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Die erste Pilgerkirche europaweit für den hl. Charbel wurde in Polen eingerichtet

vor 5 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Bischof von Bydgoszcz; Włodarczyk: der Hl. Charbel (Libanon) bringt den Menschen der heutigen Zeit Gebet, Stille, Bescheidenheit und Armut nahe – Włodarczyk ermutigt zum Gebet für Ehen und Familien, für Berufungen und den Frieden. Von Petra Lorleberg


Włóki (kath.net/pl) Włóki ist zu einem Ort besonderer Verehrung geworden: Auf Beschluss des Diözesanbischofs von Bydgoszcz (Bromberg/Polen), Krzysztof Włodarczyk, wurde die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, Königin von Polen, in den Rang eines diözesanen Heiligtums des Heiligen Charbel erhoben. Dies ist das erste Heiligtum dieser Art, nicht nur in Polen, sondern in ganz Europa. Das berichtet die katholische polnische Nachrichtenagentur „Katolicka Agencja Informacyjna“ (KAI).

Im Mittelpunkt der Feier stand das Pontifikalamt, dem Bischof Krzysztof Włodarczyk vorstand. In seiner Predigt zum Tagesevangelium („Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden“) merkte der Bischof von Bydgoszcz an, dass das Leben des heiligen Charbel die Worte Christi über die Entscheidung für Gott vor allem anderen auf vollkommene Weise verkörperte. Er wies darauf hin, dass der libanesische Eremit sein Elternhaus verlassen und den Weg der völligen Hingabe an Gott gewählt habe. Diese Entscheidung führte ihn – durch Jahre des verborgenen Lebens, des Gebets, der Arbeit und der Stille – zur vollkommenen Vereinigung mit Christus.

Der Diözesanbischof stellte fest, dass ein solches Leben in den Augen der Welt unverständlich erscheine. Der heilige Charbel habe nicht nach Öffentlichkeit gestrebt; im Gegenteil, er habe verborgen bleiben wollen. Seine Tage seien von Gebet, Eucharistie, harter Arbeit und strenger Askese geprägt gewesen. Doch gerade dieser Weg wurde zu einem Zeugnis für die Wahrheit des Evangeliums: dass derjenige, der sein Leben um Christi willen verliert, es in seiner Fülle gewinnt. „Man muss die großartigste Investition seines Lebens tätigen: das eigene ‚Ich‘ um Christi willen zurückstellen; bereit sein, etwas vom Eigenen aufzugeben, um auf unglaubliche Weise zu gewinnen. Keine Bank bietet eine solche Rendite. Was wir um Jesu willen investieren, bringt einen Ertrag, der unsere kühnsten Träume übertrifft“, so der Bischof.


Der Bischof erinnerte zudem daran, dass die Welt die Heiligkeit des Eremiten nach dessen Tod zunächst nicht erkannt habe; Gott selbst jedoch habe seine Herrlichkeit durch außergewöhnliche Zeichen offenbart. Ein geheimnisvolles Licht, das fünfundvierzig Tage lang über dem Grab des heiligen Charbel leuchtete, kündete von der Verehrung, die sich heute über den ganzen Erdball erstreckt.

Der Bischof widmete auch der maronitischen Spiritualität große Aufmerksamkeit. Er erklärte, dass das Herz eines jeden Heiligtums der Altar sei – ein Ort des Opfers, das Grab Christi und der Thron seiner Herrlichkeit. Er zitierte die letzten Worte des heiligen Charbel, die dieser während einer nicht zu Ende geführten Eucharistiefeier gesprochen hatte, sowie die Lehren des heiligen Aphrahat und erinnerte die Gläubigen daran, dass ein wahrer Zufluchtsort vor allem im menschlichen Herzen errichtet werden müsse. „Das ist die Mission dieses Ortes: einen Tempel der Herzen in jenen zu errichten, die hierherkommen, damit sie – dem Beispiel des Heiligen folgend… im heldenhaften Glauben wachsen, der Gott an die erste Stelle setzt, die Fesseln der Sünde sprengt, Früchte der Versöhnung zwischen Zerstrittenen hervorbringt und zu tätiger Liebe inspiriert.“

Unter Berufung auf Worte von Papst Leo XIV. merkte der Bischof an, dass der heilige Charbel den Menschen der heutigen Zeit Gebet, Stille, Bescheidenheit und Armut nahebringt – Werte, die in einer von Lärm und Hast geprägten Welt besonders nötig sind. Abschließend stellte er das neue Heiligtum unter das Gebet für den Frieden. „Möge ein Gebet aus den vereinten Herzen der hier versammelten Gläubigen von diesem Charbel-Heiligtum in Włóki aufsteigen ... für den Frieden im Libanon, im gesamten Nahen Osten und in der ganzen Welt“, sagte er.

Das Dekret zur Errichtung des Heiligtums wurde von Generalvikar Tomasz Cyl verlesen. In dem Dokument betonte Bischof Krzysztof Włodarczyk, dass das neue Heiligtum ein Ort des besonderen Gebets für die Kirche und die Welt sein solle. „Mögen die Gläubigen, die zu diesem Heiligtum kommen – wo so viele eine Wandlung des Herzens erfahren haben –, durch vertrauensvolles Gebet jene Gnaden erlangen, die für den Heiligen Vater und die gesamte Weltkirche notwendig sind. Besonders ermutige ich zum Gebet für Ehen und Familien. Möge dieser Ort vor allem ein Ort inbrünstiger Fürbitte für gute und zahlreiche Priester- und Ordensberufungen in unserer Diözese sein und zugleich dem Gebet für die Anliegen unserer gesamten Kirche von Bydgoszcz dienen.“

Hintergrund: Der hl. Charbel Makhlouf (1828–1898) war ein libanesischer Mönch, Einsiedler und Priester des maronitischen Ritus. Er wird von den Gläubigen als „himmlischer Arzt“ verehrt. Von seiner Einsiedelei in den Bergen des Libanon bis hin zu Krankenhäusern auf verschiedenen Kontinenten erreicht seine Fürsprache weiterhin Bedürftige und überwindet Grenzen, Kulturen und Generationen. 

Charbel, ist bekannt für die Erhörung zahlreiche Fürbitten, die ihm nicht nur von Katholiken, sondern auch von Muslimen und Angehörigen anderer Religionen, darunter den Drusen, zugeschrieben werden. Er wurde am 5. Dezember 1965 von Papst Paul VI. selig- und heiliggesprochen.

Die Maroniten sind eine mit Rom unierte, eigenständige katholische Kirche des syrisch-antiochenischen Ritus. Benannt sind sie nach dem heiligen Maron (einem Einsiedler aus dem 5. Jahrhundert). Ihr Hauptsitz und Verbreitungsschwerpunkt liegt im Libanon.

Archivfoto: Grab des hl. Charbel

Geistliche medidative Musik (latein) rund um den hl. Charbel:


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