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US-Erzbischof Fulton Sheen wird seliggesprochen – Er war eine bedeutende Stimme der Evangelisierung

10. Februar 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Bischof Tylka (US-Diözese Peoria): „Sheen war eine der bedeutendsten Stimmen der Evangelisierung in Kirche und Welt des 20. Jahrhunderts“ - Wir sollten Sheen um Fürbitte für katholische Kirche im deutschsprachigen Raum bitten. Von Petra Lorleberg


Peoria-Vatikan (kath.net/pl) Die Nachricht läuft aktuell durch die katholische Welt wie ein Lauffeuer: Der Heilige Stuhl hat grünes Licht für die Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen gegeben! Der US-amerikanische Bischof (*1895 in El Paso, Illinois; † 1979 in New York) hat über 50 Bücher zum Thema Glauben geschrieben und nutzte gezielt Radio und Fernsehen, um die christliche Botschaft zu verbreiten. Seine Sendungen und direkten Auftritte vor Zuhörern stießen auf riesiges Interesse, er erhielt sogar zweimal den Emmy Award für seine TV-Arbeit. Der nächste Schritt ist die Feier der Seligsprechung, deren Datum aktuell noch nicht feststeht. Das Bistum Peoria hat diese Nachricht vor wenigen Stunden bekannt gegeben, sie war von vielen gläubigen Katholiken seit langem ersehnt und erbetet worden.

Drei Päpste haben ihren Anteil dazu beigetragen, um die Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen zu ermöglichen: Erzbischof Sheen wurde am 28. Juni 2012 von Papst Benedikt XVI. für sein heldenhaftes Leben zum Ehrwürdigen Diener erklärt. Das Sheen zugeschriebene Wunder wurde am 6. Juli 2019 von Papst Franziskus anerkannt. Und nun wurde unter Papst Leo XIV. die Seligsprechung Sheens ermöglicht.

Bischof Louis Tylka von der Diözese Peoria sagte in einem Statement: „Erzbischof Fulton Sheen war eine der bedeutendsten Stimmen der Evangelisierung in Kirche und Welt des 20. Jahrhunderts. Ich habe sein lebenslanges Engagement im Dienst der Kirche als Priester, das in seiner tiefen Verehrung der Gottesmutter und der Eucharistie wurzelt, stets bewundert. In den verschiedenen Phasen seines Lebens führte seine Fähigkeit, das Evangelium zu verkünden und eine echte Verbindung zu den Menschen aufzubauen, unzählige Seelen zu einer Begegnung mit Jesus – einer Begegnung, die nicht nur sein eigenes Leben veränderte, sondern vor allem das Leben all derer, die er [mit seiner Botschaft] erreicht hat. In seinen späteren Jahren, insbesondere durch sein Wirken für die Missionen, half uns Erzbischof Sheen zu erkennen, dass die Kirche für alle Menschen da ist. Er erinnerte uns daran, dass wir als Mitglieder der Kirche berufen sind, allen zu dienen, besonders den Bedürftigsten und denen, die sich danach sehnen, das Evangelium zu hören und zu erfahren, wo immer sie sich auf der Welt befinden.


Ich bin dem Heiligen Stuhl, meinen Mitbrüdern im Bischofsamt, den Geistlichen und Laien aus aller Welt für ihre Zusammenarbeit, Unterstützung, Großzügigkeit und Gebete bei der Förderung dieses Anliegens besonders dankbar. Erzbischof Sheen wird ein besonderer Segen für die Kirche in den Vereinigten Staaten sein, wo er als wirkungsvoller Verkündiger im Radio, Fernsehen und bei persönlichen Auftritten wirkte. Weltweit leitete Sheen die Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens und unterstützte die Missionsarbeit in aller Welt. Die Kirche in Peoria freut sich mit Ihnen allen über die Ehrung dieses heldenhaften Bischofs.“

Papst Franziskus hat im Juli 2019 ein Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache von Fulton Sheen geschehen ist. Das Wunder war die unerwartete Genesung eines tot geborenen Babys im Jahr 2010. Auf wunderbare Weise kam es wieder zum Leben, nachdem die Eltern Sheen um seine Fürsprache gebeten hatten. Das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungen erkannte das Wunder an. 

Sheen wurde 1919 in Peoria zum Priester geweiht und wurde zunächst Professor an der Catholic University of America. Später kam er zum Radio, wo er von 1930 bis 1950 die „The Catholic Hour“ auf NBC moderierte. 1951 wurde er Weihbischof von New York. Bald darauf begannen seine TV-Katechesen, die unter den Titeln „Life is Worth Living“ von 1952 bis 1957 und „The Fulton Sheen Program“ von 1961 bis 1968 liefen.

Von 1966 bis 1969 war er Bischof von Rochester. Nach seiner Emeritierung ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularerzbischof. Sheen starb 1979 und war zunächst in der St. Patricks Kathedrale in New York City begraben. Nach einem längeren Rechtsstreit wurden seine sterblichen Überreste nach Peoria überführt. Die Diözese Peoria hatte 2002 den Seligsprechungsprozess eröffnet.

In der katholischen Kirche des deutschen Sprachraums ist Fulton Sheen noch nicht allzubekannt - dies könnte eventuell auch daran liegen, dass man nach wie vor mit dem Begriff Evangelisierung/Neuevangelisierung fremdelt, gerade auch von der "offiziellen" deutsch-katholischen Kirche her, also den Bistumsleitungen und den von ihnen verantworteten Medien. So verhallte ja auch der Aufruf von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland 2019 zur Neuevangelisierung bemerkenswert schnell. Jetzt - mit der Seligsprechung Sheens sowie übrigens auch mit der Erhebung des britischen Kardinals John Henry Newman - bietet sich den Ortskirchen im deutschsprachigen Raum die dringende Einladung, sich der Neuevangelisierung zu widmen. Angesichts schwindender Kirchenmitgliedszahlen hätte man ja vielleicht auch von selbst auf diese Idee kommen können...

Der Passauer Bischof wies neulich ja auch auf „Zeichen der Erneuerung jenseits des Synodalen Weges“ hin, „die vielen Taufen junger Erwachsener in Frankreich, in Belgien, in der westlichen Schweiz; die signifikante Neu- oder Wiederentdeckung des katholischen Glaubens mehrheitlich durch junge Männer in England und in den USA; die Suche junger Menschen nach Glaubensidentität auch bei uns“. Dann bringt er ernüchtert auf den Punkt, dass es „dieses wachsende Interesse auch bei uns“ gebe. „Aber anderes als in anderen Ländern fragt sich das katholische Establishment hierzulande: Wollen wir diese überhaupt haben? Es sind nämlich überwiegend keine Interessenten, die sich von den Themen des synodalen Weges bewegen lassen, sondern offenbar weit häufiger Menschen, die nach Tiefe suchen, nach authentischer, existenzieller Spiritualität, nach der Schönheit der Liturgie, nach intellektueller Auseinandersetzung mit der großen Tradition. Also – um es mit dem inkriminierten Wort zu sagen – eher Konservative.“

Vielleicht sollten wir den seligen Erzbischof Fulton Sheen um die Fürsprache für unsere katholische Kirche in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz bitten? Der Synodale Weg wird wohl dazu eher nicht aufrufen...

Weitere kath.net-Artikel über Erzbischof Fulton Sheen: siehe Link.

Vatican Clears the Way for Beatification of Venerable Fulton Sheen | EWTN News Nightly

 


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