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Kirche SOS

6. Juli 2026 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
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„Was geschieht z. B. von Rom aus gegen antikirchliche Stellungnahmen von ZdK, BDKJ, kfd?“ Gastkommentar von Prof. Hubert Windisch


Freiburg  i.Br. (kath.net) 
* Die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist nicht die Ursache der schon lange anhaltenden Kirchenkrise, sondern deren Symptom (Martin Grichting). Ein Schlüsselsatz, um die Vorgänge der letzten Wochen und Tage tiefer zu verstehen. Er zeigt Zweierlei: Zum einen geht es bei der Weihe von Bischöfen der Piusbrüder um mehr als um einen formalen Ungehorsamsakt gegenüber dem Papst. Zum anderen ist die Exkommunikation der Bruderschaft durch Rom nicht das richtige Mittel, um die notvolle Kirchenkrise zu lösen.

* Diese These zu akzeptieren, setzt voraus anzuerkennen, dass sich die Kirche seit Jahrzehnten in einem dramatischen inneren und äußeren Verfall befindet. Beispiele gefällig? Nur in Auswahl seien genannt: die einseitig anthropologische Wende in Theologie und Kirche auf der Basis der relativen Erkenntnisse von Humanwissenschaften mit der daraus folgenden Unterwürfigkeit gegenüber den Plausibilitäten der jeweiligen Zeit; der subjektiv-subjektivistische Zugriff auf das Glaubensgut und die Tradition durch Amtsträger oder Leitungsgremien (Weiß der Papst, dass inzwischen auch schon Ortspfarrer nicht nur kleine Bischöfe, sondern auch schon kleine Päpste sind, ohne exkommuniziert zu werden? Was geschieht z. B. von Rom aus gegen antikirchliche Stellungnahmen von ZdK, BDKJ, kfd?); die vielfachen liturgischen Missbräuche, die von der heiligen (!) Messe oftmals nichts anderes mehr übrig lassen als ein Spektakel selbstgefälliger Profanatio sacrorum usw.


* Erschwerend kommt hinzu, dass all diese übergriffigen Verformungen durch Vertreter eines sog. Geistes des Konzils, der oftmals nur zur kirchlichen Eigenermächtigung herhalten muss, sogar von höchsten Kirchenstellen nicht nur gebilligt, sondern selbst getätigt werden. Wieder einige Beispiele in Auswahl gefällig? China, Abu Dhabi, Singapur, Pachamama, Amoris Laetitia, Fiducia supplicans, Synodaler Weg usw. Man kann doch diesen häresie- und apostasieaffinen Verwerfungen des kirchlichen Glaubensgutes nicht zustimmen, denn jeder geforderte formale kirchliche Gehorsam (auch dem Papst gegenüber) muss sich durch materiale Stimmigkeit (in Bezug auf Schrift und Tradition) auszeichnen? 

* Es muss im eigenen Haus der katholischen Kirche viel repariert werden. Solange Rom diese Problematik nicht angeht, sollte man gegenüber der Piusbruderschaft bescheiden agieren. Was ansteht, ist u. a. eine kritische theologische Auseinandersetzung mit dem II. Vaticanum unter Einbeziehung der Vorwürfe der Piusbruderschaft. D. h. nicht nur die unterschiedlichen Textgattungen (Konstitutionen, Dekrete, Erklärungen) in ihrer unterschiedlichen Gewichtigkeit, sondern auch die Wirkungsgeschichte des Konzils in seinen zum Teil desaströsen Auswirkungen müssen theo-logisch unter die Lupe genommen, diskutiert und geklärt werden. Denn auch diesbezüglich gilt der alte Grundsatz: bonum ex integra causa, malum ex defectu.

* Setzt man sich mit den angemahnten Inhalten der Piusbruderschaft nicht auseinander, sondern beharrt auf formaler Machtausübung, wird summum jus (im Vatikan) wohl zur summa iniuria (in der Pastoral der Kirche) und das kanonistische Axiom salus animarum suprema lex (CIC c. 1752) verblasst.

Hubert Windisch (Link) ist Priester und emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Symbolbild (c) golda@pixabay


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Lesermeinungen

 lamwool 6. Juli 2026 
 

Wohltuend

@Sch?necker, ist Ihr Kommentar.
"[].den Autrag Jesu zu befolgen []Und zwar den Kern: Gott lebt, Christus ist auferstanden und wird wiederkommen, der Heilige Geist ist da."
Ist das nicht auch ein Teil der 'Früchte', welche im NT erwähnt werden?
Wenn ich so schaue, was sich alles geändert hat in der RKK im Laufe der Jahrhunderte, ohne dass man heute noch darüber spricht, dünkt mich das jetztige Szenario manchmal etwas übertrieben. Wenn da um Buchstaben und Details in Liturgie und Gottesdienst 'gestritten' wird. Details die der gewöhnliche Laie (!) uU. nicht mal bemerkt.


0
 
 Norbert Sch?necker 6. Juli 2026 

Wo ich mit Papst Franziskus einer Meinung bin:

Die Kirche hat sich in den letzten Jahzehnten viel zu viel mit sich selbst beschäftigt. Ich finde nicht, dass wir weiter uns selbst reparieren sollen. Für viel zielführender halte ich es, wieder mal den Autrag Jesu zu befolgen, nämlich in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Und zwar den Kern: Gott lebt, Christus ist auferstanden und wird wiederkommen, der Heilige Geist ist da. Vielleicht vergessen wir dann auch den sinnlosen Streit um verhältnismäßige Mickey-Maus-Probleme wie Zölibat und Laienpredigt. Solange wir darüber streiten, nimmt uns nämlich niemand die Frohe Botschaft ab.


2
 
 Johannes14,6 6. Juli 2026 
 

Danke, Herr Prof. Windisch, Zustimmung!

Die Liste: "China, Abu Dhabi, Singapur, Pachamama, Amoris Laetitia, Fiducia supplicans, Synodaler Weg"

liesse sich ergänzen: Corona,Klima,Migration.


5
 
 gebsy 6. Juli 2026 

S Y M P T O M E

FSSPX ist nur eines von vielen.

Bevor Gläubige die Seite gewechselt haben, sind lange Versuche, dem rechten Glauben treu zu bleiben, schrittweise gescheitert; W A R U M ?


2
 
 lakota 6. Juli 2026 
 

Danke Herr Professor Windisch,

es ist alles genauso wie Sie es ausführen.
"Es muss im eigenen Haus der katholischen Kirche viel repariert werden. Solange Rom diese Problematik nicht angeht, sollte man gegenüber der Piusbruderschaft bescheiden agieren."

Genau so ist es! Wann wird man mit diesen Reparaturen anfangen? Wenn die letzten Gläubigen gegangen sind?


9
 
 Stefan Fleischer 6. Juli 2026 

Meine Meinung

Solange unsere Kirche, d.h. wir alle, ungeachtet der Präferenzen, der Ausbildung, des Ranges etc., nicht wieder Gott, unseren Vater und Herrn, ins Zentrum von allem stellen, solange wir immer zuerst fragen, was die Menschen "brauchen" bzw. wollen, statt nach dem was Gott will, sind all unsere Mühen Sisyphusarbeit. Lassen wir also unsere Klagen (und gegenseitige Anklagen) und kehren wir um zu IHM, von dem wir uns so weit entfernt haben. (vgl. z.B. Jes 31,6)


1
 
 Stefan Fleischer 6. Juli 2026 

Die Meinung eines Laien

Solange unsere Kirche, d.h. jeder von uns, unabhängig von seinen Präferenzen, seiner Ausbildung, seinem Rang etc. nicht wieder Gott, den Herrn, ins Zentrum von allem stellt, solange wir uns immer zuerst fragen, was die Menschen wollen, statt das, was Gott will, ist alles andere Sysiphusarbeit. Hören wir also auf, zu klagen (und gegenseitig anzuklagen) und kehren wir um, zu IHM, von dem wir uns so weit entfernt haben. (vgl. z.B. Jes 31,6)


3
 

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