
Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnetvor 3 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Erzdiözese Mailand würdigt 2011 verstorbenen Schüler Marco Gallo für intensives Glaubensleben.
Rom (kath.net/ KAP)
Monate nach der Heiligsprechung des Teenagers Carlo Acutis ist nun für einen weiteren Norditaliener, Marco Gallo, ein Seligsprechungsverfahren eröffnet worden. Die Erzdiözese Mailand teilte mit, die diözesane Phase des Verfahrens sei eingeleitet worden. Der 2011 als 17-Jähriger bei einem Verkehrsunfall Verstorbene wird als Beispiel für eine außergewöhnlich intensive Spiritualität im Alltag genannt.
Gallo war am 5. November 2011 auf dem Weg zur Schule mit seinem Motorroller von einem Fahrzeug erfasst worden und noch am Unfallort verstorben. Am Vorabend hatte er eine Bibelstelle aus dem Lukasevangelium an die Wand seines Zimmers geschrieben: "Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?" Die Worte, die sich neben einem Wandkreuz des Hl. Franz von Assisi befanden, wurden von seiner Mutter später als tröstliche Botschaft in der Trauer gedeutet. 
Nach Angaben von Paola Cevasco habe ihr Sohn sich intensiv mit Fragen nach Leben und Tod auseinandergesetzt. "Das Leben ist kurz, es darf nicht verschwendet werden", schrieb er demnach wenige Wochen vor seinem Tod an einen Freund. Sein Umfeld beschreibt ihn als sensiblen Jugendlichen mit ausgeprägtem religiösem Interesse, der regelmäßig die Sakramente empfing und sich mit Fragen nach Sinn, Leben und Tod beschäftigt, ohne sich aufzudrängen, wobei er für viele zu einem Bezugspunkt geworden sei.
Im Dekret zur Verfahrenseröffnung heißt es, Gallo habe "das Leben geliebt, viele Fragen gestellt und die Quelle wahrer Freude in der Liebe zu Jesus und zum Nächsten gefunden". Nach seinem Tod gefundene weitere Texte und Notizen zeugten von seiner Suche nach Sinn und "wahrer Freude". So trug er in seinem Geldbörsel unter anderem ein Marienbild sowie ein persönliches Versprechen, sein Leben bewusst im "Suchen nach dem Geheimnis" gestalten zu wollen. Sein Ruf der Heiligkeit habe sich auch Jahre nach seinem Tod weiter gefestigt, so gedenken etwa Jugendliche jährlich seiner bei einer zu Allerheiligen veranstalteten Wallfahrt zum Heiligtum Nostra Signora di Montallegro in Rapollo bei Genua.
Geboren wurde Gallo am 7. März 1994 in Chiavari (Ligurien), ehe die Familie zunächst nach Arese, später nach Lecco und schließlich nach Monza zog. Dort ging er Schule, empfing Erstkommunion und Firmung und entwickelte früh eine enge Bindung an den Glauben. Ab 2007 besuchte er das naturwissenschaftliche Gymnasium in Carate Brianza, wo er sich schulisch und in sozialen Initiativen engagierte, etwa in der Lernhilfe oder bei Besuchen älterer und behinderter Menschen.
Gallos Familie war in der katholischen Bewegung Comunione e Liberazione engagiert. Weitere Schriften des Jugendlichen über seine Suche nach Sinn und Glück wurden nach seinem Tod gesammelt und veröffentlicht. Die diözesane Phase des Verfahrens wurde am 7. März durch Erzbischof Mario Delpini eröffnet, nachdem schon 2024 ein entsprechendes Gesuch eingereicht worden war. Die Kirche prüft nun systematisch Leben, Tugenden und Ruf des Verstorbenen. Der Seligsprechungsprozess dürfte sich über Jahre erstrecken.
Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto: Marco Gallo, Erzdiözese Mailand
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. |