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Ukraine kämpft ums Überleben: Schönborn mit dringlichem Hilfeaufruf

4. Februar 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Kardinal bittet angesichts des russischen "Vernichtungskrieges" gegen die Zivilbevölkerung um mehr Hilfe und Spenden - Unterstützung für Notprogramme der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche und der Caritas in der gesamten Ukraine


Wien (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat angesichts der immer dramatischeren Lage in der Ukraine dringend zu mehr Hilfe für die notleidende Bevölkerung aufgerufen. Die Ukraine erlebe den bisher schlimmsten Kriegswinter. Russland zerstöre gezielt zivile Infrastruktur, was erhebliche Probleme bei der Energieversorgung, Wasserversorgung und Heizung verursacht. Viele Städte seien ohne Strom, die Menschen hätten weder Zugang zu Wasser noch Gas oder Heizungen. Schönborn sprach von einem "Vernichtungskrieg" Putins gegen die ukrainische Zivilbevölkerung.

Die Menschen in der Ukraine seien gerade zurückerinnert an die Zeit des "Holodomor" in den 1930er Jahren unter Josef Stalin, als durch eine von den Sowjets künstlich hervorgerufene Hungerkatastrophe viele Millionen Menschen starben, so Schönborn: "Jetzt ist unsere Hilfe noch dringender notwendig als je zuvor."

Wie Ostkirchengeneralvikar Yuriy Kolasa gegenüber Kathpress sagte, seien allein in Kiew aktuell etwa 710.000 Menschen länger als einen Tag ohne Strom. Rund 1.100 Wohngebäude - geschätzt etwa 154.000 Menschen - seien ohne Wasser- und Wärmeversorgung. Laut Regierungsinformationen würden selbst nach einer Stabilisierung der Lage rund 60 Prozent der Haushalte in Kiew und Umgebung weiterhin ohne Heizung bleiben. Die kalten Wetterbedingungen erschwerten die Reparaturen an den Heizsystemen erheblich.


Besonders dramatisch sei die Situation in Hochhäusern: Dort fehlten oft Licht, Heizung und funktionierende Aufzüge, die Wasser- und Abwassersysteme sind ausgefallen. Manche Leitungen seien entweder durch Frost beschädigt oder so stark eingefroren, dass eine Enteisung erst im Sommer möglich sein wird - "in betonierten, unbeheizten Schächten taut das Eis nur sehr langsam". In vielen Wohnungen herrschten Temperaturen von nur sechs bis sieben Grad, so Kolasa: "Menschen mit Behinderungen, alleinstehende Ältere und Familien mit kleinen Kindern sind besonders gefährdet."

Die zerstörte Infrastruktur und die daraus erfolgenden Stromausfälle hätten auch schwerwiegende langfristige Folgen. Wegen des Energiemangels sei der Unterricht für Hunderttausende Kinder weder offline noch online möglich. Banken, Geschäfte, Fabriken und andere wichtige Einrichtungen könnten nicht ordnungsgemäß arbeiten.
Internationale Solidarität gefragt

Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), hat alle ukrainischen Kirchengemeinden weltweit dazu aufgerufen, die Hilfsbemühungen nochmals zu intensivieren, da die Lage in der Ukraine so schlimm sei. An der weltweiten Hilfsaktion beteiligen sich etwa auch alle ukrainischen Gemeinden in Österreich. Diese gehören zum sogenannten Ostkirchenordinariat, dem Kardinal Schönborn vorsteht. Schönborn und Generalvikar Kolasa hoffen freilich, dass sich auch viele andere Pfarren oder Diözesen in Österreich der Not der Menschen in der Ukraine nicht verschließen und sich an der Hilfsaktion beteiligen.

Die UGKK helfe in dieser für Millionen Menschen lebensbedrohlichen Lage so gut sie könne, berichtete Kolasa. In Kiew und der umliegenden Region organisiere die UGKK etwa zusammen mit der Caritas die Verteilung von warmen Mahlzeiten an acht Standorten, wobei täglich 1.600 Mahlzeiten ausgegeben werden. Diese Mahlzeiten würden von Priestern direkt zu den Wohnhäusern gebracht, da viele Menschen nicht mobil sind, jedoch dringend Hilfe benötigen.

Die Kirche organisiere zusammen mit der Caritas auch die Ausgabe von Notfall-Lebensmittelpaketen und habe schon 5.000 Pakete verteilt. In Kiew und der umliegenden Region seien zudem fünf Zelte als Wärmestuben und Nahrungsverteilpunkte errichtet worden. In der Patriarchalkathedrale in Kiew wurde zudem ein temporäres Unterkunftszentrum eröffnet, das rund um die Uhr in Betrieb ist. Kolasa: "Zahlreiche Menschen kommen, um sich aufzuwärmen oder wichtige Geräte aufzuladen, und einige bleiben über Nacht."

Viele ältere Menschen sowie Personen mit Einschränkungen seien gezwungen, über längere Zeit in ihren Wohnungen ohne Wärme und Strom auszukommen. Daher würden immer häufiger Freiwillige aus den örtlichen Pfarreien die Verantwortung übernehmen, diese Menschen zu Hause zu besuchen und ihnen Nahrung, Medizin und warme Kleidung zu bringen, berichtete Kolasa.

Spendenkonto Ukraine Hilfe. Kontoinhaber: Ordinariat für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen, IBAN: AT78 1919 0001 3602 6950, Zahlungsreferenz: 3722401205 Ukraine Hilfe

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