Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  12. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  13. Wir machen da was mit Medien
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen

19. November 2025 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Außergewöhnliche ökumenische Feier in ehemaliger Sitzungshalle des slowakischen Parlaments in Bratislava - Kirchen erinnerten auch an schuldhaftes Schweigen in Zeiten politischer Repression und theologische Rechtfertigungen diskriminierender Gesetze


Bratislava (kath.net/KAP) In Bratislava haben die christlichen Kirchen der Slowakei am Vorabend des 36. Jahrestags der "samtenen Revolution" erstmals gemeinsam um Vergebung für historische Verfehlungen gebeten. Die außergewöhnliche ökumenische Feier in der ehemaligen Sitzungshalle des slowakischen Parlaments am zum "Tag der Bitte um Vergebung" ausgerufenen 16. November war eine Initiative der Bischofskonferenz der Slowakei (KBS) und des Ökumenischen Rates der Kirchen (ERC). Sie verstand sich als öffentlicher Akt der Reue und der Versöhnung. Rund 200 geladene Vertreter aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Kultur nahmen teil, darunter Staatspräsident Peter Pellegrini. Katholische Medien übertrugen die Feier live.

Der liturgische Ablauf gliederte sich in sieben Themenbereiche, die von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Kirchen eröffnet wurden. Zu Beginn baten die Kirchen um Vergebung für Spaltungen und mangelnde Einheit unter den Christen und für einen Verlust an Glaubwürdigkeit durch moralische Verfehlungen. Hervorgehoben wurde die Diskrepanz zwischen christlichem Anspruch und kirchlichem Handeln, die das Vertrauen in kirchliche Institutionen beeinträchtigt habe.


Die Kirchen erinnerten auch an schuldhaftes Schweigen in Zeiten politischer Repression - etwa aus Angst vor totalitären Regimen oder zum Schutz eigenen Besitzes - sowie an Fälle von Missbrauch. Genannt wurden seelische, physische und andere Formen von Gewalt durch kirchliche Mitarbeiter sowie das Vertuschen solcher Taten. Mit Blick auf Minderheiten bekannten die Kirchen Versagen gegenüber Jüdinnen und Juden, Roma und weiteren Volksgruppen. Dazu gehörten die Duldung von Antisemitismus und Rassismus, direkte oder indirekte Beteiligungen an Arisierung, Segregation und Zwangsarbeit sowie die Deportationen während des Zweiten Weltkriegs. Ebenso genannt wurde die Diskriminierung ungarischer, deutscher, ukrainischer und weiterer Volksgruppen.

Weitere Schuldbekenntnisse betrafen die Kollaboration kirchlicher Akteure mit nationalsozialistischen und später kommunistischen Regimen, einschließlich theologischer Rechtfertigungen diskriminierender Gesetze und der Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst. Abschließend wurde mangelnde Unterstützung für Schutzbedürftige benannt, etwa für Waisen, misshandelte Frauen, Gefangene, Suchtkranke, Kranke und Menschen mit Behinderungen.

Neues gesellschaftliches Miteinander

Der Vorbereitung der Feier ging ein längerer Prozess voraus. Der Zipser Bischof Frantisek Trstensky, Initiator des Projekts, betonte die Bedeutung eines öffentlichen Eingeständnisses kirchlicher Verantwortung. "Jeder Schritt zur Vergebung, auch ein kleiner, löst die Fesseln der Vergangenheit und öffnet den Raum für neue Anfänge", so der Bischof. Fehler zu benennen sei ein persönlicher wie gesellschaftlicher Akt, der Bitterkeit in Verständnis und Enttäuschung in Hoffnung wandle. Vergebung bedeute eine "Revolution der Beziehungen".

Die Kirchen in der Slowakei erhoffen, durch den "Tag der Bitte um Vergebung" einen kulturellen und geistlichen Wendepunkt zu bewirken. Die Initiative soll nicht auf eine einmalige Feier beschränkt bleiben, sondern zu einem erneuerten gesellschaftlichen Miteinander beitragen, das die Fehler der Vergangenheit offen anspricht und in einen Prozess der Transformation führt.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Zwischen Wölfen und Brüdern
  5. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  6. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  7. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  8. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  9. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt
  10. Österreichs Integrationsministerin richtet „Dokumentationsstelle politischer Islam“ ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  2. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  3. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  4. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  5. Fatima-Tag in Berlin
  6. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  7. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  8. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  9. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  12. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  13. Im Licht der Liebe
  14. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  15. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz