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Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche

vor 7 Stunden in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Leo XIV. über die sakramentale Gestalt der Kirche und den Dienst der Apostelnachfolge im Licht von Lumen gentium. Über das Weihesakrament und den Dienst an Einheit, Mission und Heiligung der Kirche. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst“ (Eph 2,19-20).

Im Rahmen der Generalaudienz setzte Papst Leo XIV. die Katechesenreihe zu den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und wandte sich erneut der dogmatischen Konstitution Lumen gentium über die Kirche zu. Nachdem die Kirche in den vorangegangenen Katechesen als Volk Gottes betrachtet worden war, richtete sich der Blick nun auf ihre hierarchische Gestalt. Der Papst führte aus, dass die katholische Kirche ihr Fundament in den Aposteln habe, die von Christus als lebendige Säulen seines mystischen Leibes gewollt worden seien, und dass sie eine hierarchische Dimension besitze, „die im Dienst der Einheit, der Sendung und der Heiligung aller Glieder steht“. Diese heilige Ordnung, so der Papst, sei bleibend auf die Apostel gegründet, „als maßgebliche Zeugen der Auferstehung Jesu“ und als jene, die vom Herrn selbst zur Mission in die Welt ausgesandt worden seien. Weil die Apostel dazu berufen gewesen seien, die heilbringende Lehre des Meisters treu zu bewahren, hätten sie ihr Amt an Männer weitergegeben, die „bis zur Wiederkunft Christi die Kirche weiter heiligen, leiten und unterweisen dank ihrer Nachfolger im pastoralen Dienst“ (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 857). So wurde diese apostolische Sukzession als eine Wirklichkeit dargestellt, die im Evangelium und in der Tradition gründe und im dritten Kapitel von Lumen gentium entfaltet werde, das den Titel trage: „Die hierarchische Verfassung der Kirche und insbesondere das Bischofsamt“.


Der Papst machte deutlich, dass die hierarchische Struktur nicht als menschliches Konstrukt zu verstehen sei, das der inneren Organisation der Kirche als sozialem Körper diene, sondern als „göttliche Einsetzung“, die darauf ausgerichtet sei, die von Christus den Aposteln übertragene Sendung bis zum Ende der Zeiten fortzuführen. Dass dieses Thema im dritten Kapitel der Konstitution behandelt werde, nachdem in den ersten beiden Kapiteln das eigentliche Wesen der Kirche betrachtet worden sei, bedeute nicht, dass die hierarchische Verfassung ein später hinzutretendes Element des Volkes Gottes sei. Vielmehr erinnerte der Papst mit dem Konzilsdekret Ad gentes daran, dass „die Apostel die Keime des neuen Israel und zugleich den Ursprung der heiligen Hierarchie biudeten“ (Ad gentes, 5).

Von hier aus wandte sich der Papst dem Titel des dritten Kapitels von Lumen gentium zu, um dessen Absicht freizulegen. Der Ausdruck „hierarchische Verfassung“ meine nicht eine institutionelle Konstruktion im modernen Sinn des Wortes „Verfassung“. Im Mittelpunkt stehe vielmehr das „dienstliche oder hierarchische Priestertum“, das sich nach der Lehre des Konzils „dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheide, wobei zugleich gelte: „Dennoch sind sie einander zugeordnet: das eine wie das andere nämlich nimmt je auf besondere Weise am Priestertum Christi teil“ (Lumen gentium, 10). Es gehe also um das Amt, das an Männer weitergegeben werde, die mit sacra potestas betraut seien (vgl. Lumen gentium, 18), um in der Kirche zu dienen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst daran, dass das Konzil sich zunächst mit dem Episkopat (Lumen gentium, 18–27), dann mit dem Presbyterat (Lumen gentium, 28) und schließlich mit dem Diakonat (Lumen gentium, 29) als den Stufen des einen Weihesakramentes befasse.

Mit dem Adjektiv „hierarchisch“, so führte Leo XIV. weiter aus, habe das Konzil den „heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes“ im Handeln Jesu, des Guten Hirten, sowie seine inneren Beziehungen bezeichnen wollen. Zuerst die Bischöfe und durch sie auch die Priester und Diakone hätten Aufgaben, im Lateinischen munera, empfangen, „damit alle, die zum Volke Gottes gehören und sich daher der wahren Würde eines Christen erfreuen, in freier und geordneter Weise sich auf das nämliche Ziel hin ausstrecken und so zum Heile gelangen“ (Lumen gentium, 18).

Mehrfach habe Lumen gentium den kollegialen und gemeinschaftlichen Charakter dieser apostolischen Sendung hervorgehoben. Der Papst griff dazu eine Aussage des Konzils auf, wonach das Amt „das der Herr den Hirten seines Volkes übertragen hat, ein wahrer Dienst ist, der in der Heiligen Schrift bezeichnenderweise ‚diakonia‘, das heißt Dienst, genannt wird“ (vgl. Lumen gentium, 24). Gerade von hier aus werde verständlich, weshalb der heilige Papst Paul VI. die Hierarchie als eine Wirklichkeit beschrieben habe, die „aus der Liebe Christi geboren“ sei, „um die unversehrte und fruchtbare Weitergabe des Schatzes des Glaubens, der Beispiele, der Gebote und der Charismen zu erfüllen, zu verbreiten und zu gewährleisten, den Christus seiner Kirche hinterlassen hat“ (Ansprache vom 14. September 1964, in Acta Synodalia III/1, 147).

So betonte der Papst die hierarchische Gestalt der Kirche in der Katechese nicht als Gegensatz zum Volk Gottes, sondern als Dienst in ihm und für es. Die apostolische Sukzession stand im Zusammenhang mit der Sendung Christi selbst, das Weihesakrament wurde in seiner inneren Beziehung zum gemeinsamen Priestertum der Gläubigen entfaltet, und die Ordnung der Kirche wurde als sakramentale Gestalt ihres Lebens sichtbar. Am Ende der Katechese richtete der Papst den Blick auf die Gegenwart der Kirche und verband die konziliare Lehre mit einer Bitte: Es gelte, „den Herrn zu bitten, dass er seiner Kirche Diener sende, die von evangelischer Liebe erfüllt, dem Wohl aller Getauften hingegeben und mutige Missionare in jedem Teil der Welt sind“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, beten wir besonders für die Bischöfe, die als Nachfolger der Apostel berufen sind, das Volk Gottes zu heiligen, zu leiten und zu lehren, und so als treue Hirten zum Aufbau und Wohl des ganzen mystischen Leibes Christi beitragen.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Sarah-Maria vor 3 Stunden 
 

Je suis

Haben Sie nähere Infos wen wir zu erwarten haben? Hier hört man momentan verstärkt den Namen Bischof Overbeck. Dann würde es ja einen synodal veranlagten Oberhirten geben. Vielleicht hat aber Papst Leo ja auch keinen Namen aus den Vorschlägen genommen und könnte einen anti-synodalen Bischof nehmen. Morgen um 12 wissen wir es.


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 je suis vor 3 Stunden 

MORGEN SOLL ES SEIN

"Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, beten wir besonders für die Bischöfe, die als Nachfolger der Apostel berufen sind, das Volk Gottes zu heiligen, zu leiten und zu lehren, und so als treue Hirten zum Aufbau und Wohl des ganzen mystischen Leibes Christi beitragen."

Morgen wird der neue Bischof für das Bistum Münster bekannt gegeben. Möge der Herr uns einen Hirten geben, der unser Bistum wieder auf den Weg zu unserer Katholischen Kirche und zu festem Glauben
führen möge!


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 Sarah-Maria vor 3 Stunden 
 

Festakt


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 Stefan Fleischer vor 5 Stunden 

Für mich wird immer mehr klar,

dass die tiefest Ursache des Zustands unserer Kirche heute darin liegt, dass das Bewusstsein bei (fast) allen Hierarchiestufen verloren gegangen ist, dass Gott der Herr der Kirche ist, nicht der Mensch. Die Kirche wird immer mehr zu einem Verein, der sich seine Zielsetzung, seine Organisation und seine internen Regeln selbst gibt, immer mehr auch ohne Rücksicht auf das, was der Herr mit der Gründung seiner Kirche gewollt hat. Immer mehr spielt Gott in ihr eine Statistenrolle, oder besser gesagt die Rolle eines konstitutionellen Monarchen, welcher an die Beschlüsse des Parlaments (hier der Synoden) gebunden ist und dessen Thronrede jeweils vom regierenden Premierminister verfasst wird. Solange hier nicht eine ehrliche und tiefgreifende Umkehr zu Gott vollzogen wird, zum Vater, dem Allmächtigen, zu seinem eingeborenen Sohn, unserem Herrn und Erlöser und zum Heiligen Geist, der von beiden ausgeht, ist Hopfen und Malz verloren.


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 Paddel vor 5 Stunden 

Petrus leitet, Maria dient

So habe ich von Radio Vatican ein Interview mit einem hochrangigen (weiß den Namen nicht mehr) "Diener" der Kirche gehört. Das stimmte mich traurig, denn Frauen sollen befreit werden vom Dienst und Leitungsfunktionen haben. Heißt das, dass wer leitet, nicht mehr dienen muss? Wie wohltuend diese Katechese und Bitte von Papst Leo:

Es gelte, „den Herrn zu bitten, dass er seiner Kirche Diener sende, die von evangelischer Liebe erfüllt, dem Wohl aller Getauften hingegeben und mutige Missionare in jedem Teil der Welt sind“.


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