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Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten

23. September 2026 in Chronik, keine Lesermeinung
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Das Denkmal des Schriftstellers wird nahe beim Denkmal seines Freundes C.S. Lewis stehen und soll in künstlerischer Gestaltung Tolkiens schöpferische Vision und Erzählkunst würdigen.


London (kath.net/pl) „J.R.R. Tolkien – Schriftsteller, Künstler, Gelehrter und Sprachwissenschaftler – soll in der Westminster Abbey im „Poets’ Corner“ (Dichterwinkel) an der Seite seines engen Freundes und Schriftstellerkollegen C.S. Lewis geehrt werden.“ Das gibt die Westminster Abbey auf ihrer Homepage bekannt. Die historische Westminster Abby steht direkt neben dem britischen Parlament in London und ist die Krönungskirche der britischen Monarchen.

Das „bedeutendes neues Denkmal, das Tolkiens schöpferische Vision und Erzählkunst würdigt und vom Künstler Stephen Broadbent geschaffen wurde, wird im Frühjahr 2027 im Rahmen einer Einweihungsfeier enthüllt. Dieses Datum markiert zudem das 90-jährige Jubiläum von ‚Der Hobbit‘ und das 50-jährige Jubiläum von ‚Das Silmarillion‘“, informiert die Website dieser anglikanischen Kirche weiter.

Der Künstler hat sich beim Entwurf für das neue Denkmal „von Tolkiens ‚Baum der Geschichten‘ (Tree of Tales)“ inspirieren lassen. Tolkien selbst nannte diesen Baum den „Baum von Amalion“ (Tree of Amalion)“.. Mit diesem „Motiv eines Baumes im Wald als zentralem Thema wird es ein bedeutendes neues Kunstwerk für die Abtei darstellen; es wird vertikal in eine Steinsäule im südlichen Querhaus eingelassen und eine Höhe von 2,5 Metern erreichen“. Es wird vorwiegend „aus in Großbritannien heimischen Hölzern“ gestaltet, außerdem „integriert ein Stück der berühmten Schwarzkiefer – bekannt als ‚Tolkiens Baum‘ –, die 2014 im Botanischen Garten der Universität Oxford“ gefällt werden musste. Dieser spezielle Baum „war während Tolkiens Zeit in Oxford ein besonderer Lieblingsbaum des Autors“ gewesen.


Die Idee für das Denkmal ging ursprünglich von Lord David Alton (einem Katholiken), dem Vorsitzenden des Christian Heritage Centre in Stonyhurst, aus; realisiert werden konnte es dank der Unterstützung und Großzügigkeit des Tolkien Estate.

Der (anglikanische) Dekan von Westminster, David Hoyle, sagte dazu: „Ich freue mich sehr, dass es in der Abbey ein Denkmal für J.R.R. Tolkien geben wird und dass dieses Denkmal von großer Schönheit sein wird. Als Junge bekam ich ‚Der Hobbit‘ vorgelesen; etwas später las ich ‚Der Herr der Ringe‘ – und dann las ich es noch einmal. Wir werden hier eines meisterhaften Erzählers gedenken, eines Gelehrten, eines Mannes mit christlicher Vorstellungskraft und eines Schriftstellers, der einigen von uns vermittelt hat, dass ein Leben im Zeichen von Tugend und Engagement Opferbereitschaft und Mut erfordern kann.“

Der Künstler Stephen Broadbent stellte gemäß Presseaussendung der Westminster Abbey fest: „Es war mir eine Freude und eine Ehre, zunächst den Entwurf für ein Denkmal in der Westminster Abbey zu entwickeln, das Tolkiens literarisches Schaffen und seine schöpferische Fantasie würdigt. Das Kunstwerk vermittelt dem Betrachter das Gefühl, in eine andere Welt zu blicken: einen ‚Wald der Geschichten‘, in dessen Zentrum Tolkiens bemerkenswerter ‚Baum der Erzählungen‘ steht. Durch diesen magischen Wald hindurch eröffnet sich zudem ein stimmungsvoller Blick auf ein Land, das dahinter liegt.“ 

Der ebenfalls beteiligte Kunsthandwerker Mark Boddington von Silverlining erläuterte: „Angesichts von Tolkiens Liebe zu Bäumen und zum Handwerk ist es besonders erfreulich, dass die Vision der Abtei und der Tolkien-Nachlassverwaltung für das Denkmal – in Verbindung mit Stephens ausdrucksstarkem Entwurf – unter Verwendung heimischer Hölzer sowie einer Mischung aus traditioneller und innovativer britischer Handwerkskunst verwirklicht wird. So entsteht ein Werk, das Besucher der Abtei noch über Generationen hinweg bewundern und würdigen können.“

Hintergrund: John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) war britischer Schriftsteller und Philologe. Besonders bekannt wurde er für seine Werke „Herr der Ringe“, „Der Hobbit“ und „Das Silmarillion“. Er hat die moderne Fantasy-Literatur maßgeblich beeinflusst. Einige Katholiken überlegen, ob er ein Kandidat für die Selig- und Heiligsprechung sein könnte.

Weitere kath.net-Artikel über Tolkien: siehe Link.


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