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Asche und Auferstehung. Der Weg der Kirche in der Wahrheit

vor 5 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV. in Santa Sabina: die Fastenzeit als gemeinschaftlichen Weg der Umkehr, der Verantwortung und der Hoffnung. Verantwortung der Kirche in einer verwundeten Welt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Mit einer Bußprozession und der Feier der heiligen Messe mit dem Ritus der Aschenauflegung in der Basilika Santa Sabina auf dem Aventin hat Papst Leo XIV. am Aschermittwoch 2026 die Fastenzeit eröffnet und sie als Zeit der kirchlichen Gemeinschaft und der Umkehr gedeutet. Zu Beginn jeder liturgischen Zeit werde „mit immer neuer Freude die Gnade entdeckt, Kirche zu sein - Gemeinschaft, die versammelt ist, um das Wort Gottes zu hören“. Die Stimme des Propheten Joël habe „einen jeden aus seiner Isolation herausgeholt und die Bekehrung zu einer untrennbar persönlichen und öffentlichen Notwendigkeit gemacht“, wie das Wort bezeuge: „Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge!“ (Joël 2,16).

Der Papst erinnerte daran, dass der Prophet gerade jene genannt habe, deren Abwesenheit leicht zu rechtfertigen gewesen wäre: die Schwächsten, die Kinder und die Säuglinge, und selbst Braut und Bräutigam seien aus ihrer Intimität herausgerufen worden, um sich als Teil einer größeren Gemeinschaft zu erfahren. Auch die Priester seien angesprochen worden, die „zwischen Vorhalle und Altar“ stünden und den Auftrag erhielten, die Worte für das ganze Volk zu finden: „Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk“ (Joël 2,17). Darin habe sich die Wahrheit gezeigt, dass die Fastenzeit auch in der Gegenwart eine besondere Zeit der Versammlung und der Gemeinschaft sei: „Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde!“.

Diese Gemeinschaft entstehe als ein Volk, das sich seiner eigenen Sünden bewusst werde und erkenne, dass das Böse nicht von äußeren Feinden komme, sondern das eigene Herz berührt habe und Teil des eigenen Lebens geworden sei. Eine solche Haltung stehe im Gegensatz zur Versuchung, sich angesichts einer „in Flammen stehenden Welt“ für machtlos zu erklären. Gerade darin habe sich die Kirche als Gemeinschaft gezeigt, die den Mut habe, sich zu ihren Sünden zu bekennen und Verantwortung zu übernehmen.


In diesem Zusammenhang hob der Papst hervor, dass die Sünde immer persönlich sei, aber zugleich in den Umgebungen entstehe, in denen Menschen lebten und sich gegenseitig beeinflussten, nicht selten innerhalb von „Strukturen der Sünde“ wirtschaftlicher, kultureller, politischer und religiöser Art. Der Weg der Umkehr sei daher ein Weg der Befreiung: den lebendigen Gott der Götzenverehrung entgegenzustellen bedeute, „die Freiheit zu wagen und sie durch einen Exodus, auf einem Weg, wiederzufinden“. Es gehe darum, sich nicht in eigenen Sicherheiten zu verschließen, sondern sich versammeln zu lassen, um sich zu bewegen und sich zu verändern: „Wie selten findet man Erwachsene, die Reue zeigen, Menschen, Unternehmen und Institutionen, die zugeben, dass sie Fehler gemacht haben!“. „Heute geht es für uns genau um diese Möglichkeit. Und es ist kein Zufall, dass viele junge Menschen, auch in säkularisierten Umfeldern, sich mehr als früher der Bedeutung dieses Tages, des Aschermittwochs, bewusst sind“.

In dieser Perspektive sei der Aschermittwoch ein Zeichen der Möglichkeit eines neuen Anfangs. Besonders junge Menschen hätten die Bedeutung dieses Tages erkannt, da sie die Möglichkeit einer gerechteren Lebensweise wahrnähmen und die Verantwortung für das Unrecht in Kirche und Welt verstünden. Daher gelte das Wort des Apostels: „Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung!“ (2 Kor 6,2). Die Fastenzeit sei daher auch in ihrer missionarischen Dimension zu verstehen, als Öffnung für jene, die nach Wegen suchten, ihr Leben in der Perspektive des Reiches Gottes zu erneuern. Die Frage des Propheten - „Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott?“ (Joël 2,17) - werde als Anfrage an das Gewissen der Kirche gedeutet. Die Fastenzeit führe zu einer Umkehr, die die Verkündigung glaubwürdig mache und die Kirche dazu befähige, in Wahrheit Zeugnis zu geben: „Die Fastenzeit regt uns in der Tat zu jener Kehrtwende - Umkehr - an, die unsere Verkündigung glaubwürdiger macht“.

In Erinnerung an die Entscheidung des heiligen Paul VI., im Jahr 1966 öffentlich den Ritus der Aschenauflegung während einer Generalaudienz in der Petersbasilika für alle sichtbar zu vollziehen, wurde die Bedeutung dieser Geste als „ernste und eindrucksvolle Bußzeremonie“ hervorgehoben. Paul VI. habe erklärt: „Wir modernen Menschen können uns fragen, ob diese Pädagogik noch verständlich ist. Wir antworten mit Ja. Denn diese Pädagogik ist realistisch. Sie ist ein ernster Appell an die Wahrheit. Sie führt uns wieder zu einer rechten Sicht unseres Daseins und unserer Bestimmung“ (23. Februar 1966). Diese „Bußpädagogik“ habe den Menschen mit seiner Neigung zur Selbsttäuschung konfrontiert und zugleich mit jener kulturellen Erfahrung, die das Leben als sinnlos darstelle und damit „eine Apologie der Asche“ bilde.

Die Asche sei daher als Zeichen der Gegenwart verstanden worden: In ihr habe sich „die Last einer brennenden Welt“ gezeigt, die Zerstörung durch Krieg, die Verwundung der Gerechtigkeit, die Zerstörung von Ökosystemen, die Asche des kritischen Denkens und alter lokaler Wissensschätze, die Asche jenes Sinns für das Heilige. Die Frage „Wo ist denn ihr Gott?“ habe die Kirche aufgerufen, den Tod beim Namen zu nennen und zugleich Zeugnis für die Auferstehung abzulegen. Das Bekenntnis der eigenen Sünden sei bereits ein Zeichen der Auferstehung, da es bedeute, „nicht bei der Asche stehen zu bleiben, sondern uns wieder aufzurichten und wieder aufzubauen“.

In dieser Bewegung habe sich die Fastenzeit auf ihr Ziel hin geöffnet, das österliche Triduum, in dem sich der Übergang „vom Tod zum Leben und von der Ohnmacht zu den Möglichkeiten Gottes“ vollziehe. Die alten Märtyrer seien als Wegbereiter auf diesem Weg genannt worden, deren Zeugnis die Kirche begleite und deren Erinnerung in der römischen Tradition der Stationskirchen - von denen die heutige die erste ist - lebendig bleibe. Diese Tradition verweise auf den Weg der Kirche als Pilgerweg und als Verweilen - statio - bei den Gedenkstätten der Märtyrer, über denen die Basiliken Roms errichtet wurden: „Ist dies nicht etwa eine Aufforderung, uns auf die Spuren der bewundernswerten Zeugnisse zu begeben, die mittlerweile über die ganze Welt verstreut sind? Die Orte, Geschichten und Namen derer zu kennen, die den Weg der Seligpreisungen gewählt und dessen Konsequenzen bis zum Ende getragen haben“.

Die Fastenzeit sei schließlich als Schule des inneren Sehens gedeutet worden. Das Evangelium befreie davon, „um jeden Preis gesehen werden zu wollen“, und lehre, das zu erkennen, was im Verborgenen wachse. In diesem verborgenen Wirken entstehe die Harmonie mit Gott, „dem Gott des Lebens, unserem Vater und dem Vater aller“, auf den hin sich der Mensch „mit Nüchternheit und Freude neu ausrichte“. So erschien die Asche nicht als Zeichen des Endes, sondern als Beginn eines Weges, der durch die Wahrheit der Umkehr zur Wirklichkeit des neuen Lebens führte.

 


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