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17. August 2025 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Papst Leo XIV. beim Angelus in Castel Gandolfo über die Herausforderung, der Wahrheit treu zu bleiben. Von Armin Schwibach


Castel Gandolfo (kath.net/as) 20. Sonntag im Jahreskreis - Die Piazza della Libertà vor dem Apostolischen Palast füllte auch an diesem Sonntag wieder eine große Schar von Gläubigen, um mit Papst Leo XIV. das traditionelle Mittagsgebet des Angelus zu beten. In seiner Katechese ging der Papst auf das Evangelium des Tages ein (vgl. Lk 12,49–53), das mit eindringlicher Schärfe von den Spannungen spricht, die das Evangelium mit sich bringt: „Das Evangelium des heutigen Tages hält einen anspruchsvollen Text für uns bereit“, begann der Papst, „in dem Jesus seinen Jüngern mit eindringlichen Bildern und in großer Offenheit sagt, dass seine Mission und auch die seiner Nachfolger nicht ‚rosig‘ ist, sondern ‚ein Zeichen des Widerspruchs‘ (vgl. Lk 2,34).“

Leo XIV. erinnerte daran, dass Jesus selbst seine Passion und die Ablehnung seiner Botschaft vorausgesehen habe: „Mit diesen Worten nimmt der Herr vorweg, was auf ihn zukommt, wenn er in Jerusalem angefeindet, verhaftet, beleidigt, geschlagen und gekreuzigt werden wird. Wenn seine Botschaft, obwohl sie Liebe und Gerechtigkeit verkündet, abgelehnt werden wird“. Damit stellte der Papst einen unmittelbaren Bezug zu den ersten christlichen Gemeinden her, die trotz ihres Bemühens, das Evangelium der Liebe zu leben, Verfolgung erlitten. Er zitierte die Apostelgeschichte: „Sie waren friedliche Gemeinschaften, die trotz ihrer Grenzen versuchten, die Botschaft der Liebe ihres Meisters so gut wie möglich zu leben (vgl. Apg 4,32–33). Und doch wurden sie verfolgt“.


Der Papst hob hervor, dass das Gute nicht selbstverständlich Zustimmung findet: „Manchmal begegnet derjenige, der Gutes tut, gerade weil dessen Schönheit diejenigen stört, die es nicht annehmen, heftigem Widerstand, bis hin zu Übergriffen und Unterdrückung. In der Wahrheit zu handeln kostet, weil es in der Welt diejenigen gibt, die sich für die Lüge entscheiden, und weil der Teufel sich dies zunutze macht“. Der Christ sei daher aufgerufen, sich nicht den Denkweisen der Welt anzupassen, sondern die Treue zur Wahrheit zu bewahren. „Jesus lädt uns jedoch ein, mit seiner Hilfe nicht aufzugeben … Er lädt uns ein, nicht mit Rache auf Übergriffe zu reagieren, sondern der Wahrheit in Liebe treu zu bleiben“. In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an das Zeugnis der Märtyrer, „die ihr Blut für den Glauben vergießen. Aber auch wir können ihnen unter anderen Umständen und auf andere Weise nacheifern“.

Der Papst verwies auf alltägliche Beispiele:„Denken wir beispielsweise an den Preis, den gute Eltern zahlen müssen, wenn sie ihre Kinder nach gesunden Prinzipien erziehen wollen. Früher oder später werden sie ‚Nein‘ sagen und Korrekturen vornehmen müssen, wofür sie zu leiden haben werden. Das Gleiche gilt für einen Lehrer, der seine Schüler richtig heranbilden möchte, für einen Berufstätigen, einen Ordensmann, einen Politiker, die sich vorgenommen haben, ihre Aufgabe redlich zu erfüllen“.

Mit besonderem Nachdruck zitierte der Papst den heiligen Ignatius von Antiochien, der auf seinem Weg zum Martyrium den römischen Christen schrieb: „Mein Wunsch ist es, dass ihr nicht den Menschen, sondern Gott gefallt“ (Brief an die Römer, 2,1). Und weiter: „Für mich ist es besser, durch den Tod zu Christus Jesus zu kommen, als König zu sein über die Grenzen der Erde“ (ebd. 6,1). Für Leo XIV. sind diese Worte mehr als ein historisches Zeugnis. Sie sind Maßstab christlichen Lebens: Der Gläubige lebt nicht, um Beifall und Zustimmung zu erlangen, sondern um Gott zu gefallen und seiner Wahrheit treu zu bleiben.

Am Ende seiner Katechese vertraute der Papst die Gläubigen der Fürsprache Mariens an: „Bitten wir gemeinsam Maria, die Königin der Märtyrer, dass sie uns helfe, in allen Lebenslagen treue und mutige Zeugen ihres Sohnes zu sein und unsere Brüder und Schwestern zu unterstützen, die heute um des Glaubens willen leiden“.

***

Die Worte von Papst Leo XIV. greifen ein Thema auf, das für die Kirche heute von besonderer Dringlichkeit ist. In einer Zeit, in der der Glaube oft an den Rand gedrängt oder gar verspottet wird, bleibt die Kirche - in den Worten Benedikts XVI. - „ein Zeichen des Widerspruchs inmitten der Welt“. Das Evangelium verlangt Klarheit und Treue, auch wenn dies Ablehnung hervorruft. So machte die Katechese des Papstes deutlich: Der Auftrag der Christen besteht nicht darin, sich anzupassen oder Beifall zu suchen, sondern „Gott zu gefallen“, wie es Ignatius von Antiochien ausdrückte. Inmitten von Gleichgültigkeit und Widerstand erinnert die Stimme des Papstes an das unverlierbare Zentrum: Christus, der Herr, dessen Wahrheit zwar Widerspruch hervorruft, aber gerade so die Welt heiligt und heilt.

Foto (c) VaticanMedia

 


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Lesermeinungen

 Harrer 17. August 2025 
 

Danke, Papst Leo

für diese ermutigende Katechese und danke auch an Armin Schwibach für die deutsche Übersetzung.


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