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Das Geheimnis der Kirche: Zeichen und Werkzeug Gottes

vor 12 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Lumen gentium - Das Geheimnis der Kirche in der Geschichte. Zur Lehre des Konzils über die Kirche als universales Sakrament des Heils. Sakrament der Einheit in einer zerrissenen Welt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, / der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. […] Er ist das Haupt, / der Leib aber ist die Kirche. […] Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, / um durch ihn alles auf ihn hin zu versöhnen. / Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, / der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut” (Kol 1,15.18.19-20).

Im Rahmen der Generalaudienz setzte Papst Leo XIV. die Katechesen über die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und wandte sich der dogmatischen Konstitution Lumen gentium zu, die den Ursprung und das Wesen der Kirche darlegt. Papst Leo XIV. richtete den Blick zunächst auf die Entscheidung des Konzils, die Kirche mit dem Begriff „Geheimnis“ zu beschreiben, und erinnerte daran, dass das Konzil „aus den Briefen des heiligen Paulus den Begriff ‚Geheimnis‘ entnommen“ habe, um den Ursprung der Kirche zu erklären. Dabei wurde klargestellt, dass mit diesem Begriff nicht etwas Unverständliches gemeint gewesen sei, sondern „eine Wirklichkeit, die zuvor verborgen war und jetzt offenbart worden ist“.

Der Papst führte den Gedanken weiter, indem er den Inhalt dieses Geheimnisses im Heilsplan Gottes verortete. Dieser Plan habe das Ziel, „alle Geschöpfe zu vereinen durch die versöhnende Handlung Jesu Christi, die sich in seinem Tod am Kreuz verwirklicht hat“. Diese Wirklichkeit werde vor allem in der liturgischen Versammlung erfahrbar, wo die Gläubigen zusammenkämen, angezogen von der Liebe Christi, „der die trennende Wand zwischen Menschen und gesellschaftlichen Gruppen niedergerissen hat“ (vgl. Eph 2,14). In diesem Zusammenhang deutete Leo XIV. Mit dem Apostel Paulus die Kirche als Versammlung, als „ekklesía“, als Gemeinschaft derer, die sich von Gott gerufen wüssten. Daraus ergebe sich eine innere Übereinstimmung zwischen dem Geheimnis Gottes und der Kirche, denn „die Kirche ist das Geheimnis, das wahrnehmbar geworden ist“. Von hier aus wandte sich der Papst dem Beginn der Konstitution Lumen gentium zu und zitierte deren grundlegende Aussage über das Wesen der Kirche: „Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (Lumen gentium, 1). Mit der Verwendung des Begriffs „Sakrament“ habe das Konzil deutlich gemacht, dass die Kirche in der Geschichte der Menschheit Ausdruck dessen sei, was Gott für die Menschheit verwirklichen wolle. Zugleich betonte der Papst, dass der Begriff „Werkzeug“ die aktive Rolle der Kirche bezeichne, denn Gott handle in der Geschichte und beziehe die Menschen in sein Wirken ein, sodass „durch die Kirche Gott sein Ziel erreicht, die Menschen mit sich zu vereinen und sie untereinander zu vereinen“.


Leo XIV. vertiefte diesen Zusammenhang, indem er auf die Einheit zwischen der Vereinigung mit Gott und der Einheit unter den Menschen verwies. In dieser Wirklichkeit werde das Heil erfahrbar. In diesem Zusammenhang erinnerte er an eine weitere Aussage des Konzils, in der die Kirche erneut als Sakrament bezeichnet werde. Wörtlich heiße es: „Christus hat, von der Erde erhöht, alle an sich gezogen (vgl. Joh 12,32 griech.). Auferstanden von den Toten (vgl. Röm 6,6), hat er seinen lebendigmachenden Geist den Jüngern mitgeteilt und durch ihn seinen Leib, die Kirche, zum allumfassenden Heilssakrament gemacht. Zur Rechten des Vaters sitzend, wirkt er beständig in der Welt, um die Menschen zur Kirche zu führen und durch sie enger mit sich zu verbinden, um sie mit seinem eigenen Leib und Blut zu ernähren und sie seines verherrlichten Lebens teilhaftig zu machen“ (Lumen gentium, 48).

In dieser Perspektive erklärte Leo XIV. die Identität der Kirche aus dem Pascha Christi, aus dem Geheimnis seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung. Der Papst stellte heraus, dass die Kirche aus dieser Handlung hervorgegangen sei und in ihr ihre Sendung empfangen habe. Die Kirche erscheine damit als Leib Christi und als Volk Gottes auf dem Weg durch die Geschichte als heiligende Gegenwart inmitten einer Menschheit, die weiterhin von Spaltungen geprägt sei. In dieser Situation werde die Kirche als wirksames Zeichen und Werkzeug der Einheit und der Versöhnung der Völker sichtbar, da in ihr das Wirken Gottes gegenwärtig bleibe, der die Menschen zu sich führe und sie untereinander vereine.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, bitten wir am heutigen Aschermittwoch den Herrn, dass er uns hilft, die Gnaden, die er uns in dieser Fastenzeit schenken möchte, mit bereitem Herzen anzunehmen, auf dass sie reiche Frucht bringen und uns und unseren Brüdern und Schwestern zum Heil gereichen.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 11 Stunden 

Habe ich schlecht gelesen?

oder liegt der Akzent hier wirklich auf dem irdischen Heil und Wohlergehen, auch der Versöhnung von uns Menschen untereinander? Im Religionsunterricht meiner Jugend lag der Akzent meist auf dem ewigen Heil der unsterblichen Seelen (daher der Begriff Seelsorger) und der Versöhnung mit Gott, wobei dabei meist der Begriff "Erlösung" verwendet wurde und das Kreuzesofer unseres Herrn gemeint war.


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