Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  2. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  3. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  6. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  7. Der Tod der Theologie in Deutschland
  8. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  9. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  10. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  13. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  14. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  15. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!

„Nur leere Hände können gefüllt werden“

1. Februar 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Alles, was der Herr sagt, verdichtet sich in der Eucharistie. Arm kommen wir. Mit leeren Händen. Ein Stück Brot, Wein – und doch das Unterpfand des Himmelreiches.“ Predigt zu den Seligpreisungen. Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer


Eichstätt (kath.net) Die Seligpreisungen – Einladung zu einem Weg ins wahre Leben. Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis (A) – Mt 5,1–12a

Liebe Schwestern und Brüder,
das Evangelium führt uns heute auf einen Berg (der Seligpreisungen in Galiäa).
Jesus steigt hinauf, er setzt sich, und dann heißt es schlicht: „Er öffnete seinen Mund und lehrte sie.“

Die Väter der Kirche verweilen bei diesem Satz. Er ist kein beiläufiges Detail. Denn wenn Christus den Mund öffnet, öffnet er zugleich den Himmel. Er spricht nicht hastig, nicht im Vorübergehen. Er setzt sich wie ein Lehrer, der bleiben will; wie ein Arzt, der Zeit hat für die Wunde; wie ein Vater, der sein Innerstes öffnet.

Und Augustinus sagt: Wer diese Rede mit wachem Geist und offenem Herzen hört, findet darin eine vollkommene Richtschnur christlichen Lebens. Nicht als Gesetz von außen, sondern als Ordnung, die von innen her heilt.

Christus sammelt die Jünger auf der Höhe, nicht um sie von der Welt zu trennen, sondern um ihren Blick zu läutern. Wer nur am Irdischen haftet, versteht die Sprache des Himmels nicht. Darum erhebt der Herr die Aufmerksamkeit der Seinen durch den schönen Ausblick über den See Genezareth, bevor er sie belehrt.

Seligkeit – der Anfang des Weges
Bemerkenswert ist, womit Jesus beginnt.
Nicht mit Forderung, nicht mit Drohung, nicht mit dem Gewicht des Gesetzes. Er beginnt mit der Seligkeit.
Das ist kein Zufall. Gott zeigt zuerst das Ziel, damit der Weg begehrenswert wird. Er verheißt nicht Enge, sondern Weite; nicht Angst, sondern Freude. Die Seligpreisungen sind kein harter Befehl, sondern eine Einladung auf den Weg in das wahre Leben.


Augustinus nennt den Frieden die tranquillitas ordinis – die Ruhe der Ordnung. Frieden ist nicht bloß Abwesenheit von Konflikt, sondern die Harmonie des Herzens, wenn das Höchste wieder oben steht. Genau darauf zielen die Seligpreisungen: Sie ordnen das Innere des Menschen, damit es ruhen kann in Gott.

„Selig, die arm sind vor Gott“ – Leichtigkeit der Demut
Der Schlüssel zu allem lautet: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“

Nicht der Mangel wird gepriesen, sondern das geöffnete und erwartende Herz. Nicht die Armut der Not, sondern die Freiheit von Selbstgenügsamkeit. Arm vor Gott ist, wer nicht voll ist von sich selbst; wer nicht auf Besitz, nicht auf Wissen, nicht auf Macht vertraut, sondern bittend vor dem steht, der allein der Geber aller Gaben ist.

Das Evangelium spricht vom Bettler-Sein. Und hierin liegt die befreiende Wahrheit: Der Bettler ist nicht der Wertlose, sondern der Empfangende. Nur leere Hände können gefüllt werden.

Der Hochmut macht das Herz eng, die Seele schwer und zieht sie nach unten. Die Demut aber macht sie leicht, öffnet und hebt sie empor. Diese Armut ist keine Erniedrigung, sondern Auftrieb. Sie nimmt der Seele die Last, sich selbst tragen zu müssen.

Das Himmelreich – Gegenwart Gottes im Herzen
Darum ist auch die Verheißung so kühn: „Ihnen gehört das Himmelreich.“
Dies wird nicht versprochen und aufgeschoben in eine ferne Zukunft. Es wird zugesprochen als Gegenwart. Das Reich Gottes ist kein Ort jenseits der Welt, sondern Gottes Wohnung im demütigen Herzen.
Wer Gott Raum gibt, trägt das Reich in sich. Kein Verlust kann es entreißen, keine Krankheit es zerstören, kein Tod es nehmen. Wer Gott hat, ist nicht arm. Er ist gehalten.

Trauer, Sanftmut, Hunger – Wege der Heilung
Von hier aus werden die weiteren Seligpreisungen verständlich.
Selig die Trauernden. - Nicht die Verzweifelten, sondern die Sehenden. Diese Trauer ist keine Flucht, sondern Wahrheit. Sie beweint die Sünde nicht, um zu quälen, sondern um zu heilen. Der Trost, den Gott verheißt, ist keine billige Beruhigung, sondern seine eigene Nähe. Der Geist Gottes verwandelt Tränen in Quelle.

Selig die Sanftmütigen. - Nicht die Schwachen, sondern die Überwinder. Sanftmut ist kein Ausweichen, sondern Sieg über den Zorn. Wer im Zorn lebt, wird innerlich heimatlos. Wer sanft wird, findet festen Boden. Darum erben sie das Land – den Ort der Beständigkeit, den niemand rauben kann.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. - Nicht ein flüchtiger Wunsch, sondern brennende Sehnsucht. Wer satt ist an sich selbst, hungert nicht nach Gott. Dieser Hunger läutert den Blick, macht barmherzig und öffnet das Herz.

Frieden stiften – Gott ähnlich werdenSelig die Frieden stiften.
Friede beginnt in unserem Innern. Wer selbst zerrissen ist, kann nicht einen. Wo Gott oben steht, finden die Kräfte ihre Ordnung. Und wer diesen Frieden trägt, wird dem Sohn ähnlich, der das Getrennte versöhnt und das Feindliche überwindet.

Eucharistie – Armut, die reich macht
Alles, was der Herr sagt, verdichtet sich in der Eucharistie.
Arm kommen wir. Mit leeren Händen. Ein Stück Brot, ein Schluck Wein – und doch das Unterpfand des Himmelreiches.
Gott gibt nicht etwas. Er gibt sich selbst.

Wer bittend kommt, empfängt.
Wer sich selbst genügt, bleibt draußen – nicht, weil Gott verschließt, sondern weil das Herz verschlossen bleibt.

Schluss
Die Seligpreisungen sind keine Vertröstung. Sie sind eine Einladung in ein reicheres Leben.
Reich ist nicht, wer viel besitzt.
Reich ist, wer arm genug ist, sich beschenken zu lassen.

Seligkeit beginnt dort, wo ein Herz sagt:
„Du, Herr, bist mein Reichtum. Ich brauche Dich. Du bist mein Alles.“ Amen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  6. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  7. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  8. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  9. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  10. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  11. Der Tod der Theologie in Deutschland
  12. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  13. 'Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.'
  14. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  15. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz