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Schönborn zum Guadalupe-Tag: Maria ist in allen Kulturen zuhause

12. Dezember 2025 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Kardinal erinnert an Marienerscheinungen von Mexiko des Jahres 1531: Bild mit "berührender Geschichte und Wirkung" sowie Hinweis auf nahendes Weihnachtsfest


Wien (kath.net/KAP) Auf die Marienerscheinungen von Mexiko des Jahres 1531 und deren universelle Botschaft hat Kardinal Christoph Schönborn am Gedenktag der Jungfrau von Guadalupe (12. Dezember) erinnert. "Maria ist für alle Menschen wie eine Mutter. Sie spricht in allen Sprachen. Sie spricht allen zu Herzen. Sie ist in allen Kulturen zu Hause, weil sie alle Menschen im Herzen trägt", so der emeritierte Wiener Erzbischof in seiner wöchentlichen Kolumne der Tageszeitung "Heute" (Freitag). Das Guadalupe-Bild der schwangeren Jungfrau Maria verweise auch auf das nahende Fest der Geburt Christi zu Weihnachten.

Der 12. Dezember ist in Mexiko und ganz Lateinamerika ein großer Festtag, unterstrich der Kardinal. Die in einem Außenbezirk von Mexiko-Stadt gelegene Guadalupe-Basilika sei der größte Marienwallfahrtsort der Welt und werde von 20 Millionen Menschen jährlich aufgesucht. Im Zentrum stehe ein "einzigartiges Marienbild", dessen Entstehung bis heute wissenschaftlich nicht erklärbar sei. Von seiner großen Anziehungskraft habe es auch nach fast 500 Jahren nichts verloren, "seine Geschichte ist so berührend wie seine Wirkung", so Schönborn.


Verehrung seit Erscheinung 1531

Hintergrund sind die Ereignisse vom 9. bis 12. Dezember 1531, als laut den in Indigenen-Sprache verfassten Chronik der "Nican Mopohua" die Jungfrau Maria am Ort der heutigen Basilika einem einfachen mexikanischen Ureinwohner, Juan Diego, viermal erschien. "Er sah Maria als Frau aus seinem Volk. Sie sprach liebevoll zu ihm in seiner Sprache", unterstrich Schönborn. Als Juan Diego dem Bischof von der Erscheinung berichtete, habe sich auf seinem Poncho ihr genaues Bild gezeigt, das bis heute verehrt werde. Kopien davon finde man heute weltweit, wobei eine der ersten in Europa in der Wiener Votivkirche auf einem Seitenaltar zu sehen ist, bemerkte der Kardinal.

Die Mariendarstellung auf dem Umhang des Juan Diego gilt als komplexer Bildcode, der zentrale Elemente indigener und christlicher Symbolik vereint. Das Bild transportierte im 16. Jahrhundert für ein weitgehend schriftloses Volk unmittelbar verständliche Botschaften von göttlicher Barmherzigkeit und stellt zugleich eine Brücke zwischen zwei Kulturen - Spanier und indigene Kulturen Mexikos - dar, die sich bis dahin feindlich gegenüberstanden. Die Deutungen verweisen auch auf eine Verbindung zwischen Himmel und Erde, göttlicher Mutterschaft sowie kultureller Versöhnung.

Obwohl man bei dem Bild aufgrund des einfachen Stoffes aus Agaven-Faser eine übliche Lebensdauer von wenigen Jahrzehnten annehmen könnte, hat es die Jahrhunderte und auch mehrere Beschädigungen - darunter Säureeinwirkung und eine Bombenexplosion - nahezu unversehrt überstanden.

In mexikanischen Medien ist von einem erneuten "Tsunami an Pilgern" die Rede, die derzeit zum Festtag die Guadalupe-Basilika fluten: Die Stadtverwaltung rechne heuer mit 13 Millionen Besuchern allein in dieser Woche, berichtete das Portal "El Milenio" am Donnerstag. Die Feierlichkeiten begannen am Freitag zu Mitternacht (Ortszeit) mit dem von den TV-Stationen übertragenen Singen des Glückwunschliedes "Mañanitas". 

Auch in Österreich wird der Freitag mit einem großen Festgottesdienst in spanischer Sprache im Wiener Stephansdom um 18 Uhr gefeiert. Die Messgesänge im Mariachi-Stil werden dargeboten von Musikern des tr-illa Orchesters Wien und der Ensembles mehrerer spanischsprachigen katholischen Gemeinden der Bundeshauptstadt. Im Zentrum der von der Österreichisch-Mexikanischen Gesellschaft organisierten Feier, zu der viele der in Wien und Umgebung lebenden Lateinamerikaner erwartet werden, steht eine Darstellung des Gnadenbildes von Guadalupe in Originalgröße.

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