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Die göttliche Offenbarung als Freundschaft. Die Offenbarung Gottes im Horizont von Dei Verbum

vor 8 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV.: Beginn der Katechesen zum Zweiten Vatikanischen Konzil. ‚Dei Verbum‘ und das dialogische Verständnis der Offenbarung. Wort, Hören und Gebet als Gestalt der Freundschaft mit Gott. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh 15,15).

Mit der zweiten Generalaudienz des Jahres 2026 eröffnete Leo XIV. den Katechesenzyklus zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Der Papst begann dabei mit der Vertiefung der dogmatischen Konstitution Dei Verbum über die göttliche Offenbarung, die er als eines der schönsten und wichtigsten Dokumente der Konzilsversammlung bezeichnete.

Zur Einführung erinnerte der Papst an die Worte Jesu: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh 15,15). Darin werde ein grundlegender Punkt des christlichen Glaubens sichtbar, den Dei Verbum betone: Jesus Christus habe das Verhältnis des Menschen zu Gott radikal verwandelt, sodass es von nun an eine Beziehung der Freundschaft sei. Die einzige Bedingung des neuen Bundes sei daher die Liebe. Im Blick auf diesen Abschnitt des Johannesevangeliums verwies Leo XIV. auf den heiligen Augustinus, der ihn aus der Perspektive der Gnade ausgelegt habe, „die allein uns zu Freunden Gottes in seinem Sohn machen kann“. In diesem Zusammenhang sei an ein antikes Wort wichtig: „Amicitia aut pares invenit, aut facit“, was übersetzt heißt „Freundschaft findet entweder Gleiche oder schafft sie“. Der Papst machte deutlich, dass der Mensch Gott nicht gleich sei, Gott selbst den Menschen jedoch in seinem Sohn sich ähnlich mache.


In der gesamten Heiligen Schrift lasse sich erkennen, dass der Bund zunächst einen Moment der Distanz enthalte, da er immer asymmetrisch bleibe: Gott sei Gott und der Mensch sei Geschöpf. Doch mit der Ankunft des Sohnes im menschlichen Fleisch habe sich der Bund jedoch seinem letzten Ziel geöffnet. In Jesus mache Gott die Menschen zu Kindern und rufe sie dazu, ihm ähnlich zu werden in ihrer verletzlichen Menschlichkeit. Die Ähnlichkeit mit Gott werde nicht durch Übertretung und Sünde erreicht, wie es die Schlange Eva nahegelegt habe, sondern in der Beziehung zum menschgewordenen Sohn. Die Worte des Herrn „Ich habe euch Freunde genannt“ würden genau in diesem Sinn von der Konstitution Dei Verbum aufgenommen, die festhalte: „In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde und verkehrt mit ihnen, um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen“ (Nr. 2).

Bereits der Gott der Genesis habe mit den ersten Menschen Umgang gepflegt und mit ihnen gesprochen. Als dieser Dialog durch die Sünde abgebrochen worden sei, habe der Schöpfer dennoch nicht aufgehört, den Menschen zu suchen und immer von Mal zu Mal einen Bund mit ihnen zu schließen. In der christlichen Offenbarung, in der Gott im Sohn Fleisch angenommen habe, sei dieser unterbrochene Dialog endgültig wiederhergestellt worden. Der Bund sei neu und ewig geworden, und nichts könne von seiner Liebe trennen. Die Offenbarung Gottes trage daher den Charakter eines dialogischen Geschehens der Freundschaft, das - wie auch die menschliche Freundschaft - kein Schweigen ertrage, sondern vom Austausch wahrer Worte lebe.

In diesem Zusammenhang erinnerte die Katechese daran, dass Gott spreche. Dabei sei zwischen dem Wort und dem Gerede zu unterscheiden: Das Gerede bleibe an der Oberfläche und schaffe keine Gemeinschaft, während das Wort in echten Beziehungen nicht nur Informationen übermittle, sondern offenbare, wer man sei. Das Wort besitze eine offenbarende Dimension, die Beziehung mit dem anderen stifte. Indem Gott spreche, offenbare er sich als Verbündeter, „der uns zur Freundschaft mit ihm einlädt“. Aus dieser Perspektive ergebe sich als erste Haltung das Hören, damit das göttliche Wort in Verstand und Herz eindringen könne. Zugleich seien die Gläubigen gerufen, mit Gott zu sprechen, nicht um ihm mitzuteilen, was er bereits wisse, sondern um sich selbst zu offenbaren. Daraus erwachse die Notwendigkeit des Gebets, in dem die Freundschaft mit dem Herrn gelebt und gepflegt werde. Dies geschehe zunächst im liturgischen und gemeinschaftlichen Gebet, in dem nicht der Mensch entscheide, was aus dem Wort Gottes gehört werde, sondern Gott selbst durch die Kirche spreche. Darüber hinaus vollziehe es sich im persönlichen Gebet, das sich im Inneren von Herz und Geist ereigne. In Tag und Woche eines Christen dürfe die Zeit für Gebet, vor allem das liturgische Gebet, Meditation und Besinnung nicht fehlen: „Nur wenn wir mit Gott sprechen, können wir auch von ihm sprechen.“

Abschließend erinnerte Leo XIV. daran, dass die Erfahrung zeige, wie Freundschaften entweder durch einen offenen Bruch oder durch eine Vielzahl alltäglicher Unaufmerksamkeiten enden könnten, die eine Beziehung allmählich auflösten: „Nehmen wir ihn an, pflegen wir diese Beziehung, und wir werden entdecken, dass gerade die Freundschaft mit Gott unser Heil ist“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, zu Beginn dieses neuen Jahres lade ich euch ein, das Gebet und die Betrachtung des Wortes Gottes zu pflegen und so von Tag zu Tag in der Freundschaft mit dem Herrn zu wachsen.

Foto (c) Vatican Media

 


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