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„Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“vor 4 Stunden in Kommentar, 14 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Beschwerde wegen schwerer liturgischer und pastoraler Fehlentwicklungen in der „Katholischen Christmette“ (ARD, St. Maria Stuttgart, 24.12.2025) – Offener Brief von Diakon Ulrich Franzke
Essen (kath.net) Beschwerde wegen schwerer liturgischer und pastoraler Fehlentwicklungen in der „Katholischen Christmette“ (ARD, St. Maria Stuttgart, 24.12.2025) – kath.net dokumentiert den offenen Brief von Diakon Ulrich Franzke an den Rottenburger Bischof Krämer und weitere Diözesanverantwortlich in voller Länge:
Sehr geehrter Herr Bischof,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich als Diakon der katholischen Kirche an Sie wegen der in der ARD live übertragenen Katholischen Christmette aus St. Maria in Stuttgart am 24. Dezember 2025 (23:30 Uhr).
Ich habe die vollständige Aufzeichnung dieser Messfeier gesichert und ausgewertet. Anlass meiner Beschwerde ist nicht allein eine liturgische Detailfrage, sondern das Zusammenwirken einer verstörenden szenischen Darstellung mit objektiven liturgischen Normverstößen, die in dieser Kombination einen erheblichen pastoralen Schaden verursacht haben.
1) Die Krippen-Performance als pastorale Grenzüberschreitung
Im Zentrum des Altarraums wurde anstelle einer Krippe mit dem neugeborenen Jesuskind eine lebende, erwachsene Person präsentiert, eingehüllt in feuchtes, hautfarbenes Material (Reispapier), liegend, reglos, nackt wirkend, sichtbar verletzlich. Diese Darstellung wurde erklärend als „echter Mensch“ gedeutet, der die Menschwerdung Gottes symbolisieren solle. 
Unabhängig von künstlerischen Intentionen ist festzuhalten:
- Die Christmette ist kein Kunstraum, sondern Liturgie der Kirche.
- Die Krippe ist kein frei disponierbares Symbol, sondern ein theologisch hoch sensibler Ort, insbesondere in einer Feier, die ausdrücklich auch Familien und Kinder adressiert.
- Die gezeigte Darstellung wirkte körperlich entgrenzt, befremdlich und ekelerregend und stand in deutlichem Kontrast zur Schutz-, Geborgenheits- und Hoffnungssymbolik der Weihnachtsliturgie.
Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden; hierzu gehört auch mein eigener Sohn! Damit ist eine Grenze überschritten, an der nicht mehr von legitimer Provokation, sondern von Verletzung des liturgischen Schutzraums zu sprechen ist.
Besonders problematisch ist, dass diese Darstellung nicht außerhalb, sondern innerhalb der Messfeier und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Eucharistie stattfand.
2) Fehlen des Gloria
In der Christmette (Hochfest der Geburt des Herrn, Messe in der Nacht) ist das Gloria rubrikenpflichtig. In der vorliegenden Feier wurde das Gloria weder gesungen noch gesprochen. Nach dem Eröffnungsritus folgte unmittelbar das Tagesgebet („Lasset uns beten …“).
Dies stellt einen klaren Verstoß gegen die liturgische Ordnung dar.
3) Fehlen des Credo
Ebenso ist das Credo am Hochfest rubrikenpflichtig. In der vorliegenden Feier wurde das Glaubensbekenntnis nicht gesprochen oder gesungen. Nach der Predigt folgten andere Elemente, ohne Credo.
Auch dies ist ein objektiver Rubrikenverstoß.
4) Eigenmächtiges Eucharistisches Hochgebet
Besonders schwer wiegt, dass das Eucharistische Hochgebet nicht einem approbierten Hochgebet des Messbuchs entspricht, sondern als freier Text gestaltet wurde. Es beginnt nach dem Sanctus mit den Worten:
„Gott, du bist der Einzige.
Bevor wir sprechen, hast du uns schon verstanden …“
Eigenmächtige Formulierungen im Hochgebet sind nicht zulässig. Die Feier der Eucharistie hat strikt nach den approbierten liturgischen Büchern zu erfolgen (vgl. can. 846 §1 CIC).
Dieser Befund ist daher als schwerer liturgischer Missbrauch zu bewerten!
5) Gesamteinordnung
In der Summe ergibt sich ein schwerwiegendes Bild:
- eine körperlich verstörende Krippen-Inszenierung innerhalb der Messfeier,
- das Fehlen zentraler Glaubens- und Lobtexte (Gloria, Credo),
- ein eigenmächtig gestaltetes Hochgebet im Zentrum der Eucharistie,
- verstärkt durch die bundesweite öffentlich-rechtliche Übertragung.
Dies ist keine Frage von Geschmack oder Stil, sondern eine Entgrenzung der Liturgie, die dem Auftrag der Kirche, insbesondere gegenüber Kindern und Familien, widerspricht.
Bitte um Klärung und Maßnahmen
Ich bitte Sie daher dringend um
- eine schriftliche Stellungnahme, wie diese Form der Krippen-Darstellung und die liturgischen Abweichungen kirchenrechtlich bewertet werden,
- Auskunft, wer die Verantwortung für Konzeption und Genehmigung dieser Feier trug,
- verbindliche Maßnahmen, um sicherzustellen, dass künftig
- die Liturgie gemäß den approbierten Büchern gefeiert wird und
- die Christmette nicht zum Experimentierraum für körperlich oder emotional überfordernde Darstellungen wird.
Da ich den Vorgang für von überdiözesaner Relevanz halte, habe ich dieses Schreiben parallel an die Apostolische Nuntiatur in Berlin (Neukölln) sowie nach Rom weitergeleitet.
Ich bitte um Antwort bis 15. Januar 2026.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Franzke
Diakon
Laudetur Jesus Christus
Foto: (c) ARD-Screenshot
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Lesermeinungen| | Tuotilo2 vor 31 Minuten | | | |
Auch ich danke für den Brief!
Abgesehen von der „Krippen“darstellung und den Fehlern im Messablauf stelle ich mir folgende Frage: Wie liturgisch blind muss man eigentlich sein, ausgerechnet in der Christmette das Gloria zu streichen! Da versucht man krampfhaft, durch ein missglücktes „Kunstwerk“ und durch selbstgebastelte Worte eine „Verheutigung“ – aber genau an der Stelle der Messe, wo man wie am Gründonnerstag die Worte einfügen könnte „das ist heute“, wo man die Gemeinde einladen könnte, in besonders bewusster Weise in den Gesang der Engel mit einzustimmen, da ändert man den Text. Warum fürchtet man sich so davor, Liturgie das sein zu lassen, was sie ist: die Pendelbewegung zwischen Heute und Ewigkeit, das Einschwingen in das „et nunc et semper“!
Bitte, Herr Bischof, entbinden Sie diesen Rundfunkpfarrer von seiner Aufgabe. Sonst kommt er in seiner liturgischen Geistlosigkeit noch auf die Idee, am Gründonnerstag einen Gottesdienst ohne Eucharistiefeier zu veranstalten. |  0
| | | | | SagradaFamilia vor 35 Minuten | | | | Das hätte es früher nicht Gegeben! Und alles unter dem Deckmantel Zeitgemäße Kirche. Wir sind inzwischen schon Einiges gewöhnt und Unmut sucht man vergeblich, aber diese skandalöse Aktion ist selbst hier auf Entsetzen gestoßen und man distanziert sich von derartigen Dingen. |  0
| | | | | Felmy vor 2 Stunden | | | |
Es sagt so einiges aus,wenn man bedenkt,dass dieser "Vorgang" über den Kopf des zuständigen Bischof's hinweg,der doch die Verantwortung dazu trägt,nach Rom oder zum Nuntius übermittelt. |  0
| | | | | Mensch#17 vor 2 Stunden | | | | Danke für den Brief! |  0
| | | | | dalet vor 3 Stunden | |  | Wichtig Auch die Verkündigung des Evangeliums durch einen Choristen wäre zu kritisieren.
Ich hoffe, Bischof Krämer hat den Priester zu einem Gespräch gebeten. Es ist seine Aufgabe als Epi-Skop. Er muss es jedoch nicht an die große Glocke hängen, das gilt ebenso für das verantwortliche Dikasterium im Vatikan. |  0
| | | | | Schillerlocke vor 3 Stunden | | | | Allmählich wird man ungeduldig, das zuständige Bistum muss sich m. E. zur Sache endlich erklären und zwar nicht nur kirchenintern, sondern auch den deutschen Katholiken, denen man diesen Murks im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bundesweit als katholische Christmette vorgesetzt hat. Besten Dank an den Herrn Diakon. |  0
| | | | | Freude an der Kirche vor 4 Stunden | | | | Danke!!! Lieber Diakon,
herzlichen Dank von einem Ihnen bekannten Priester. Diese detailgenaue/messerscharfe Analyse ist Gold wert.
Danke!!! |  0
| | | | | Elemosinarius vor 4 Stunden | | | | @ Andel Leider wird diese sehr gute und wichtige Anfrage nichts bewirken. Für die deutschen Bischöfe und Ordinariate sind nämlich leider Menschen wie Diakon Ulrich Franzke der „Störenfried.“ |  0
| | | | | lilie54 vor 4 Stunden | | | | Komplexes Problem Von Herzen Dank für die Stellunhnahme bzw. Anfrage. Hoffentlich gibt es eine offizielle Reaktion, damit klar wird, dass es nicht möglich ist, Messfeiern nach eigenem Gutdünken zu gestalten bzw. für „Kunstaktionen“ zu missbrauchen. Leider haben solche Aktionen sehr tiefliegende Wurzeln, die keine guten Früchte hervorbringen und die Bekämpfung dieses Problems ist sehr komplex. Mit der Mehrzahl der deutschen Bischöfe wird es nicht zu lösen sein. Herr, erbarme dich! |  0
| | | | | modernchrist vor 5 Stunden | | | | Da sieht man, dass nicht nur die Gesellschaft hierzulande strukturell familien- und kinderfeindlich ist, sondern auch die Kirche! Sie scheren sich einen Dreck darum, was Kinder und Jugendliche empfinden bei so einem ekeligen, unförmigen Fleischklumpen in der Weihnachtskrippe! Eine kinderlose - junge - "Künstlerin" wird von einem betulichen Liturgen-Paar serviert als Erzeugerin dieser Attraktion: Was Kinder bei einem solchen Sch... denken, dass sie von dieser Weihnacht traumatisiert dieses ekelige Bild nicht mehr aus dem Kopf kriegen, alles uninteressant für diese rücksichtslosen Leute. Kinder interessieren nicht. Das ist ja auch bei der Gebärmaria, den Riesenvulven in einer Kapelle und dem grünen Froschkreuz und vielem mehr im "kunstbeflissenen" Österreich so! Jesus sagt: Wer einem von diesen Kleinen... |  0
| | | | | Marienrose vor 5 Stunden | | | | Sehr klare Aussagen! Vergelt´s Gott Herr Diakon Franzke für Ihren offenen Brief!
Es wird Zeit, dass endlich gegen die Gräuel am heiligen Ort vorgegangen wird.
Wie soll sich ein Mensch für den christlichen Glauben interessieren, wenn er nicht seine Schönheit erleben darf, sondern statt dessen mit dem Seelenmüll dämonisch Verwirrter konfrontiert wird! |  0
| | | | | Andel vor 5 Stunden | | | |
Herrn Diakon Franzke ganz herzlichen Dank für dieses Schreiben! Ein solches hätte von ALLEN Bischöfen, Priestern und Diakonen kommen müssen. Hoffentlich erfolgt eine Antwort mit einer entsprechenden Reaktion aus Rom. Ich wünsche mir, dass wir unseren Glauben und damit auch die Liturgie endlich wieder ohne solchen Ärger feiern und leben können. Und - ich sage es jetzt ganz bewusst und hart - wem das nicht passt, der soll bitte gehen und nicht ständig "Störenfried" sein und Ärgernis hervorrufen. |  0
| | | | | maran atha vor 6 Stunden | | | |
Herr Diakon Franzke, Gott segne Sie für diese Aktion! |  1
| | | | | serafina vor 6 Stunden | | | | Ewiges Vergelt's Gott Herr Diakon Franzke Mögen sich Ihrem Bekennermut noch Weitere anschließen - bis in Rom ankommt und man von dort aus handelt. |  1
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