Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  5. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  6. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Vorbehaltlos Ja zum Leben!
  10. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark
  11. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  12. Zeitliche und ewige Zukunft
  13. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  14. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  15. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung

Norwegen: Arme Kirche in reichem Land

4. Dezember 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eindrücke vom nördlichsten Hilfsprojekt von „Kirche in Not“


München-Wien (kath.net/KIN)

von Sebastian Moll

Nördlich des Polarkreises ist nicht nur das Wetter rau und kalt, auch das religiöse Klima ist für die etwa 1000 Katholiken der Gemeinde Harstad auf der Insel Hinnøya im Norden Norwegens nicht immer angenehm. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt die Gemeinde beim Bau der Priesterwohnung und des Gemeindehauses, das 2015 einem Feuer zum Opfer fiel. Es ist das nördlichste Projekt des Hilfswerks.

Pfarrer Gunther Jäger kommt aus Deggendorf in Niederbayern. Die Herkunft kann man bis heute aus seinem Akzent heraushören, obwohl der Priester mittlerweile über die Hälfte seines Lebens in Norwegen verbracht hat. Als junger Mann ging er in ein Kloster der Augustiner-Chorherren im norwegischen Molde, anschließend absolvierte er seine Priesterausbildung in Schottland. Nach seiner Weihe kehrte er jedoch nicht ins Kloster zurück, sondern wollte als Gemeindepfarrer tätig sein. Vor fünf Jahren kam er in die Pfarrei St. Sunniva in Harstad, eine der nördlichsten Gemeinden des Erdballs, ungefähr 250 km nördlich des Polarkreises.


„Wir leben in der extremen Diaspora“, sagt Jäger. Die Situation sei nicht einfach. Harstad hat etwa 25 000 Einwohner, darunter etwa 250 Katholiken, also rund ein Prozent. Das ist noch geringer als der Anteil der Muslime. Während Gemeindehaus und Pfarrerwohnung wiederaufgebaut werden, wohnt Jäger in einem Nachbarhaus, in dessen Erdgeschoss sich auch die Moschee befindet. Rund 75 Prozent der Norweger gehören der evangelisch-lutherischen Volkskirche an, die meisten allerdings nur auf dem Papier. Die Teilnehmerzahl bei evangelischen Gottesdiensten liegt bei unter einem Prozent.

Gemeindemitglieder aus 52 Nationen

Jägers katholische Gemeinde ist multikulturell. Nur rund zehn Prozent der Mitglieder sind gebürtige Norweger, der Rest setzt sich aus 51 weiteren Nationen zusammen. Darunter befinden sich viele Arbeitsmigranten, beispielsweise aus Osteuropa, aber auch Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten. „Sie können sich vorstellen, welch gewaltige Umstellung ein Leben nördlich des Polarkreises für diese Menschen bedeutet“, erläutert Jäger. Man denke nur an die Polarnacht, die Mitte November beginnt und gut zwei Monate dauert – ein Leben ohne Tageslicht. Auch die Sprachunterschiede stellen eine große Herausforderung dar. Die Gemeinde bietet einen norwegischen Sprachkurs an. Eine Abendmesse im Monat wird auf Polnisch gefeiert, eine weitere auf Englisch. Die sonntäglichen Bibellesungen der Messe liegen in der Kirche ebenfalls in mehreren Sprachen aus.

Norwegen zählt zwar zu den reichsten Ländern der Erde, aber die kleine katholische Gemeinde merkt davon wenig. „Uns mangelt es an den nötigsten Dingen wie etwa liturgischen Geräten oder Büchern. Wir sind eine arme Kirche in einem reichen Land“, erklärt Pfarrer Jäger. Die aktuelle Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. „Wir sind sehr dankbar, dass ,Kirche in Not’ katechetisches Material in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung stellt. Ebenso sind wir Ihnen zutiefst verbunden für die finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau unseres Gemeindezentrums.“

Seelsorge nah bei den Menschen

Allerdings spielt sich das Leben des Pfarrers häufig außerhalb des Kirchengebäudes ab. Das Gemeindegebiet umfasst weit mehr als nur die Stadt Harstad. „Mitunter bin ich über drei Stunden mit der Fähre unterwegs, um zu den Menschen zu gelangen. Vor Ort verfügen wir dann nicht über eigene Kirchengebäude, sondern mieten meist Säle der evangelischen Kirche oder anderer Einrichtungen für unsere Gottesdienste an“, erklärt Jäger.

Dennoch sieht er auch Vorteile seiner besonderen Gemeindesituation. „Die geographische Distanz zu den Gemeindegliedern mag groß sein, menschlich fühle ich mich ihnen umso näher. Ich habe kaum mit Verwaltung zu tun, sondern nehme unmittelbar am Leben der Menschen teil. Die geringe Größe unserer Gemeinde ermöglicht es mir, viel Zeit für individuelle Betreuung und Seelsorge aufzubringen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 5. Dezember 2020 
 

Christus gegenwärtig am Ende der Welt - im Tabernakel, auf dem Altar!

Wer einmal in Norwegen war, und nicht in einer Stadt mit katholischer Kirche, ahnt, wie schwer es ist, dort mit der Kirche zu leben. Möge der Herr Pfarrer Jäger ausreichende Kraft schenken für seinen kostbaren Dienst .


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  2. Meinungsfreiheit auf katholisch
  3. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  4. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  5. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  6. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  7. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"

Norwegen

  1. Bischof Varden: „Ich denke, wir dürfen sagen, dass bei uns die Säkularisierung jetzt zu Ende ist“
  2. EGMR lehnt Schadenersatzforderung nach Kindesentzug in Norwegen ab
  3. Trondheim bekommt nach elf Jahren wieder eigenen Bischof
  4. Zwischen den sieben Bergen in Bergen
  5. US-Mutter kämpft gegen norwegische Kinderschutzbehörde
  6. Norwegen: Mutter kämpft seit mehr als 6 Jahren um ihr Kind
  7. Flucht aus Norwegen: Staatsaffäre um ein kleines Mädchen






Top-15

meist-gelesen

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  3. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  4. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  5. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  6. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  7. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  8. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  9. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  10. Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt
  11. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  12. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  13. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  14. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  15. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz