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Das Pallium und der Auftrag zur Einheit

vor 5 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus: Überreichung der Pallien an die 35 neuen Metropoliten. Die Gestalten des Petrus und des Paulus, Vorbilder für den Dienst an Wahrheit, Gemeinschaft und Evangelisierung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus feierte Papst Leo XIV. im Petersdom die Heilige Messe mit der Segnung und Überreichung der Pallien an die 35 neuen Metropolitan-Erzbischöfe des Jahres. In seiner Predigt stellte der Papst die beiden Apostel als die „zwei Säulen der Kirche“ vor und erläuterte ihre bleibende Bedeutung für den Auftrag der Kirche.

Leo XIV. erinnerte daran, dass Petrus von Christus zum Hirten seiner Herde erwählt worden sei, während Paulus die Sendung als Apostel der Völker empfangen habe. In Petrus werde sichtbar, wie die Sorge um die Einheit der Kirche ihren Ursprung im Evangelium selbst habe. Immer wieder habe Petrus die Gemeinschaft der Jünger bewahrt: am See Gennesaret, als er trotz der erfolglosen Nacht auf das Wort Jesu hin die Netze erneut ausgeworfen habe; nach der Rede über das Brot des Lebens, als er bekannt habe: „Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“: In Cäsarea Philippi, als er stellvertretend für die Jünger den Glauben an den Sohn Gottes bekannt habe, und schließlich nach der Auferstehung, als er dem auferstandenen Herrn entgegengeeilt sei. Auch in der jungen Kirche habe Petrus den Auftrag zur Einheit erfüllt. Angesichts der Auseinandersetzung über die Aufnahme der Heiden habe er die Brüder versammelt, ihnen zugehört und unter der Führung des Heiligen Geistes entschieden. Petrus habe dabei bekannt: „Wir glauben im Gegenteil durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, […] wie jene“.

Der Papst hob zugleich hervor, dass die Größe des Petrus nicht in Fehlerlosigkeit bestanden habe. Petrus habe den Herrn während der Passion verleugnet, später seine Schuld erkannt und sich bekehrt. Auch die Kritik des Paulus an seinem Verhalten habe ihn nicht von seiner Sendung abgebracht. Leo XIV. erklärte, Petrus habe seine eigenen Fehler erkannt, sich korrigieren lassen und dennoch den Mut nicht verloren. Bis zum Martyrium in Rom sei er seinem Auftrag treu geblieben, das Evangelium zu verkünden und die Herde Christi zu sammeln. Von dort aus deutete der Papst das Symbol der Schlüssel. Ein Schlüssel, so führte er aus, breche keine Türen auf, sondern öffne und schließe sie, indem er im Inneren die richtigen Mechanismen in Bewegung setze. Ebenso entstehe die Gemeinschaft der Kirche nicht dadurch, dass Menschen auf ihren eigenen Positionen beharrten. Vielmehr entstehe sie dadurch, dass sie „in den Herzen aller die Berührungspunkte in der Wahrheit“ suchten, „in deren Licht allein ein jeder für den anderen zum Mittel des Wachstums wird“.


Aus dieser Perspektive beschrieb Leo XIV. den Dienst des Petrus und seiner Nachfolger. Christus habe ihnen aufgetragen, „der Stimme jedes Einzelnen zuzuhören, die Eingebungen zu unterscheiden, Wege zu weisen, Fehler zu korrigieren, zu unterweisen, zu ermutigen, zu ermahnen, die Brüder und Schwestern zu begleiten“, damit alle unter dem Wirken des Heiligen Geistes am Heil der anderen und der ganzen Menschheit mitwirkten. Zugleich richtete der Papst diese Aufgabe an alle Christen. Das Beispiel des Petrus lade jeden Gläubigen ein, „zum Baumeister der Einheit zu werden“, Gott in die Mitte des eigenen Lebens zu stellen, den Brüdern und Schwestern nahe zu sein und mit ihnen in der Liebe zu leben, „damit […] die Verkündigung vollendet wird“.

Ebenso würdigte Leo XIV. den heiligen Paulus als den unermüdlichen Verkünder des Evangeliums. Seine Symbole seien das Buch und das Schwert. Das Wort Gottes, das nach dem Hebräerbrief „lebendig, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ sei, habe auch das Herz des jungen Saulus verwandelt. Gott habe ihn für sich gewonnen, ihn zum Evangelium bekehrt, ihm einen neuen Namen gegeben und ihn schließlich bis zum Martyrium nach Rom geführt. Paulus habe zugelassen, dass die Kraft des Wortes Gottes ihn „der Gewalt entrissen“ und „auf den Weg der Liebe“ geführt habe. Zur Auslegung dieser Bekehrung verwies der Papst auf den heiligen Augustinus. Dieser habe beschrieben: „Als er [nach Damaskus] ging, das Herz voller Drohungen und Mordgelüste, wurde er beim Namen gerufen und durch die himmlische Stimme zu Boden geworfen (vgl. Apg 9,1–7), d. h. durch das Wort, das ihn rief“ (Sermo 299/A augm., 6). Augustinus habe weiter erklärt: „Gott nahm den Verfolger der Kirche und machte ihn zu einem Boten des Friedens. Er vergab ihm alle Sünden und übertrug ihm einen Dienst, in dem er anderen die Sünden vergeben konnte“.

Am Ende der Betrachtung über Petrus und Paulus erklärte Leo XIV., beide Apostel zeigten der Kirche auch heute den Weg. Es sei wichtig, auf sie zu schauen, „damit wir verstehen, wie auch wir Apostel und Baumeister der Einheit sein können, großzügige Diener der Wahrheit in der Liebe“. Vor diesem Hintergrund deutete der Papst den anschließenden Ritus der Überreichung der Pallien. Die mit Kreuzen versehenen weißen Wollbänder brächten die Verpflichtung jedes Hirten und jedes Christen zum Ausdruck, die ihm anvertrauten Brüder und Schwestern wie die Lämmer der Herde Christi auf die Schultern zu nehmen. Dieser Dienst verlange die Bereitschaft, „Energie, Zeit, Mühe und sogar das Leben zu opfern, damit das Evangelium alle erreicht und die ganze Welt darin Harmonie und Eintracht findet“. Besonders begrüßte Leo XIV. die Delegation des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, die im Auftrag von Patriarch Bartholomäus unter der Leitung des Metropoliten Emmanuel Adamakis von Chalcedon an der Feier teilnahm.

Abschließend rief der Papst dazu auf, die Fürsprache der heiligen Petrus und Paulus zu erbitten, dass sie uns auf unserem Weg der Gemeinschaft in den Fußspuren des Erlösers beistehen mögen. Dies sei der Weg, den Christus vorgezeichnet und um den er beim Letzten Abendmahl gebetet habe – „das Ziel, auf das hin er uns mit zuversichtlicher Hoffnung zu streben gelehrt hat“ (vgl. Benedikt XVI., Predigt in der Messe zur Verleihung des Palliums an die neuen Metropoliten, 29. Juni 2012).

 


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio vor 3 Stunden 
 

Petrus und Paulus

Sehr schön, wie Papst Leo beide schildert: unterschiedliche Charaktere und Dienste: welche Ergänzung für die Weltkirche! Der Dienst für die Evangelisierung: bei der Erklärung "damit die ganze Welt Harmonie und Eintracht findet", fehlt mir doch ein wesentlicher Part, nämlich die Rettung Jesu für unser ewiges Leben.


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