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Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück20. August 2026 in Österreich, 2 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Rücktritt erfolgt mit 14. September - Mönchsgemeinschaft wählt im Anschluss Administrator für drei Jahre
Wien (kath.net/KAP/red) Der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim (65) tritt nach 16 Jahren an der Spitze der Mönchsgemeinschaft zurück und wird sein Amt "in jüngere Hände legen". Das hat das Stift am Donnerstag bekannt gegeben. Konkret wird Heim demnach am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung, sein Amt zurücklegen. Danach wählen die über 80 Mönche mit feierlicher Profess den Nachfolger aus ihren Reihen.
"Nach 16 erfüllten und herausfordernden Jahren und nach 30-jährigem Dienst in der Leitung des Stiftes" als Abt, Prior und Novizenmeister sowie Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation (2016-2025) wolle Heim künftig in die Seelsorge zurückkehren und als Theologe wirken, hieß es.
Nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium in Rom wird allerdings kein Abt, sondern ein Administrator für drei Jahre gewählt, "da mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hat", wird der Abtpräses der Zisterzienser, Abt Pius Maurer, in der Aussendung zitiert.
Maurer würdigte zudem die Verdienste Heims: Abt Maximilian habe "mit Gottvertrauen und großem Einsatz" die Mönche von Heiligenkreuz in herausfordernden Zeiten geleitet. Er übergebe "eine lebendige Gemeinschaft, die über die Grenzen Österreichs ausstrahlt", so der Abtpräses. Fast zehn Jahre habe Heim außerdem die Österreichische Zisterzienserkongregation geführt, bis zu seiner plötzlichen Herzerkrankung im vergangenen Jahr.
Der Prior von Stift Heiligenkreuz und damit Stellvertreter von Abt Heim, P. Johannes Paul Chavanne betonte in der Aussendung: "Abt Maximilian hat jahrzehntelang mit Hingabe und Liebe Leitungsverantwortung in unserer jungen und wachsenden Gemeinschaft getragen. In dieser Zeit ist sehr viel Gutes und Bleibendes gewachsen - ein Erbe für die Zukunft. Wir sagen dafür von Herzen Danke und Vergelts Gott!"
"Richtiger Zeitpunkt gekommen"
Der scheidende Abt seinerseits hielt fest: "In großer Dankbarkeit blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre als Abt zurück. In Anbetracht meiner Herzerkrankung im vergangenen Jahr und nach zwei Amtsperioden ist für mich jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, diese Aufgabe in jüngere Hände zu legen."
Er freue sich sehr, weiterhin im Dienst des Stiftes als Seelsorger und Theologe tätig zu sein. "Meine Dankbarkeit gilt vor allem meinen Mitbrüdern in Heiligenkreuz, Stiepel, Neuzelle und dem Neukloster wie auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Stiftspfarren für das gute Miteinander", so Abt Heim.
Seit 1983 im Stift Heiligenkreuz
Abt Maximilian Heim, mit bürgerlichem Namen Heinrich Josef Heim, wurde am 14. April 1961 in Kronach (Bayern) geboren. Seit 2011 steht er als 68. Abt dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald vor. Zugleich ist er Großkanzler der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz. Von 2016 bis 2025 war er auch Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation.
Heim studierte ab 1981 Katholische Theologie in Augsburg und ab 1982 an der Hochschule Heiligenkreuz. 1983 trat er in das Noviziat des Stifts ein und nahm den Ordensnamen Maximilian an. 1988 wurde er zum Priester geweiht. Nach Jahren im Neukloster in Wiener Neustadt gehörte er zu den Gründungsmönchen des Zisterzienserpriorats Stiepel in Bochum, wo er unter anderem als Kaplan und Kantor wirkte und am Aufbau des Klosters als geistliches Zentrum beteiligt war.
Ratzinger-Experte
1996 kehrte Heim nach Heiligenkreuz zurück und wurde Novizenmeister und Kantor, 1999 zusätzlich Prior. Parallel setzte er sein theologisches Doktoratsstudium fort. 2003 wurde er an der Universität Graz zum Doktor der Theologie promoviert. Seine Dissertation befasste sich mit der Ekklesiologie Joseph Ratzingers. Heim lehrte Fundamentaltheologie an der Hochschule Heiligenkreuz und wurde nach deren Erhebung zur Hochschule päpstlichen Rechts 2007 zum ordentlichen Professor berufen. Von 2004 bis 2011 war er erneut Prior in Stiepel.
Eine besondere Rolle in Heims akademischem Profil spielt seine Beschäftigung mit Joseph Ratzinger. 2009 wurde er in den "Neuen Schülerkreis" Ratzingers aufgenommen. 2011 erhielt Heim für sein Werk über Ratzingers Theologie den erstmals vergebenen Ratzinger-Preis der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.
Aufschwung von Kloster und Hochschule
Am 10. Februar 2011 wählte ihn der Heiligenkreuzer Konvent zum Abt. Die Abtsbenediktion erfolgte am 25. April 2011 durch den Generalabt des Zisterzienserordens, Dom Mauro-Giuseppe Lepori, in einem von Kardinal Christoph Schönborn geleiteten Gottesdienst. Heims Wahlspruch lautet "Cor ad cor loquitur" ("Das Herz spricht zum Herzen").
Während Heims Amtszeit setzte sich der Aufschwung von Kloster und Hochschule fort. Der Konvent wuchs auf mehr als 100 Mönche; im August 2025 zählte das Stift 101 Mitglieder. Auch die Hochschule wurde erweitert. 2015 wurde ein Erweiterungsbau eröffnet. Hinzu kamen weitere Bildungsangebote und ein Studentenheim. Heiligenkreuz entwickelte zudem seine internationalen Verbindungen weiter: 2016 fiel die Entscheidung zur Wiederbesiedlung des früheren Zisterzienserklosters Neuzelle in Brandenburg, 2018 wurde dort ein Priorat errichtet.
Das Stift ist darüber hinaus für mehrere Niederlassungen und Pfarren verantwortlich und trägt mit dem Priesterseminar Leopoldinum zur Ausbildung von Priestern bei. Die Verbindung von klösterlicher Tradition, Gregorianischem Choral, theologischer Ausbildung und der internationalen Vernetzung mit anderen Zisterziensergemeinschaften prägte die Entwicklung unter Heim.
Rückzug als Abtpräses
Im Juni 2025 kündigte der Vatikan eine Apostolische Visitation des Stifts Heiligenkreuz an. Als Visitatoren wurden der damalige Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder und die Ordensfrau Christine Rod eingesetzt. Nach Angaben des Stifts begann die Visitation zunächst mit Gesprächen. Öffentlich kommunizierte Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.
Im August 2025 legte Heim sein zusätzliches Amt als Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation nieder. Als Grund nannte sein Sprecher die angespannte Situation im Stift und die notwendige Fokussierung auf Heiligenkreuz. Gleichzeitig befand sich Heim wegen Herzproblemen vorübergehend in Spitalsbehandlung. Das Amt des Heiligenkreuzer Abtes behielt er vorerst.
Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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Lesermeinungen| | Rolando 21. August 2026 | | | | Dienst in der Heimat Das Obladenkloster in Kronach wird ab September leer, da bietet sich eine zisterziensische Neubesiedelung an, dann ist wieder etwas mehr Platz in Heiligenkreuz. |  0
| | | | | Tuotilo2 20. August 2026 | | | |
Da Abt Maximilian keine akuten gesundheitlichen Probleme als Begründung für seinen Rücktritt anführt, verstehe ich nicht ganz, warum er - ein halbes Jahr vor Ende seiner Amtszeit - diesen Schritt tut. Er hätte das halbe Jahr noch seinen Dienst tun und rechtzeitig ankündigen können, für eine dritte Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. "Rücktritt" klingt immer so spektakulär, das hätte vermieden werden können.
Ich denke, obwohl ich es nur "von außen" beurteilen kann, dass er ein guter Abt gewesen ist. |  1
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