommission des Bundes
Berlin (kath.net)
In einem aktuelle WELT-Kommentar hat die ehemalige Bundesministerin Kristina Schröder (CDU) das Verhalten ihrer eigenen Partei in der Corona-Enquete-Kommission des Bundes scharf kritisiert. Auslöser war der Umgang des CDU-Abgeordneten Axel Müller mit dem Sachverständigen Stephan Kohn.
Stephan Kohn, ein ehemaliger Oberregierungsrat, hatte bereits im Mai 2020 in einem internen Papier die Verhältnismäßigkeit der Pandemiepolitik sowie das Fehlen eines Monitorings für Kollateralschäden kritisiert. Während der Sitzung thematisierte Axel Müller vor laufender Kamera eine Missbrauchserfahrung Kohns aus dessen Kindheit und suggerierte, dieses „schwere Schicksal“ habe dessen Sicht auf die Pandemie geprägt. Schröder bezeichnete dies als einen Moment, in dem sie sich für ihre Partei geschämt habe, da hier ein persönliches Trauma instrumentalisiert wurde, um die Glaubwürdigkeit eines Kritikers zu untergraben.
Obwohl Schröder einräumt, dass Kohn damals den Dienstweg verletzt hatte und einige seiner Formulierungen über das Ziel hinausschossen, gibt sie ihm in der Sache heute weitgehend recht. Kohn warnte laut der CDU-Politikerin frühzeitig vor gravierenden negativen Folgen der Maßnahmen, wie abgesagten Operationen, Vereinsamung, Suiziden und psychischen Schäden bei Kindern. Eine systematische Betrachtung dieser Kollateralschäden habe laut Schröder tatsächlich nicht stattgefunden. Es sei herablassend zu suggerieren, man benötige ein psychisches Trauma, um das Einfordern von Verhältnismäßigkeit nachvollziehbar zu machen.
Schröder fordert die CDU, die maßgeblich für die damalige Politik verantwortlich war, zu einer echten Selbstreflexion auf. Statt „erbarmungsloser Vollstrecker eines rigorosen Corona-Regimes“ brauche es einen offenen Diskurs, der Kritikern mit Anstand und Respekt begegnet. Die Fähigkeit zur Selbstkritik sei das, was eine freiheitliche Demokratie auszeichne. 
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Lesermeinungen| | Jothekieker vor 2 Stunden | | | | Selbstreflexion ist auch in der Kirche notwendig Nicht nur der Staat hat in der Zeit der Coronarepressionen die dunkle Seite seiner Macht gezeigt. Auch die Kirche hat sich da nicht mit Ruhm bekleckert. |  0
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